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04.10.2005 13:59 Uhr

Hansa-Nachwuchs spielt tolle Rolle

Das ist ja super: Der F.C. Hansa II, die A- und B-Junioren machen als „Ausbildungszentrum“ für die Profiabteilung auch in der neuen Saison auf sich aufmerksam. Hansa-Online hat mal die ersten Spiele der drei Teams unter die Lupe genommen.
Die durchaus erstaunliche Bilanz:
Die völlig neu formierte Mannschaft von den Trainern Thomas Finck und Michael Salow, die immerhin als Meister und Pokalsieger antritt, steht nach 8 Spieltagen in der Oberliga Nordost mit zwölf Zählern auf Rang 5 (12:16 Tore).
Das umgekrempelte Team der Trainer Gerald Dorbritz und Thomas Engel, im letzten Jahr Bundesliga-Dritter in Nord/Ost, ist nach sechs Runden mit 15 Punkten (14:8 Treffer) punktgleich hinter Hertha BSC und Werder Bremen auf Rang 3.
Die neu formierte Elf von Robert Roelofsen und Norbert Gaede ist in der Regionalliga Nord/Ost als Deutscher Vizemeister nach fünf Spielen sogar ohne das Nachhol-Spiel beim 1. FC Union (Mittwoch 17.30 in Berlin) mit 15 Punkten Zweiter (21:4 Tore), kann bei einem Sieg schon Meister und Spitzenreiter Hertha BSC überholen.
Unsere Trainer antworten heute auf die fünf wichtigsten Fragen zum Saisonstart.

Wie hat sich Ihre Mannschaft gegen die Konkurrenz geschlagen?
Thomas Finck: Positiv ist, wie wir fast ohne gemeinsames Training unter der Woche am Wochenende unsere Spiele absolvieren. Mit Busch, Rickert, Shapourzadeh, Stein, Pohl, Müller, Yelen oder Lange trainierte ja teilweise schon eine halbe Mannschaft bei den Profis. Das ist im Sinne des Vereins, deshalb jammere ich auch nicht.
Gerald Dorbritz: Unsere Ergebnisse sind in Ordnung. Zumal wir einige Spiele durch Feldverweise in Unterzahl absolvierten. Dies hatte ich nicht so erwartet. Jetzt hoffe ich aber auch auf ordentlichen Fußball.
Robert Roelofsen: Die ersten beiden Wochen zum Saisonstart waren sehr hektisch. Aber mit unserem 3. Platz beim Internationalen Turnier mitten in der laufenden Saison in Italien zog Ruhe in die Mannschaft ein. Disziplin und Spielkultur stimmen. Die Jungs sind wieder in der Normalität angekommen. Ich freue mich, dass mit Stefan Persson, Toni Kross und Tobias Jänicke drei Spieler beim DFB-Trainer der U17 im Notizblock stehen und die Jungs zu Spielen und Lehrgängen eingeladen werden und dort auch eine gute Rolle spielen

Was war für Sie die größte Überraschung?
Thomas Finck: Der Tabellenplatz und wie wir unsere Heimspiele ungeschlagen absolvieren. Auch das Zusammenspiel zwischen Profis und Amateuren ist durch meinen Vorgänger Timo Lange in der Abstimmung ziemlich gut und sehr kollegial.
Gerald Dorbritz: Unser positiver Start ist schon sehr erfreulich. Aber die dicken Brocken wie Bremen, Hannover, Hertha und Cottbus haben wir ja noch vor uns.
Robert Roelofsen: 21:4 Tore sagen da eigentlich alles. Meine Jungs setzen meine Vorstellungen vom attraktiven, offensiven Fußball schon ganz gut um.

Was war für Sie die größte Enttäuschung?
Thomas Finck: Die Auswärts-Niederlagen beim BAK, beim BFC und in Eberswalde. Auf fremden Plätzen müssen wir uns entschieden verbessern.
Gerald Dorbritz: Enttäuschung im Sinne einer negativen Entwicklung gibt es bei uns nicht.
Robert Roelofsen: Es gibt in dem Sinne keine negativen Tendenzen. Aber einige Jungens sind in der Pubertät und es wäre gut, wenn sie auch außerhalb des Platzes ihre Probleme besser in den Griff kriegen würden. Ich will ja im Alltag nicht der Mann mit der Polizeikappe sein. Zum Sport gehört auch außerhalb des Platzes Selbstdisziplin…

Wie liegt momentan das größte Problem?
Thomas Finck: In der Harmonie der Mannschaft. Und jene Spieler, die schon bei den Profis trainiert haben, sollten auch dann vorn weg gehen, wenn mein Kollege Frank Pagelsdorf oder dessen Assistent Timo Lange mal nicht zu schauen…Eben auswärts! Frank Pagelsdorf hat da aber auch schnell die „Notbremse“ gezogen und einigen Jungs klar gemacht, dass sie nur bei den Profis trainieren, wenn sie bei uns Top-Leistungen bringen…
Gerald Dorbritz: Unser Kader ist zu klein. Mit Kirsch, Person, Pittwehn und Jänicke mussten schon B-Junioren bei uns Lücken auffüllen. Das taten sie ordentlich. Durch Verletzungen, Krankheiten oder Spielsperren habe ich so meine Wunschformation eigentlich bis jetzt noch nicht spielen lassen können.
Robert Roelofsen: Ich sehne im Interesse einer schnelleren Weiterentwicklung der Spieler eine Bundesliga wie bei den A-Junioren herbei. Wahrsager wie gegen Hertha gibt es zu wenig, ich würde gerne auch gegen den HSV, Wolfsburg, Hannover und Bremen spielen. Das würde auch den Jungs schnell in der Entwicklung weiterhelfen. Ein Problem war allerdings, dass viele Jungs zu Tests, Lehrgängen oder Schulveranstaltungen unterwegs waren und wir kaum kontinuierlich trainieren konnten.

Welcher Spieler vollzog individuell die beste Entwicklung?
Thomas Finck: Felix Dojahn hat mich als junger Bursche aus den A-Junioren jetzt als Stammspieler schon überrascht. Er macht sein Zeug im linken Mittelfeld ordentlich.
Gerald Dorbritz: Es gibt individuell momentan keinen Spieler, den ich herausheben würde. Auch wenn ich mit Tom Buschke und Sebastian Albert zwei Jugend-Nationalspieler habe, so denke ich doch, dass sie mehr können, als sie es bislang gezeigt haben. Da sind Reserven…
Robert Roelofsen: „Max“ Rausch, der aus Warnemünde kam, hat in Italien und in der Liga eine tadellose Leistung gezeigt. Auch Kay-Uwe Pittwehn macht sich gut.

 

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