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21.04.2008 11:50 Uhr

Kapitän Enrico Kern: Wer in Cottbus gewinnt, macht einen großen Schritt!

Die Woche zwischen Bremen und Cottbus. Enrico „Otto“ Kern sitzt im Presseraum und blickt auf einen Info-Zettel mit der Bundesliga-Tabelle. Hansa auf einem Abstiegsplatz. Das bittere 1:2 gegen Werder noch nicht verdaut. Das Ost-Derby vor der Brust. Frust-Verarbeitung hier, Aufbauarbeit dort. Enrico Kern im Interview für Hansa-Online.

Hansa steht auf dem 16. Platz. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Enrico Kern: Es geht in der Bundesliga jetzt verdammt eng zu. Es gibt Höhen wie das Spiel in Karlsruhe und Tiefen wie die Partie gegen Bremen. Es gilt nur eines: Wir müssen uns da rausziehen. Von Spiel zu Spiel. In Ruhe und mit Besonnenheit. In Cottbus müssen wir alles geben. 

Was erwarten Sie vom Ost-Derby? 

Enrico Kern: Ich erwarte ein absolutes Kampfspiel von beiden Mannschaften. Jeder weiß, wer hier gewinnt, macht einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Beide Teams müssen wohl auf Sieg spielen, ein Remis hilft ja keinem richtig weiter. 

Ihre Erfahrungen in Cottbus?

Enrico Kern: Ich habe hier mit Mannheim, TeBe und Hansa nie so schlecht ausgesehen. Aber was zählt jetzt die Statistik? 

Habt ihr euch bei vier, fünf Punkten Vorsprung einlullen lassen von dem scheinbar sicheren Vorsprung? 

Enrico Kern: Nein, nie. Aber wir hatten nicht die Konstanz, die notwendig war, um uns abzusetzen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir nach dem fünften Spieltag nicht einen Punkt hatten und für viele gewissermaßen Absteiger Nummer 1 waren.

Sie sind seit dieser Saison Bundesligaspieler. Wie verarbeiten Sie diese Situation?

Enrico Kern: Vor und nach dem Spiel ist man zu angespannt, um darüber nachzudenken. Aber zu Hause in einer besinnlichen Stunde denkt man schon über das Phänomen Bundesliga nach. Man ist stolz, glücklich und staunt: Mensch hier bist du dabei. Tolle Stadien, irre Fans, geile Spiele, verrückte Ergebnisse, große und kleine Gegner, Nationalspieler und Stars aus dem Ausland. Das alles macht süchtig nach mehr. Es ist einfach toll, hier dabei sein zu dürfen. Aber es ist natürlich vor allem auch harte Arbeit und Stress.

Die Folge? 

Enrico Kern: Wir stehen unter dem Zwang, den Fans, dem Verein und eben uns selbst  dieses Erlebnis Bundesliga zu erhalten. Aber es geht eben auch an die Substanz.

Viele Spiele wurden häufig nur mit einem Tor Unterschied verloren. Wie sehen Sie das? 

Enrico Kern: Es zeigt mir, dass man auch mit geringen Mitteln gegen große Gegner mithalten kann. Ich bin überzeugt: Wir haben das Potential für den Klassenerhalt, denn wir haben eine junge, hungrige Truppe. Manchmal ist es nur ein Tick, der uns fehlt. Oft ist es aber so, dass man an sich zweifelt, weil man gerade wieder um den Lohn seiner Bemühungen gebracht wurde. Ehrlich, das geht auch an mir nicht spurlos vorbei. Ich denke viel über uns nach. Gerade jetzt, wo es mir auch schwer gelingt, selbst torgefährlich zu werden oder gar Tore zu machen. Aber mir braucht auch keiner die Minuten vorzählen, die ich nicht getroffen habe. Das ist lächerlich. Das hilft keinem. Fußball ist immer noch ein Mannschaftssport!

Grübeln Sie besonders, weil Sie Kapitän sind? 

Enrico Kern: Nein, aber wir, die wenigen älteren Spieler, müssen versuchen, die jungen Kerle zu führen. Wir müssen in dieser Situation voranmarschieren. Da gilt es, sich nicht hängen zu lassen, sich zu überwinden, auch wenn es mal schwer fällt. Aber jeder von uns hat diesen Willen. Wir können mithalten. Aber dazu müssen wir 100 Prozent auf dem Platz bringen. Ich denke, das wissen bei uns alle, denn wir sind wirklich eine gute Truppe, die die Zukunft vor sich hat und die sich die Bundesliga erhalten will.

 

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