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09.04.2009 12:02 Uhr

Interview mit Neuzugang Enrico Neitzel - „F.C. Hansa ist eine Herzenssache“

Der erste Neuzugang des F.C. Hansa Rostock für die Saison 2009/2010 ist perfekt: Enrico Neitzel (31),  der am Osterwochenende seinen 32. Geburtstag feiert, unterschrieb bei den Hanseaten für zwei Jahre einen Vertrag bis 2011. Neitzel wurde am 11. April 1977 im mecklenburgischen Wolgast geboren, ist 1,83 m groß und 80 kg schwer, hat mit seiner Frau Nancy zwei Kinder (Colin, Shawner). Der Stürmer begann bei der ISG Schwerin mit dem Fußball spielen, wurde im Jugendalter zum 1.FC Magdeburg delegiert, kehrte später aber zum Schweriner SC zurück. Im Männerbereich spielte der Mittelstürmer für den 1.FSV Schwerin, 1.FC Lok Stendal, FC Schönberg 95, FC Rot-Weiß Erfurt und VfB Lübeck, bevor er 2007 nach Emden wechselte. Dort bestritt er in der aktuellen Drittliga-Saison bislang 27 Punktspiele und ist mit 10 Saisontreffern bester Torschütze der Kickers.

Enrico, wann hat sich der F.C. Hansa das erste Mal bei Ihnen gemeldet?
Neitzel: Vor vierzehn Tagen haben Trainer Andreas Zachhuber und Manager René Rydlewicz erstmals angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, nach Rostock zu wechseln.

Mussten Sie lange überlegen, zu unterschreiben?
Neitzel: Nein. Ich es war von Kindesbeinen eigentlich mein Ziel, für den höchsten Klub in Mecklenburg-Vorpommern zu spielen. Aber irgendwie hat es nie geklappt. Umso mehr freue ich mich, jetzt mit fast 32 Jahren von Emden nach Rostock zu gehen.

Es ist erstaunlich, dass Ihr Weg Sie nie vorher nach Rostock führte?
Neitzel: Ich war ja auf der Sportschule in Schwerin und das war im damaligen DDR-Sportsystem ein Einzugsgebiet des 1. FC Magdeburg.

Wem haben Sie denn als Kind die Daumen gedrückt?
Neitzel: Bevor Hansa in die Beletage des deutschen Fußballs aufstieg, also zu einer Zeit, da Hansa noch in der DDR-Liga spielte, war ich Fan von Bayern München und Dynamo Dresden. Aber ein Herz hatte ich für Hansa auch.

Welche Kontakte hatten Sie denn überhaupt zu Rostockern?
Neitzel: Na ja, als Schweriner hat man natürlich pausenlos gegen die Hanseaten gespielt. Später war ich mit Björn Laars befreundet. Der heutige Hansa-Nachwuchstrainer Jürgen Decker war in Schönberg vier Jahre mein Trainer und unser damaliger Präsident Herr Blaumann ist heute mit der Firma Palmberg Sponsor des Vereins.

Mit welchen Gefühlen werden Sie Ihren Dienst im Sommer in Rostock antreten?
Neitzel: Mit der Verpflichtung habe ich einen kleinen Umweg hinter mir. Spaß beiseite. Ich freue mich, dass ich im Herbst meiner Karriere das Hemd mit der Kogge tragen darf. Ich werde mit viel Begeisterung und Leidenschaft angreifen. Ich will spielen, ich will einen Stammplatz, in möchte 2. Liga spielen.

Dafür müssen Sie jetzt aber bei jedem Spiel mitzittern?
Neitzel: Klar, das tue ich. Ich glaube auch fest an den Klassenerhalt der jetzigen Mannschaft.

An welche Höhepunkte Ihrer Karriere erinnern Sie sich denn besonders gerne?
Neitzel: Natürlich an die 2. Liga mit Erfurt. Natürlich an meine 100 Tore in vier Jahren Schönberg, natürlich an die DFB-Pokalspiele in Schönberg gegen Bayern, den HSV und Stuttgart und die drei Landespokalsiege unter Jürgen Decker.

Welchen Stellenwert glauben Sie, hat der F.C. Hansa heute in Mecklenburg?
Neitzel: Auch wenn ich noch in Emden wohne, ich merke, Hansa ist ein Aushängeschild des Nordens, ein Leuchtturm von Mecklenburg-Vorpommern. Die Leute lieben den Verein, sind stolz, dass er nie in die 3. Liga abrutsche, weder im Osten noch im Westen. Ich hoffe, es bleibt so. Und ich drücke fest die Daumen.

Eine Frage zu den Kickers: Warum fehlen Sie momentan in der Mannschaftsaufstellung, obwohl Sie bester Torschütze sind?
Neitzel: Vor 14 Tagen gegen Unterhaching, habe ich mir leider einen Muskelfaserriss zu gezogen. So muss ich noch eine oder zwei Wochen pausieren. Dann greife ich mit Elan wieder an, Tore zu machen. Ich werde für die Kickers bis zum Ende alles geben und dann beruhigt nach Rostock in einen neuen sportlichen Lebensabschnitt wechseln.

Sind Sie nach 31 Jahren zufrieden, mit dem was Sie als Spieler erreicht haben?
Neitzel: Ich hatte immer hohe Ziele und mit der 2. Liga habe ich erreicht, was ich mindestens schaffen wollte. Aber jetzt habe ich noch einiges mit dem F.C. Hansa vor – Hansa wird für mich zur Herzenssache!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft

 

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