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08.06.2009 17:18 Uhr

Kevin Schlitte: Im zweiten Anlauf zu Hansa

Kevin Schlitte vom Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg wechselt zum F.C. Hansa. Der 27-jährige Offensivspieler erhält beim Rostocker Zweitligisten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012. Kevin Schlitte absolvierte für den FC Carl Zeiss Jena und den SC Freiburg 77 Zweitligaspiele (6 Tore). In der abgelaufenen Saison kam er für die Freiburger auf 22 Einsätze. Wir sprachen mit dem Profi.

Hallo Kevin, wo erwischen wir Sie gerade?
Kevin Schlitte: Ich sitze im Auto und fahre gerade nach Freiburg.

Wann waren Sie in Rostock zur Vertragsunterzeichnung?
Kevin Schlitte: Ich war letzten Sonnabend bei einem Blitzbesuch zum ersten Gespräch mit René Rydlewicz an der Küste und habe alles klar gemacht.

Werden Sie allein nach Freiburg kommen oder mit Familie?
Kevin Schlitte: Ich werde mit meiner Freundin Jennifer und unserem Vincent nach Rostock kommen.

Welchen Eindruck haben Sie von der DKB-Arena?
Kevin Schlitte: Ich bin beeindruckt. Die Trainingsanlagen sind toll, die Möglichkeiten für die Profis gut, alles ist sehr professionell. 

Haben Sie Hansas Abstiegskampf verfolgt oder waren Sie mit den Feierlichkeiten im Breisgau als Zweitligameister zu beschäftigt?
Kevin Schlitte: Ich verfolge prinzipiell alle Ostvereine. Mit Rostock speziell bestand zu dem Zeitpunkt ja noch kein Kontakt, den gab es erst letzte Woche.

Sie sind mit dem SC Freiburg aufgestiegen, hätten jetzt erstmals Bundesliga gespielt, was zog Sie nach 77 Zweitliga-Spielen zum F.C. Hansa?
Kevin Schlitte: Natürlich hätte ich auch gerne erste Liga gespielt. Ich war hier in Freiburg in der 1. Halbserie ja Stammspieler, dann verletzt bzw. krank im Trainingslager in Marbella und kam in der Rückrunde nur noch fünf Mal zum Zuge. Da die Mannschaft erfolgreich war, gab es für Trainer Dutt keinen Grund für Umstellungen. Also war ich raus. Und ich denke, man wird sich noch verstärken. Mit 20 wäre ich vielleicht geblieben, mit 27 will ich aber ständig spielen und diese Möglichkeit sehe ich in Rostock eher. 

Sie stammen aus Haldensleben in Sachsen-Anhalt, haben aber nie eine Sportschule besucht oder in einem Leistungszentrum wie dem 1. FC Magdeburg gespielt, wie kommt das?
Kevin Schlitte: Es fand sich niemand, der mich entdeckt hat oder besonders viel von mir hielt. So habe ich auch erst den Beruf eines Tischlers erlernt und erst der ehemalige DDR-Auswahlspieler bzw. Trainer Frank Lieberam hat mich dann nach Halberstadt geholt und mich so in die Öffentlichkeit gebracht. Es war damals sogar nur ein Jahr auf Probe als Fußballer…

Wann hatten Sie erstmals Kontakt mit dem Verein?
Kevin Schlitte: Mein erster Kontakt war tatsächlich erst am Sonnabend, alles andere hat mein Berater mit dem Verein geklärt. Es war kurz, intensiv und erfolgreich!

Manager René Rydlewicz spricht in höchsten Tönen von Ihnen, gab Ihnen einen Dreijahresvertrag. Wie beurteilen Sie das?
Kevin Schlitte: Das ehrt mich natürlich, wenn ein so bekannter Spieler eine solche Meinung hat.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang mit dem F.C Hansa gemacht?
Kevin Schlitte: Ich habe mit Jena und Freiburg jeweils zweimal gegen den Verein gespielt. Einmal 1:1 und 1:3, dann 1:0 und 3:0. Früher war ich ja schon mal zum Probetraining in Rostock. Der Vater von Hansa-Doc Frank Bartel war unser Mannschaftsarzt in Halberstadt. Auch Zeugwart Andreas Thiem kenne ich ebenso wie Enrico Kern, mit dem ich schon länger privat Kontakt habe. Wobei ich sehr hoffe, dass Enrico in Rostock bleibt. Ich glaube, er ist ein sehr wichtiger Spieler für diese Mannschaft.

Sie waren unter Trainer Frank Pagelsdorf schon einmal vor vier Jahren zum Probetraining hier, nun sind Sie über den Umweg Jena und Freiburg an der Ostsee gelandet. Wie war das damals?
Kevin Schlitte: Ich kam als Nobody aus der 4. Liga und ich habe mich wohl gar nicht doof angestellt. Aber ich kam aus der Oberliga und Hansa spielte zwei Klassen höher. Ich hätte mich also wahrscheinlich ganz hinten anstellen müssen und vor mir war mit Rydlewicz ein sehr guter, bekannter und anerkannter Spieler. Ich sollte noch ein wenig warten, aber dann kam ein Angebot aus Jena und da habe ich schnell zugegriffen. Wir sind dann aufgestiegen, nicht abgestiegen, jetzt bin ich wieder aufgestiegen. Also es liegt schon einiges hinter mir an schönen Dingen.

Welche Spieler kennen Sie denn aus der heutigen Hansa-Mannschaft?
Kevin Schlitte: Mit Alexander Walke habe ich in Freiburg zusammen gespielt, Marcel Schied kam in Jena, als ich ging. Kern kenne ich privat. 

Sie kommen mit 27 Jahren zum F.C. Hansa nach Rostock. Man sagt, dies sei das beste Alter  für einen Fußballer. Sehen Sie das auch so?
Kevin Schlitte: Ich hoffe, es ist das beste Fußballalter. Ich habe schon eine schöne Zeit hinter mir und hoffe, jetzt drei schöne Jahre an der Küste zu haben.

Wo sehen Sie jetzt Ihre Ziele für sich und für die Mannschaft?
Kevin Schlitte: Ich will einen Stammplatz und mit Hansa besser abschneiden als in der vergangenen Saison.

Wie sehen Sie sich selbst als Fußballer?
Kevin Schlitte: Ich bin eigentlich ein offensiver Fußballer, der hinten wie vorne rechts und links spielen kann, also vier Positionen. In Freiburg habe ich mehr defensiv, in Jena aber mehr offensiv gespielt. 

Wo würden Sie denn am liebsten spielen?
Kevin Schlitte: Ich spiele dort, wo mich der Trainer hinstellt. So wird es auch in Rostock sein.

Wer hat Ihnen denn den Spitznamen „Schlittschuh“ verpasst?
Kevin Schlitte: Ein alter Schulkumpel, seither kriege ich den Namen nicht mehr los.

Vielen Dank für dieses Gespräch und willkommen am 29. Juni 2009 in Rostock.

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