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29.09.2016 07:41 Uhr

„Hille“ Weilandt, der stille Dirigent

Heute feiert Hilmar Weilandt seinen 50. Geburtstag. Zu Spielerzeiten war „Hille“ einer für die Galerie. Ein Ästhet am Ball.

Wo andere schwer die Beine hoben, jonglierte Hilmar gekonnt mit dem Ball. 1972 begann „Hille“ seine Fußballerkarriere bei KKW Greifswald. Ein schmächtiger Jüngling inmitten kantiger Brocken. Da nicht unterzugehen bedurfte es ausgefeilter Technik am Ball. Weilandt besaß und vervollkommnete sie. Als 14-Jähriger kam er zum F.C. Hansa. Ein Talent von vielen im großen Nachwuchsbecken des Vereins, dessen Arbeit mit den aufstrebenden Hoffnungen zu den besten im DDR-Fußball zählte. Vor „Hilles“ Eintritt in die höchste Spielklasse baute sich allerdings eine Nomenklatur als große Hürde auf: Mischinger, Schulz, Schlünz - allesamt Klassespieler mit Auswahlformat. Doch bei Hansas letzter Tingeltour 1986/87 durch die DDR-Liga mit Vereinen aus Ludwigsfelde, Prenzlau oder Guben war „Hille“ mit dabei.

Der Weg über die Chausseen führte ihn wie selbstverständlich zum Stammplatz im Verein. 1989, der Club hatte gerade seine beste Saison (Platz 4 und EC-Teilnahme) absolviert, nahm der gerade frisch bestallte DDR-Auswahltrainer Eduard „Ede“ Geyer (als Spieler einst vom Typ der groben Maloche) auch den jungen Rostocker ins Visier. Zwei Auswahlspiele in Kuweit im Januar 1990 (gegen Frankreich beim 0:3 für acht Minuten, beim 2:1 gegen Kuweit über die volle Spielzeit) waren letztlich zwar nur für die Chronik, aber immerhin: Weilandt war Nationalspieler und verdient obendrein.

Der Clou schlechthin: „Hille“ wurde 1991 mit Hansa erstmals Meister und Pokalsieger. Ruhmreiche Rostocker Heroen hatten sich in der Vergangenheit vergeblich an diesen Erfolgen versucht – als niemand damit rechnete schlugen die Hanseaten eiskalt zu und „Hille“ war dabei. Ein Ästhet am Ball, sowohl in dem Intermezzo Bundesliga (91/92) als auch in den Jahren der Zweitklassigkeit. Ein Mann gänzlich ohne Allüren, ein stiller Dirigent. Und prompt, als ob es diese Gesetzmäßigkeit im Fußball überhaupt gäbe, reüssierte „Hille“ im gesetzten Alter als Abwehrchef. Die Fußballgeschichte kennt unzählige Belege, wo sich Ballvirtuosen hinter die Haudraufs ihrer Branche einreihen um einem kultivierten Spiel das Gepräge zu geben. Trainer Frank „Pagel“ Pagelsdorf wusste in Hansas furiosen Bundesligajahren diesen „Hille“-Trumpf zu setzen. Nach 405 Pflichtspielen für Hansa (Platz 2 in der „ewigen Bestenliste“) beendete Hilmar Weilandt im Mai 2002 seine aktive Laufbahn.

Kein Zweifel – und „Hilles“ Engagement später bei den Alten Herren im Verein illustrierte es einmal mehr nachdrücklich – Hilmar Weilandt gehört zu den unvergessenen Protagonisten des Rostocker Fußballs!

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