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09.05.2016 10:00 Uhr

RÜCKPASS: HANSA-GESCHICHTE(n): Hansa und die Volksfest-Gaudi

Hansa gegen Halle? Nun ja, da haben wir uns aus der turbulenten Oberligageschichte beider Mannschaften vier Partien herausgepolkt (im Sinne der Besonderheiten): Am 19. Februar 1983 führte Hansa in der 86. Minute durch Rainer Jarohs schon mit 4:2. Aber? „Ein Spiel ist erst gewonnen, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat“, fiepte Ex-Nationalspieler und Sportjournalist Rainer „Amsel“ Nachtigall. Denn der HFC traf tatsächlich noch zweimal zum 4:4. Ein Jahr später gingen die Halloren mit fliegenden Fahnen unter: statt bei den Hanseaten zu gewinnen (was möglich war: Pastors Elfmeter hielt Rostocks Axel Hauschild) verloren sie mit 2:3. Jarohs‘ spektakulärer Drehschuss ins Tordreieck verbannte die Hallenser in die Zweitklassigkeit.

Aus der kamen anno 1976 die Hanseaten hoch. Freche Jungspunde, kalt wie Hundeschnauze! Auch in Halle beim 3:1-Sieg am 25. September. Michael Mischinger (20) krönte seine überragende Mittelfeldpartie mit einem fulminanten Tor unter die Querlatte. Jörg „Eiche“ Seering (22) verwandelte einen Strafstoß im Nachschuss zum dritten Tor. Dazwischen fiel, fast einer Majestätsbeleidigung gleich, das erste Tor von Rainer Jarohs in seiner glanzvollen Oberligageschichte. Der 19-Jährige, an der Mittellinie lauernd, überlupfte den herauslaufenden HFC-Torhüter Jürgen Pahl zum 2:0 für die Hanseaten. Geschockt und irritiert zugleich: die Heroen des Hallenser Fußballs, Bernd Bransch (Olympiasieger 1976) und Hartmut Meinert (Gegenspieler von Jarohs). Dennoch stieg Hansa aus Gründen nach der Saison ab.

Elf Jahre später, als Oberliga-Aufsteiger, steuerte die Kogge wieder stramm Zweitliga-Kurs. Nach einem 0:2 in Dresden am 2. April 1988 war Oberliganeuling Hansa Tabellenletzter. Sein Spiel gegen den Mitaufsteiger HFC  bestritt er zunächst mit ungebotener Lässigkeit. Zur Halbzeit nur 1:2 (wo es schon 1:4 stehen konnte). „Wie Volksfest-Gaudi“, echauffierte sich Sportjournalist Günter Simon über das Spiel der Hanseaten. Doch die drehten sich: Angetrieben vom überragenden Wunderlich trafen Wahl, Schlünz und zweimal Röhrich zum 5:2. Der wichtigste Sieg seiner Zeit, aller Zeiten!

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