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15.01.2009 09:20 Uhr

Hansa-Trainer Eilts vom Ex-Kollegen Lisztes überzeugt

Es war am 11. August 2001. Es war der 3. Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Krisztian Lisztes gab im Trikot des SV Werder Bremen gegen seinen alten Klub VfB Stuttgart (0:0) sein Debüt im Mittelfeld. Im Team von Cheftrainer Thomas Schaaf stand damals auch ein gewisser Dieter Eilts.

Fast acht Jahre später bat nun der deutsche Europameister als Trainer des Zweitligisten F.C. Hansa Rostock den  ungarischen Nationalspieler vom ungarischen Erstligisten Rakospalotai Budapest zum fünftägigen Probetraining an die Ostsee. Anschließend sagt Eilts „Ja“ zu einer Verpflichtung des ungarischen Ex-Internationalen. Nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung wurde nun ein gemeinsamer Vertrag fixiert.

.„Wir haben die Entscheidung getroffen, Krisztian bis Saisonende an uns zu binden. Mit seiner Erfahrung kann er uns weiterhelfen und vor allem die jungen Spieler führen“, erklärte Trainer Dieter Eilts am Wochenende den Journalisten zu diesem Thema.

Auch Hansas Lizenzchef Herbert Maron hat ein gutes Gefühl bei diesem Deal: „Wenn alles passt, kann es auch eine längere Zusammenarbeit geben“.

„Ich habe mich in den Tagen sehr wohl gefühlt und habe ein gutes Gefühl. Ich möchte Hansa und Dieter Eilts gerne helfen“, sagte Lisztes nach dem 2:0-Erfolg der Rostocker gegen Schönberg. Im Testspiel wurde der offensive Mittelfeldspieler in der 63. Minute eingewechselt, machte einen guten Eindruck.

„Hansa hat eine sehr gute Mannschaft. Es wundert mich, dass sie so weit unten in der Tabelle steht. Die Qualität ist in jedem Fall da und ich bin mir sicher, dass die Mannschaft eine bessere Rückrunde spielen wird. Ich würde sehr gerne dabei helfen“, so Lisztes zu den Reportern. „Ich fühle mich sehr gut, habe nach den letzten Tagen nur schwere Beine. Ich habe fast vergessen, wie hart eine Vorbereitung in Deutschland ist.“

Krisztian bekommt in Rostock das Trikot mit der Rückennummer 8.

Listesz’ bisheriger Verein, der 1912 gegründete Verein Rakospalotai aus der Hauptstadt, ist momentan nach 15 Spielen Tabellenletzter in der ungarischen Fußballmeisterschaft. Lisztes kann als Amateurspieler ablösefrei wechseln.

Krisztian Lisztes war der Star dieser reinen mit ungarischen Spielern besetzten Mannschaft, die im dritten Jahr im Oberhaus spielt.

Wer ist Krisztian Lisztes? Der Ungar ist ein echter Budapester, wurde am 2. Juli 1976 geboren, ist als Mittelfeldspieler beidbeinig gleich perfekt und 1,78 m groß sowie 72 kg schwer. Lisztes ist mit seiner Frau Szilvia verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes.

Das Kuriosum der Familie: Krisztian Lisztes gibt es gleich zwei Mal! Ja, wie der Vater, so heißt auch der Sohnemann. Das wiederum liegt an ungarischen Traditionen in Sachen Namensgebung: Da ist es üblich, dass der Sohn den Namen des Vaters trägt. Übrigens wurden der kleine Krisztian (3), der große Krisztian und Tochter Lili (7) alle im selben Krankenhaus geboren. Familie Lisztes steht also offenbar auf Traditionen.

Neben dem Fußball hat Lisztes in Budapest bereits ein zweites Standbein: Mit Szilvia hat er in unmittelbarer Nähe des Stadions Laszlo Budai II, wo der REAC vor durchschnittlich 1500 Zuschauern seine Heimspiele austrägt, ein Cafe und Restaurant namens ‚Külvarosi’ und einem Personalbestand von 10 Leuten übernommen. In den nächsten Monaten wird seine Frau die Geschäfte dort führen.

Lisztes darf man aber auch als ein Kind der Bundesliga bezeichnen.

Von 1996 bis 2006 bestritt Krisztian Lisztes für den VfB Stuttgart, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach 206 Bundesligaspiele (20 Tore).

Die Karriere des Schwarzschopfes aus Ungarn begann einst bei Ferencvaros Budapest. (1993 bis 1996, 80 Spiele/19 Tore). Hier feierte er erste Titel: 1995 und 1996 wurde er ungarischer Meister, 1994 und 1995 ungarischer Pokalsieger. Von dort ging er 1996/1997 nach Schwaben, absolvierte dort 109 Spiele und traf zwölf Mal.

Anschließend wechselte er im Sommer 2001 an die Weser und kam bei 92 Einsätzen zu acht Toren. Hier feierte er mit den Bremern Meisterschaft und Pokalsieg. Hier erlitt er aber auch einen Kreuzbandriss, der ihn neun Monate zur Pause zwang.

Vom Norden wechselte der Ungar bei seiner dritten Bundesligastation 2005/2006 in den Westen zu Borussia Mönchengladbach, hier kam er zu fünf Pflichtspielen.

In den letzten beiden Jahren war er ohne Pflichtspiele kurzzeitig für Hajduk Split, danach ab Februar 2008 zeitweilig für seinen alten Klub Ferencvaros (11 Spiele) aktiv und schließlich seit Saisonbeginn 2008 für Rakospalotai (REAC) im Einsatz. Hier kam er in 12 Begegnungen auf drei Treffer.

Der Fußballer des Jahres von 2002 kam in 49 Länderspielen auf neun Tore und war Olympiateilnehmer 1996.

Die Idee, Lisztes eventuell an die Ostsee zu holen, hatte Dieter Eilts bereits vor Weihnachten. Damals war Lisztes allerdings leicht an der Wade verletzt, so kam es erst zum Rückrundenstart zum erfolgreichen Test. „Ich wollte nicht unbedingt noch einmal wechseln, aber bei Dieter ist das etwas anderes. Dass ich jetzt mit ihm zusammenarbeiten kann, freut mich sehr. Egal, ob erste oder zweite Liga – in Deutschland zu spielen, ist etwas ganz Besonderes.“

Hansa, Eilts  und Lisztez – das gibt es noch drei Geschichten aus der Bundesliga:

Geschichte I: Am 25. Spieltag der Saison 2002/2003 flog Lisztes gegen Hansa schon einmal vom Platz!

Geschichte II: In der höchsten deutschen Spielklasse siegte Lisztes mit Werder Bremen 2003/2004 gegen den F.C. Hansa mit Trainer Juri Schlünz 3:0. Damals erzielte der Ungar das dritte Tor und führte sein Team zur Herbstmeisterschaft…

Geschichte III: Im 390. und letzten Profispiel des heutigen Rostocker Trainers wurde Eilts in der Halbzeit ausgewechselt und Lisztes nahm seinen Platz ein…

Übrigens, es gab vor Lisztes schon einmal einen ungarischen Nationalspieler beim F.C. Hansa. Im Jahr 2005 holten die Rostocker Zsolt Löw vom FC Energie Cottbus. Heute spielt der Verteidiger beim Bundesliga-Spitzenreiter TSG Hoffenheim.

 

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