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22.08.2007 08:15 Uhr

Lense: Wir müssen die Angst zu Hause lassen

Zu den Hansa-Neuzugängen, die den Sprung in die erste Elf geschafft haben, gehört auch Benjamin Lense. Der Rechtsverteidiger kam vom VfL Bochum an die Ostseeküste und stieß erst während der Saisonvorbereitung zum Team. Im Interview äußert sich der 28jährige zu den Gründen für seinen Wechsel und zur aktuellen sportlichen Situation der Hanseaten.

 

Warum kam der Wechsel zum F.C. Hansa eigentlich erst so spät zu Stande?

Lense: Ich hatte ursprünglich ja noch einen Vertrag in Bochum, doch Trainer Marcel Koller plante nicht mehr mit mir. Und als das bekannt wurde, hat mich Frank Pagelsdorf dann angerufen.

 

Hattest Du schon einmal unter ihm als Trainer gespielt?

Lense: Nein, das nicht. Aber wir haben uns einmal am Rande eines Tennisturniers getroffen, kannten uns also flüchtig.

 

Nach dem Probetraining wurde Dir ein Vertragsangebot vorgelegt. Musstest Du lange überlegen?

Lense: Nein, eigentlich überhaupt nicht. Ich konnte nur nicht sofort unterschreiben, weil ich ja noch einen gültigen Vertrag hatte. Ich musste also erst nach Bochum fahren und mich dort um die Modalitäten der Vertragsauflösung kümmern.

 

Wie waren Deine ersten Eindrücke vom Stadion und vom Umfeld in Rostock?

Lense: Ich muss dazu sagen, dass ich mit Bielefeld ja schon gegen den F.C. Hansa gespielt hatte und dadurch bereits wusste, was es in Rostock für gute Bedingungen gibt. Positiv überrascht hat mich aber auf jeden Fall das tolle Klima in der Mannschaft. Mein Einstieg wurde mir hier unheimlich leicht gemacht.

 

Trotz kürzerer Vorbereitung hast Du Dir gleich einen Stammplatz erkämpft. Hat Dich das überrascht?

Lense: Nein, überrascht war ich nicht. Schließlich bin ich ja deshalb nach Rostock gekommen, um wieder regelmäßig in der Bundesliga zu spielen. Ich habe darum gekämpft, weiß aber auch, dass ich immer weiter darum kämpfen muss. Denn eine Stammplatzgarantie gibt es natürlich nicht.

 

Wie beurteilst Du den Saisonstart des F.C. Hansa?

Lense: In München war sicherlich nichts zu gewinnen, auch wenn ich betonen möchte, dass wir dort auf keinen Fall hingefahren sind, um uns wegputzen zu lassen. Gegen Nürnberg wollten wir dann unbedingt den ersten Sieg einfahren, doch leider stehen wir jetzt immer noch mit leeren Händen da.

 

Woran hat es aus Deiner Sicht gelegen?

Lense: Eigentlich haben wir zunächst ganz ordentlich ins Spiel gefunden, doch das erste Gegentor war der Knackpunkt. Plötzlich sind wir in Lethargie verfallen und erst in der Halbzeitpause wieder aufgewacht. Die deutliche Steigerung in der zweiten Halbzeit hat zwar nicht mehr gereicht, macht aber Mut für die nächsten Spiele.

 

Am kommenden Sonntag geht es nach Frankfurt. Für Dich als Hesse ein besonderes Spiel?

Lense: Das ist es in der Tat. Immerhin habe ich ja auch fünf Jahre bei der Eintracht gespielt, von der B-Jugend bis zu den Amateuren. Und dann werden dort am Sonntag natürlich auch Verwandte und Bekannte im Stadion sein.

 

Steht noch jemand im Eintracht-Kader, mit dem Du früher zusammengespielt hast?

Lense: Nein. Die damaligen Jahrgänge hatten praktisch keine Chance, den Sprung in den Profibereich zu schaffen. Der Verein hat lieber teure Stars eingekauft. Heute ist das anders, da setzt auch die Eintracht auf den eigenen Nachwuchs. Sehr guten Kontakt habe ich aber noch zu Armin Kraaz, meinem ehemaligen A-Jugendtrainer, der heute in Frankfurt als Nachwuchschef arbeitet.

 

Diese Freundschaft muss aber ruhen am Sonntag, oder?

Lense: Natürlich. Denn zu verschenken haben wir dort nichts. Wir fahren mit der klaren Maßgabe nach Frankfurt, drei Punkte zu holen.

 

Was muss sich ändern, im Vergleich zum Nürnberg-Spiel, damit dies gelingt?

Lense: Wir dürfen nicht wieder zwei Gesichter zeigen, sondern müssen 90 Minuten lang konstant spielen. Und was ganz wichtig ist: Wir müssen die Angst zu Hause lassen!

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