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23.01.2009 14:55 Uhr

Hat der Pokal doch seine eigenen Gesetze?

Wenn für den F.C. Hansa am Mittwoch das Pokal-Achtelfinale auf dem Programm steht, reist er als klarer Außenseiter zum VfL Wolfsburg. Doch nicht nur die Tatsache, dass ein aktueller UEFA-Cup-Teilnehmer einen abstiegsgefährdeten Zweitligisten empfängt, scheint die Rollen klar zu verteilen. Auch die aktuellen Ergebnisse in den jeweiligen Ligen machen deutlich, dass die Leistungsunterschiede krasser eigentlich kaum sein können. Während sich die Wolfsburger in der höchsten Spielklasse nur beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt einen halben Ausrutscher erlaubten und ihre anderen sieben Heimspiele mit einem Torverhältnis von 21:4 ausnahmslos gewannen, konnte der F.C. Hansa selbst in der 2.Bundesliga noch kein einziges Auswärtsspiel gewinnen! Nur drei Punkte in Form von Unentschieden stehen auf der Habenseite, während die sechs Niederlagen mit einem Gesamttorverhältnis von 2:18 eine deutliche Sprache über die Auswärtsschwäche der Hanseaten sprechen.

Hinzu kommt, dass Wolfsburg für den F.C. Hansa auch in der Vergangenheit kein erfolgreiches Pflaster war. Der bislang einzige Auswärtssieg, der 1:0 Erfolg vom 1. Oktober 1994, liegt mehr als 14 Jahre zurück. Und auch der letzte Punktgewinn, das 1:1 am 19. Februar 1999, jährt sich demnächst zum zehnten Mal. Seither kassierte man sieben Niederlagen mit insgesamt 2:17 Toren, was gleichzeitig bedeutet, dass die Hanseaten auch bei ihren bislang drei Auftritten in der neuen Volkswagen-Arena immer leer ausgegangen sind.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Negativserie nun ausgerechnet am kommenden Mittwoch reißt, ist sicherlich nicht allzu groß. Oder hat der Pokal doch seine eigenen Gesetze? Immerhin konnte der F.C. Hansa in den bisherigen beiden Runden des DFB-Pokals Auswärtssiege feiern, setzte sich nach dem 2:0 Erfolg in Kiel sogar bei einem Erstligisten durch, eliminierte Eintracht Frankfurt mit einem 2:1 nach Verlängerung sogar in dessen Commerzbank-Arena. Und auch die Pokalstatistik der Hanseaten gegen den VfL Wolfsburg wartet noch nicht mit Negativerlebnissen auf, wenn auch nur mangels bisheriger Vergleiche.

Allerdings haben sich die „Wölfe“ auch im laufenden Pokalwettbewerb als sehr torhungrig präsentiert. Auf dem Weg in das Achtelfinale wurden in überzeugender Manier mit dem FC Heidenheim (3:0) und dem FC Oberneuland (7:0) zwei Regionalligisten ausgeschaltet. Und selbst bei ihren Pokal-Auftritten auf internationaler Bühne wussten die Wolfsburger zu überzeugen. Nachdem sie sich in der ersten Runde durch ein 1:0 und ein 1:1 gegen Rapid Bukarest für die Gruppenphase qualifiziert hatten, ließen die Niedersachsen auch dort die Konkurrenz aus Holland, Portugal, England und Italien hinter sich. Mit torreichen Siegen gegen den SC Heerenveen (5:1), beim SC Braga (3:2) und gegen den FC Portsmouth (3:2) bereits vorzeitig für die nächste Runde qualifiziert, verteidigten ihre Tabellenführung auch am letzten Spieltag mit einem 2:2 beim AC Mailand.

Damit konnten die Wolfsburger dann in der Winterpause auch noch wieder in zusätzliches Personal investieren. Rund 2,5 Millionen Euro Ablöse überwiesen sie nach Japan, damit der 33fache Nationalspieler Yoshito Okubo zu den Grün-Weißen wechselt. Der 26jährige Stürmer, der von Vissel Kobe kommt, aber auch schon beim RCD Mallorca spielte, unterschrieb Anfang Januar einen Vertrag bis 2011. Und sogar bis 2013 band sich wenig später der 22jährige Abwehrspieler Peter Pekarik an den VfL Wolfsburg, wohin er vom MSK Zilina wechselte. Den sechsfachen slowakischen Nationalspieler sollen sich die Niedersachsen rund eine Million Euro kosten lassen haben. Doch wie sagt man so schön: Geld allein schießt noch keine Tore! Lassen wir uns also am kommenden Mittwoch ab 20.30 Uhr in der Volkswagen-Arena überraschen ...

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