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03.12.2007 09:05 Uhr

Herr Wächter, was halten Sie vom Einheitsball?

Die Bundesliga diskutiert vor der Fußball-Saison 2009/2010 ein heißes Thema. Soll in der Beletage des deutschen Profifußballs mit einem Einheitsball gespielt werden wie bei den großen Turnieren, wo bei Olympia, WM und EM auf die Produkte der Firma Adidas zurückgegriffen wird?

Der „Kaiser“, Franz Beckenbauer, hat sich für den Einsatz eines solchen einheitlichen Balls in der Bundesliga schon ausgesprochen. Sein Argument: „Die Bedingungen wären dann überall und für jeden gleich. Die Spieler hätten keine Ausreden mehr", sagte Beckenbauer. „Auch für das Erscheinungsbild der Liga würde ich es begrüßen. Bei der WM und der EM wird ja auch mit einem einheitlichen Ball gespielt."

Die Lage der Liga momentan:  Derzeit kann jeder Bundesligaklub bei seinen Heimspielen auf ein Spielgerät seines jeweiligen Sponsors bzw. Ausrüsters zurückgreifen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) könnte durch den Abschluss mit einem Generalausstatter womöglich sogar auch weitere Einnahmen erzielen. „Wir sind im August von den 36 Vereinen der ersten und zweiten Liga beauftragt worden, als Liga-Verband federführend die Verhandlungen aufzunehmen“, erklärte DFL-Pressesprecher Christian Pfennig zu diesem Thema.
Der Einheitsball soll bei allen Spielen der ersten und zweiten Bundesliga zum Einsatz kommen. Es wäre aber auch möglich, dass ein Hersteller den Ball nur in der ersten oder nur in der zweiten Liga stellt.

In einigen großen europäischen Fußball-Ländern ist das Thema längst durch: Adidas bezahlt pro Saison rund 4,5 Millionen Euro, damit der Ball aus dem Haus mit den drei Streifen in der italienischen Serie A übers Feld fliegt. Konkurrent Nike hat sich für knapp 7,5 Millionen Euro die Ballrechte an der englischen Premier League gesichert. Auch Spanien hat den Einheitsball.  In den Niederlanden setzten sich die Fußballer – bis auf drei Vereine, die anderweitig unter Vertrag stehen - als Verfechter von Derby-Star durch.
Der Kampf um den Auftrag um den Einheitsball auf deutschem Boden ist in vollem Gange.
Bislang kicken die Profis des deutschen Erstliga-Fußballs mit neun verschiedenen Modellen von acht Firmen: Adidas, Puma, Nike, Derby Star, Diadora, Molten, Jako und Uhlsport.
Marktführer ist einstweilen Adidas mit sechs Teams vor Derbystar mit drei Vereinen und Nike mit zwei Mannschaften.

Die Fußballer des F.C. Hansa setzten dabei seit der Wende und damit seit ihrem ersten Bundesliga-Tag auf die Marke Adidas aus Herzogenaurach. Während die Ausrüstermarke mehrmals gewechselt wurde, kamen die Bälle kamen immer aus Franken, immer von Adidas.
Die Torhüter haben gegen die Vielfalt der benutzten Bälle in letzter Zeit immer mehr Front gemacht. Mit Ausnahme von Tim Wiese aus Bremen forderten die Keeper in einer Umfrage geschlossen einen Einheitsball. „Alles andere ist fast eine Form von Wettbewerbsverzerrung", moniert Energie-Keeper Tomislav Piplica aus Cottbus.“ „Die Bälle sind unberechenbar, weil sie fast ausnahmslos aus Kunststoff bestehen", kritisiert Bayern-Torhüter Oliver Kahn.
Vor allem die Adidas AG ist daran interessiert, künftig den Bundesliga-Einheitsball zu stellen. „Prinzipiell ist es für uns eine interessante Sache", sagte Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer in einem Interview. Aber auch ein Nike-Sprecher nennt den Einheitsball eine „interessante Option“. Auch Derby-Star rechnet sich auf Grund der eigenen Ball-Qualität Chancen wie in Holland aus.

Der Ball ist für die Sportartikelhersteller in aller Welt bislang ein einträgliches Geschäft. Vom WM-Modell „Teamgeist" hat Adidas allein 15 Millionen Stück verkauft, je nach Ausführung zu einem Preis zwischen 6 und 120 Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Adidas hat entsprechende Verträge unter anderem mit dem Weltfußballverband FIFA.
Wird die Deutsche Fußball-Liga sich also in Zukunft wirklich auf einen Ball verständigen? Wir baten Hansa-Torwart Stefan Wächter zu diesem Thema um ein Interview.

Herr Wächter, können Sie sich noch an Ihren ersten Fußball erinnern?
Stefan Wächter: Ja. Das war ein Tango-Ball aus Leder. Ich war stolz wie Oskar, denn nicht viele Jungs in meinem Alter hatten so ein Ding bei uns im Ruhrpott. Es war ein Geschenk meiner Eltern oder Großeltern.

 

Welcher Ball-Typ ist Ihr bester Freund, genäht wie bei Derby-Star oder geklebt wie bei Adidas, aus Leder oder Kunststoff?
Stefan Wächter: Ganz klar die Bälle aus Leder, die flattern nicht so.

 

Welcher Ball liegt Ihnen gar nicht?
Stefan Wächter: Die, die extrem flattern bzw. so schwer wie Kanonenkugeln sind.

 

Hansa spielt mit dem Adidas-Ball. Wie gut ist der?
Stefan Wächter: Man hat im Prinzip eine sehr gute Ballkontrolle, er ist auch präzise beim Abschlag. Aber jeder Schuss auf mich ist ein Flatterball. Also schwer berechenbar. Bei Nässe ist er auch sehr glatt.

 

Können Sie mal die Bälle für die Zuschauer vergleichen?
Stefan Wächter: Der Nike-Ball flattert auch, aber nicht so stark. Der Derby-Star ist ein Klassiker. Der Puma ein Mittelding aus allem. Den Jako find ich gut. Das ist ein sehr griffiger Ball, flattert kaum. Molten und Diadora sind hart wie Kanonenkugeln. Der Uhlsport auch sehr schwer.

 

Was halten Sie persönlich von einem Einheitsball?
Stefan Wächter: Ich würde es begrüßen, weil die permanenten Umstellungen wegfallen. 

 

Müssen Torhüter heute mehr Fähigkeiten als früher mitbringen? Früher reichte es, Bälle zu fangen. Und heute: Flatterbälle parieren, neue Regeln beachten, als Libero und Aufbauspieler agieren…
Stefan Wächter: Klares Ja. Die Anforderungen an uns Torhüter sind größer als früher. Von der Rückpass-Regel bis hin zu Veränderungen der Ball-Qualität und dem Mitspielen.

 

Momentan spielt die Liga mit neun verschiedenen Bällen von acht Firmen. Ist es nervig, sich jede Woche umzustellen. Wie bereiten Sie sich da auf ein Spiel vor?
Stefan Wächter: Die Heimspiele sind kein Problem. Wir trainieren die Woche über mit dem Adidas-Ball „Teamgeist“. Vor den Auswärtsspielen wechseln wir ab Sonntag auf die Marke des Gastgebers. Der Verein hat für diesen  Fall von jeder Sorte zehn Bälle des jeweiligen Gegners gekauft, die stehen uns als Torhüter und Feldspieler ständig zur Verfügung.

 

Wie ist das heutzutage mit den so genannten Flatterbällen, ruinieren Sie den Ruf der Keeper?
Stefan Wächter: Die Flatterbälle haben zweifelsfrei auch eine Torwart-Diskussion in  Deutschland befördert.

 

Die Zahl der Fernschuss-Tore ist in den vergangenen zehn Jahren um 7 Prozent gestiegen. Sehen Sie da einen  Grund für?
Stefan Wächter: Eindeutig liegt das an den Bällen.

 

Wie wichtig sind denn heute die Handschuhe, um sich vor Fangfehlern zu schützen?
Stefan Wächter: Die Zeit ohne Handschuh ist vorbei, 1974 hat letztmals bei einer WM ein Torwart keine Handschuhe getragen. Mein Ausrüster Puma tut alles, um mich optimal aufs Spiel vorzubereiten. Da gibt es sogar extra eine Schneiderin. So ein Handschuh ist schon eine wichtige Unterstützung bei der Abwehr der Bälle.

 

Petr Czech von Chelsea London spielt mit Kopfschutz. Rene Adler von Bayer Leverkusen spielt inzwischen mit einem Unterleibs-Schutz. Ist es gefährlicher geworden, Torhüter zu sein, brauchen bald alle Keeper solche Schutzmittel?
Stefan Wächter: Aus meiner Sicht lebt ein Torwart nicht gefährlicher als ein Feldspieler.

 

Wie lautet Ihre persönliche Bilanz nach einem Drittel der Bundesliga-Saison in Rostock?
Stefan Wächter: Ich sehe Luft nach oben. Aber ich bin sowie nie mit mir zufrieden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich mit diesem Wechsel alles richtig gemacht habe. Nach einigen Anfangsproblemen, die ich auf Grund von wenig Spielpraxis hatte, läuft es nicht schlecht. Ich habe jedenfalls noch keine Minute bereut, nach Rostock gegangen zu sein.


Die Eigenschaften der Torwart-Handschuhe von Stefan Wächter:
• Oberhand: Geprägtes Latex, Mesh Schaft, Silikon
• Innenhand: 4mm Ultimate Latex
• Handgelenksschutz aus Latex, Manschette verschließbar durch einen Klettverschluss
• Puma Finger Protection (PFP): Die PUMA PFP Technologie wurde entwickelt, um Torhüter vor Verletzungen zu schützen, die durch die Aufprallwucht des Balles verursacht werden können. Der biomechanisch erprobte Fingerschutz arretiert bei einem Winkel von 180° und verhindert so das Umknicken der Finger nach hinten. Das Risiko einer Hand- oder Fingerverletzung wird somit konsequent reduziert. Um dennoch individuelle Flexibilität und Bewegungsfreiheit zu gewährleisten, sind alle Sticks einzeln entnehmbar. Den individuellen Ansprüchen des Torhüters wird somit Rechnung getragen. Die Stäbe des PFP befinden sich in speziell entwickelten, aus stoßabsorbierendem Material gefertigten Tunneln. Dies bietet dem Torhüter optimale Polsterung für seine Hände
• Ergonomic Cut: Ergonomisch geschnittener Handschuh
• Die PFP-Sticks befinden sich in speziell entwickelten, gepolsterten Tunneln und sind durch einen Reißverschluss entfernbar
• Anatomic Flex: Der speziell abgestimmte ergonomische Schnitt, der der Hand des Torhüters angepasst ist, garantiert optimale Bewegungsfreiheit für diese Schlüsselkomponente
• Anatomic Support: Der anatomisch geformte Riegel mit individuell einstellbarem Klettverschlussband bietet zusätzliche Unterstützung und Schutz. Gleichzeitig sind optimale Ballkontrolle und Handhabung gewährleistet

 

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