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22.11.2006 10:50 Uhr

4:4 – so was gab es mal bei den Amateuren von BB

Der Satz war knallhart und superehrlich: „Wenn der Trainer mich fünf Minuten früher in Karlsruhe ausgewechselt hätte, wären wir noch als Sieger vom Platz gegangen…“ Cheftrainer Frank Pagelsdorf lachte über diese Aussage von Kapitän Stefan Beinlich: „Typisch Paule…“

Nach dem Spiel in Baden und vor dem Freitag-Match zu Hause gegen Rot-Weiss Essen (Anstoß 18 Uhr) sprach Hansa-Online mit Stefan Beinlich über die aktuellen Ereignisse.

 

Stefan, haben Sie so ein 4:4 wie in Karlsruhe schon einmal in Ihrer Karriere erlebt?

Stefan Beinlich: Ehrlich, ich spiele 15 Jahre im Profifußball, aber weder in England noch in der Bundesliga habe ich so etwas durchgemacht. Aber bei den Amateuren von Bergmann-Borsig ist mir so ein 4:4 mit 0:3 Rückstand im Sinn. Damals erzielte der Ex-Hanseat Maik Bullerjahn für Greifswald drei Dinger gegen uns, damals lautete die Reihenfolge der Tore: 0:3, 3:3, 3:4, 4:4…

 

Wie schwer ist es nach so einem 4:4 nun, sich gegen Essen neu zu konzentrieren?

Stefan Beinlich: Diese Liga fordert von jedem Spieler in jedem Spiel 100 Prozent Konzentration. Es ist also überhaupt nicht schwer, vom Montag bis Freitag zu kompensieren und den Gegner anzunehmen. Man kann in dieser Liga nicht ruhiger treten. Auch wenn Essen am Freitag zwei wichtige Spieler fehlen, wir müssen total aufpassen.

 

Wird das ein Problem?

Stefan Beinlich: Nein, wir sind körperlich in glänzender Verfassung. Das passt schon.

 

Sie meinten nach dem Spiel beim KSC, der Punktgewinn sei ein Sieg der Moral gewesen…

Stefan Beinlich: Ja, so war es. Wir waren spielerisch am Anfang nicht gut, haben taktische Fehler gemacht. Wir können besser auftreten, besser spielen, besser kämpfen. All dies haben wir aber erst später gezeigt. Trotz 0:3 und 1:4 sind wir nicht abgeschmiert, haben im 13. Spiel nicht verloren. Als wir aus Karlsruhe zurückkamen, habe ich von Leuten im Radio gehört, was sie während der Übertragung nach 30 Minuten alles angestellt haben. Da haben einige lieber ein Buch gelesen oder sind schlafen gegangen. Wir auf dem Platz lagen nach 30 Minuten 0:3 zurück und konnten nicht weg, mussten das Dilemma ausbaden. Da konnte keiner abhauen, jeder musste sein Gesicht wahren. Wie wir das dann gemacht haben, das war wirklich eine Klasse für sich, da haben wir gezeigt, dass wir sind eine Einheit, eine Mannschaft sind.

 

Ist dieses 4:4 mit dem 2:2 in Köln vergleichbar?

Stefan Beinlich: Nein, überhaupt nicht. In Köln haben wir ja viel besser gespielt, guten Fußball gezeigt. Das konnte man in Karlsruhe ja nicht sagen. Da gab es berechtigte Kritik.

 

Was schätzen Sie als Kapitän an der Mannschaft?

Stefan Beinlich: Sie hat Gesicht, Geist und Charakter! Die Mischung der Truppe stimmt, sie ist lernfähig und geduldig, hungrig und erfolgsbesessen.

 

Haben Sie das so erwartet?

Stefan Beinlich: Ich hatte vom ersten Tag an ein gutes Gefühl. Und ich glaube ganz sicher, wir haben das Ende der Fahnenstange mit dieser Mannschaft noch nicht erreicht.

 

Wie beurteilen Sie dabei Cheftrainer Frank Pagelsdorf?

Stefan Beinlich: Er ist ein ganz wichtiger Teil dieses Vereins und dieser Mannschaft. Er hat jetzt sein Team zusammen, er hat mit uns nach seinen Trainingsplänen eine Saison gearbeitet. Er hat seine Mannschaft nicht zusammengewürfelt sondern sehr intelligent zusammengestellt. Der Lohn ist für ihn eine funktionierende Mannschaft.

 

Fühlen Sie sich bestätigt, den Wechsel von Hamburg nach Rostock gemacht zu haben?

Stefan Beinlich: Absolut. Ich habe alles richtig gemacht, meine Einschätzungen haben sich bestätigt. Es passt. Es macht Spaß, hier kann sich etwas entwickeln. Aber wir müssen dafür immer unsere Kräfte bündeln.

 

Die Leute hier sind nach dem bisherigen Saisonverlauf und dem Karlsruhe-Spiel richtig euphorisch?

Stefan Beinlich: Sie können das und sie sollen es sein. Aber wir müssen schön auf dem Teppich bleiben.

 

Was erwarten Sie von der Partie gegen Essen?

Stefan Beinlich: Niemand kommt nach Rostock, um Hurra-Fußball zu spielen. So ein Spiel wie gegen Braunschweig wird es auch kaum wieder geben. Es wird so werden wie gegen Mannschaft der Kategorie Jena und Offenbach. Das geht es Spitz auf Knopf. Essen wird aus einer kompakten Defensive spielen. Die müssen wir aushebeln.

 


Dank für das Gespräch und viel Erfolg.

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