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30.01.2012 12:10 Uhr

Jugend forsch(t) - Eigengewächse im Fokus

1998 wurde bei Hansa Rostock eines der ersten Jugendinternate in Deutschland eröffnet. Nach den letzten, stürmischen Jahren an der Ostsee ist die Jugendarbeit ein Segen. Forsche Töne sind von Seiten der jungen Talente zwar nicht zu hören. Doch der Kader ist gespickt mit jungen, hungrigen Spielern, die über Jahre hinweg neben der sportlichen die schulische Ausbildung im Rahmen des hanseatischen Ausbildungskonzepts genossen haben. Der DFB hat das Nachwuchsleistungszentrum des F.C. Hansa Rostock letztes Jahr mit drei Sternen ausgezeichnet - Belohnung und Bestätigung der Arbeit im Jugend-Bereich zugleich. Der F.C. Hansa ist seit Jahren für sein vorbildliches Engagement und eine hervorragende Struktur im Verantwortungsbereich von Nachwuchsleiter Juri Schlünz bekannt. Selbst nach dem Abstieg in die dritte Liga gelang es dem Vorstand den Etat beim A-Jugend Meister des Jahres 2010 von aktuell mehr als 1 Millionen Euro beizubehalten. Zu Recht wie ein Blick auf den aktuellen Profi-Kader zeigt:

Elf Spieler spielten bereits als Jugendliche für den Verein und haben sich inzwischen den Traum erfüllt, als Hansa-Profis in der DKB-Arena auflaufen zu dürfen. Sechs von ihnen standen sogar am 27. Juni 2010 in der BayArena auf dem Platz. Mit 1:0 bescherten sie der Kogge im Finale um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft damals einen historischen Triumph im Spiel gegen die favorisierte U 19 von Bayer 04 Leverkusen.
Einige der Jungspunde haben sich bereits im Profi-Bereich etabliert, andere sind gerade dabei, den Sprung in den Senioren-Bereich zu bewältigen.  Besonders gespannt dürfen alle Hansa-Fans sein, inwieweit die beiden in der Winterpause zum Profi-Kader gestoßenen Edisson Jordanov sowie Manfred Starke ihren Beitrag zum großen Ziel Klassenerhalt leisten können.

„Nah an der ersten Elf“

Der 18-jährige Kapitän der A-Jugend Jordanov hat in den letzten Wochen den größten Sprung gemacht. Trainer Wolfgang Wolf bescheinigt dem offensiven Mittelfeld-Spieler, "ganz nah an der ersten Elf" zu sein. Wolf sieht ihn auf der „Sechser“-Position vor der Abwehr im Moment am wertvollsten für das Team an. „An ihm habe ich richtig Freude. Er macht sich keine Gedanken und spielt einfach Fußball, weil es ihm Spaß macht. Ich hoffe, dass er einschätzen kann, wie nah er dran ist, und dass er mit seiner Unbekümmertheit seine Position verteidigen muss. Und ich wünsche mir, dass er die Unbekümmertheit und Frechheit nicht so schnell verliert“, so der Trainer im Interview mit der „Schweriner Volkszeitung“. Jordanov übt sich aktuell in Bescheidenheit und formuliert seine kurzfristigen Ziele noch zurückhaltend: „In der Rückrunde möchte ich meine ersten Profi-Spiele machen.“

Manfred Starke (20) aus der zweiten Mannschaft des F.C. Hansa erfuhr erst kurz vor dem Trainingslager, dass er die Reise mit der Mannschaft antreten darf. Der Deutsch-Namibier, der im Jahr 2003 in die Jugend-Akademie kam, spielt bevorzugt im linken Mittelfeld, bescheinigt sich selbst aber auch „Stärken als linker Verteidiger“. Neben dem Klassenerhalt mit Hansa träumt Starke von einer Nominierung für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Für die namibische U 20-Auswahl  nahm er immerhin schon an der Olympia-Qualifikation teil.
Die Integration bei den Profis wurde beiden leicht gemacht: „Super“ seien sie sofort aufgenommen und integriert worden.
Nicht zuletzt die Meisterkollegen aus A-Jugend Zeiten konnten dazu beitragen: Lucas Albrecht (21) hat in der Hinrunde sein erstes Profi-Tor erzielt, Tom Weilandt (19) brachte in einigen Partien frischen Wind in die Mannschaft. Seinen vorübergehend erkämpften Stammplatz verlor er jedoch nach einer unglücklichen roten Karte im Spiel gegen den FC St. Pauli. Im Tor erkämpfte sich Kevin Müller (20) im Sommer einen Stammplatz. Gerade auf dieser Position hat das Trainer-Team ein echtes Luxus-Problem. Neben Routinier Jörg Hahnel steht mit Johannes Brinkies (18) noch ein weiteres junges Talent im Kader.

Der erfahrenste A-Jugend-Meister Kevin Pannewitz (20, Profi-Debüt im November 2009) zählte zuletzt aus disziplinarischen Gründen nicht mehr zum Kader, erhält aber vom neuen Trainer Wolfgang Wolf eine Bewährungschance, die es zu nutzen gilt.
Mit Stephan Gusche (21) und Pelle Jensen (19) stehen zudem zwei Innenverteidiger aus der Talentschmiede des F.C. Hansa zur Verfügung. Gusche steht sogar kurz davor, sich nach langer Verletzungspause einen Stammplatz in der Abwehr zu erkämpfen.

Der F.C. Hansa hat aus seiner finanziellen Not eine sportliche Tugend gemacht. Junge hungrige Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren, möchten die Ostseestädter ausbilden und weiterhin eine hohe Durchlässigkeit in den Profi-Bereich gewährleisten. Die Quote an bei Hansa ausgebildeten Spieler beträgt weit über 30 Prozent. Ein Verdienst der kontinuierlichen Arbeit an der Basis und Grund für den zusätzlichen Stern des DFB und der DFL.

Wenn in den verbleibenden 15 Spielen auch die Punktausbeute stimmt und der Klassenerhalt gelingt, bleibt es sicher nicht beim "Forschungsprojekt", sondern einem für Hansa Rostock zukunftsweisenden Konzept mit Tradition.

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