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19.12.2008 13:51 Uhr

Im Weihnachtsurlaub zur Faustball-WM

Mit dem heutigen letzten Schultag beginnt auch für die A-Junioren des F.C. Hansa die Winterpause, in der sich viele Nachwuchs-Akteure natürlich in den Weihnachtsurlaub zu ihren Eltern verabschieden. Die weiteste Reise hat dabei Mittelfeldspieler Manfred Starke zurückzulegen, denn er wird zehn Stunden im Flugzeug sitzen, bis die Maschine in seiner Heimatstadt landet: In Windhoek, der Hauptstadt Namibias.

Dort wurde Manfred, der die namibische und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, am 21. Februar 1991 auch geboren, nachdem sein Urgroßvater einst von Deutschland an die Südwestküste Afrikas ausgewandert war. Manfred spricht zwar auch Englisch und Afrikaans, doch sowohl in der Familie als auch in der Schule wurde Deutsch gesprochen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Sohn eines deutschen Vaters und einer holländischen Mutter als Siebenjähriger begann, in der Schulmannschaft Fußball zu spielen. Und vier Jahre später startete er parallel dazu auch noch eine Karriere in einer anderen Sportart, die ihre Wurzeln einst in Deutschland hatte: Faustball.

Im Jahre 2004 sollte es dann zu einschneidenden Veränderungen im Lebens des Manfred Starke kommen. Ex-Hansa-Coach Heinz Werner weilte zur Trainerausbildung in Namibia und bei ihm machte auch Vater Richard Starke, der von Anfang an auch Manfreds Trainer war, seinen B-Schein. Und als im Praxistest die Schulmannschaft vor den Augen Heinz Werners ihr Können demonstrierte, fiel dem deutschen Trainer das Können des seinerzeit 13jährigen Manfred auf. Er vermittelte ihn nach Rostock, wo er erfolgreich ein Probetraining absolvierte. Und da es auch Manfreds Wunsch war, hatten seine Eltern, die in Windhoek eine Firma für Klimaanlagen betreiben, schließlich nichts dagegen, dass es ihren Sohn in die Ferne zog: In das Internat des F.C. Hansa.

Seit den C-Junioren trägt er – abgesehen von einem kurzen Abstecher zum FSV Bentwisch – nun das Hansa-Trikot. Faustball spielt er eigentlich nur noch, wenn er zweimal im Jahr in den Urlaub zu seinen Eltern fährt. Doch viel verlernt hat er scheinbar noch nicht, denn als im Sommer 2008 die namibische U18-Nationalmannschaft im Faustball neu formiert wurde, gehörte Manfred immer noch zu den besten Faustballern seiner Altersklasse. Was darin gipfelte, dass er sogar für die U18-WM nominiert wurde, die nun vom 1. bis 4. Januar 2009 in Namibia stattfinden wird. Neben dem Gastgeberland und Titelverteidiger Deutschland nehmen mit der Schweiz, Österreich, Brasilien und Chile insgesamt sechs Teams an dieser Weltmeisterschaft teil.

Seine Mannschaft sieht Manfred nur als Außenseiter, hofft allerdings, dass die klimatischen Bedingungen vor Ort für einen Heimvorteil sorgen werden. Auch wenn sie für ihn selbst eine ähnliche Umstellung bedeuten wie für die drei teilnehmenden europäischen Teams. Ein paar Tage zur Akklimatisierung bleiben Manfred allerdings noch, denn die Vorbereitung auf das Turnier findet ja bereits unter der Hitze Namibias statt. Wie auch das Weihnachtsfest, dass trotz der hochsommerlichen Temperaturen bei Familie Starke ähnlich gefeiert wird wie bei uns in Deutschland. Und vielleicht gibt es wenig später für den inzwischen 17jährigen Manfred ja auch noch ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk: Ein gutes Abschneiden bei der U18-WM im Faustball.

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