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17.01.2007 09:31 Uhr

Gute Ausgangsposition nutzen: Hansa nimmt Kurs auf die Bundesliga

Eine solche Hinrunde hatte selbst Trainer Frank Pagelsdorf wohl kaum von seiner Mannschaft erwartet: 17 Spiele, keine Niederlage, Platz zwei in der Tabelle hinter dem Karlsruher SC und sieben Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz! Kein Wunder, dass das Ziel unserer Mannschaft jetzt lautet: „Bundesliga, wir kommen wieder!“ Torjäger Enrico Kern, mit neun Treffern bester Hansa-Schütze, bringt die Stimmung im Team auf den Punkt: „Es wäre blöd, die gute Ausgangsposition und damit die Chance zum Aufstieg nicht zu nutzen.“

Frank Pagelsdorf wäre aber nicht Frank Pagelsdorf, wenn er in der Winterpause trotz der beeindruckenden Hinrunde nicht vor zu früher Freude gewarnt hätte. „Es ist noch nichts erreicht, deshalb gibt es keinen Grund für große Träume. Im Hinterkopf sollten wir wissen, dass wir eine sehr schwere Rückrunde vor uns haben, in der uns sicherlich alles abverlangt wird.“

Doch im Verlauf der ersten 17 Spieltage hat unsere Mannschaft schon mehrfach bewiesen, dass sie das Zeug dazu hat, den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen – wie ihre Vorgänger 1995, damals auch mit Frank Pagelsdorf als Trainer und Stefan Beinlich im Mittelfeld. „Paules“ Rückkehr nach Rostock war ein positives Zeichen, dem der Routinier als Kapitän auf dem Platz auch entsprechende Taten folgen ließ.

„Paule ist ganz wichtig für die Mannschaft, er spielt als Sechser auf einer Schlüsselposition, dies ist gewissermaßen die Schaltzentrale des Spiels. Hier bringt er seine Individualität, seine Erfahrung, Reife und Klasse ein. Hier hat er eine Vorbildfunktion“, sagt Pagelsdorf, der in der Rückrunde eine ähnliche Rolle auch von Maik Wagefeld erwartet, der erst in den letzten Spielen der Hinrunde nach seiner Verletzungspause zum Zuge kam. Wie auch der ebenfalls lange verletzte Michael Hartmann ist der frühere Nürnberger und Dresdner für die Rückrunde so fast als Neuzugang zu sehen.

Ein „echter“ neuer Hanseat ist dagegen Diego Morais Pacheco. Der 23 Jahre alte Brasilianer, der zweite im Hansa-Trikot neben Abwehrchef Gledson, wurde in der Winterpause zunächst bis zum Saisonende vom Club Villa Rio Esporte ausgeliehen. Im Sommer kann der F.C. Hansa ihn aber per Option bis 2010 binden.

Diego Morais Pacheco ist eine Alternative für die beste Abwehr der Liga, in der Tim Sebastian in den ersten beiden Spielen der Rückrunde wegen seiner Rotsperre fehlt. Nur 11 Gegentore ließen Torhüter Mathias Schober und seine Vorderleute zu, absolute Spitze in der Liga. Noch beeindruckender ist aber eine andere Statistik, in der sich eine große Stärke unserer Jungs zeigt: 11 Tore schossen sie in der letzten Viertelstunde, bekommen haben sie dagegen keins! Ein Resultat der grandiosen Fitness, für die Frank Pagelsdorf schon vor der Saison im Trainingslager in Kühlungsborn die Grundlagen gelegt hatte, das nebenbei auch den fantastischen Teamgeist förderte.

„Damals ist jeder Spieler an seine eigene Grenzen gegangen, hat Willensqualitäten ausgetestet. Da hat sich schon ein gutes Gruppenverhalten herausgebildet. Diese gute Mischung ist auch ein Geheimnis, warum wir heute da stehen, wo wir stehen“, sagt Pagelsdorf, der es auch geschafft hat, den früheren Nationalspieler Christian Rahn zu alter Stärke und Torgefährlichkeit zu führen.

Auch in der Rückrunde setzt Pagelsdorf auf die physische und die mentale Stärke seiner Spieler, die sich auch von Rückständen nie aus dem Konzept bringen ließen. Am beeindruckendsten war die Aufholjagd im Spitzenspiel beim Karlsruher SC, als der F.C. Hansa in den letzten 13 Minuten aus einem 1:4 noch ein 4:4 machte. Den Respekt der Gegner habe sich die „Mannschaft tatsächlich erarbeitet“, erklärt Pagelsdorf stolz: „Man betrachtet unsere Leistungen, unsere Einstellung, unser Auftreten, unsere Tabellensituation auf Grund unserer Ergebnisse jetzt zu Hause und auswärts mit Respekt – irgendwo macht das hier und da dann auch einen Gegner unsicher und dies ist wiederum eine neue Chance für uns.“

Beim Rückrundenauftakt gegen den SC Freiburg, den viele Hansa-Fans in ganz Deutschland auch live im DSF verfolgen können, soll die Mannschaft dieses Selbstbewusstsein wieder demonstrieren und einen guten Start in die hoffentlich vorerst letzten 17 Spiele in der 2. Liga schaffen. Nicht nur Frank Pagelsdorf hofft dabei auf den ersten Heimsieg gegen die Breisgauer im Unterhaus. Der letzte Erfolg gegen Freiburg im Ostseestadion datiert nämlich noch aus gemeinsamen Bundesliga-Zeiten: Vor fast genau zwei Jahren, am 7. Februar 2004, waren Mathias Schober, René Rydlewicz und Kim Madsen beim 4:1-Erfolg gegen den SC mit dabei.

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