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11.12.2007 13:39 Uhr

Jörg Hahnel - Bundesliga-Debüt mit 25 Jahren

Hansa-Torwart Jörg Hahnel (25) ist seit acht Jahren Profi, bestritt 18 Regional-Ligaspiele, machte 36 Zweitliga-Begegnungen, bestritt vor zweieinhalb Jahren für Erzgebirge Aue (3:1 in Fürth) sein letztes Pflichtspiel - nach acht Jahren als Profi. Vor eineinhalb Jahren kam „Jockel“ aus dem Erzgebirge an die Küste, wartete hinter den Kollegen Mathias Schober und Stefan Wächter auf seine Chance als Nummer 1. Am Sonntag war es so weit: Durch den schweren Infekt von Stammkeeper Wächter bereitete sich der Erzgebirgler fünf Tage auf sein erstes Bundesliga-Spiel in Leverkusen vor. Trainer Frank Pagelsdorf vertraute Hahnel problemlos. Im Match gegen Bayer Leverkusen kassierte „Jockel“ mit dem F.C. Hansa eine 0:3-Schlappe.

Hansa-Online  sprach nach dem Debüt mit 25 Jahren mit dem Torwart.

 

Der Kicker hat Sie mit 3,5, die BILD mit 5 benotet. Wie bewerten Sie sich selbst?
Hahnel: Bei einer 0:3-Niederlage ist man zuerst natürlich enttäuscht. Da zählt die eigene Leistung gar nicht. Ich hatte nicht viel zu tun, aber drei Gegentore bekommen. Das ist schon bitter und traurig. So hatte ich mir mein Debüt in der Bundesliga nicht vorgestellt.

Sie haben lange gar nicht im Tor gestanden. Nun haben Sie innerhalb von vier Tagen gegen Herthas Amateure und gegen Leverkusen zweimal drei Tore kassiert…
Hahnel: Ja, das ist schon bitter. Aber so ist das Leben.

Der Verein hat Ihnen einen neuen Vertrag angeboten. Wie sehen Sie das?
Hahnel: Ich bin gerne nach Rostock gekommen. Ich habe hier viel gelernt. Aber ich habe auch wenig gespielt. Ich weiß, Hansa möchte mich halten. Mehr gibt es momentan nicht dazu zu sagen.

Sie haben gesagt, Sie möchten auch gegen Bochum im Kasten stehen?
Hahnel: Ich will schon seit 2005 im Tor stehen, deshalb bin ich nach Rostock gekommen. Bisher hat es nicht geklappt. Aber ich kämpfe weiter um meine Chance. Alles andere entscheidet der Trainer…

Vor dem 0:3 haben Sie fast einen Platzverweis riskiert. Sind Sie deshalb so vorsichtig aus dem Tor?
Hahnel: Genau. Ich wollte dieses Risiko nicht eingehen.

Wer wäre im Ernstfall Ihr Vertreter gewesen?
Hahnel: Unser Torwart-Trainer Perry Bräutigam war mit 44 Jahren auf dem Spielberichtsbogen eingetragen!

Wie schwer ist es, immer nur Zweiter im Tor zu sein?
Hahnel: Das Problem, ist die Spannkraft zu halten. Du sitzt und wartest immer und musst doch auch immer so fit und auf der Höhe sein, dass es sofort losgehen kann.

Trotz der Wartezeit hat man von Ihnen nie ein böses Wort hinter dem Rücken der Kollegen gehört. Ist das nicht schwer?
Hahnel: Klar beißt man manchmal ins Kissen – vor Enttäuschung. Aber diese Kollegialität meinen Kollegen gegenüber ist mir wichtig. Nun kämpfe ich weiter um meine Chance. Das Spiel hat mir wieder Mut gemacht, neu anzugreifen. Es war in Aue wie in Rostock immer so, dass ich gute Jungs und eine tolle Truppe um mich hatte. Dies hat mir einiges erleichtert. Der Aufstieg in die Bundesliga war so ein sehr schönes Erlebnis, welches man nicht vergisst. Ich kann mich wirklich ehrlich über Erfolge meiner Kameraden freuen. Besonders natürlich über Tore meines Kumpels Enrico Kern. Aber meine Karriere habe ich eigentlich jetzt vor mir. Mit fast 26 Jahren…

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