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07.08.2006 12:29 Uhr

Marcel Schied - Darf mir keinen Kopf mehr machen

Die Woche vor der neuen Saison: Marcel Schied (23) ist schon heiß auf das erste von 34 Spielen in der 2. Liga. Am Sonnabend geht es nach Freiburg, am Sonntag um 14 Uhr ist dort das erste Match. Hansa-Online sprach mit dem Stürmer, der in zwölf  Vorbereitungsspielen zehn Treffer markierte, während Sebastian Hähnge auf sechs Treffer kam und Enrico Kern acht Mal erfolgreich war. Hansa-Online führte mit dem erfolgreichsten Spieler der abgelaufenen Saison (9 Treffer) das erste ausführliche Interview vor dem Anstoß zum neuen Spieljahr.
 

Hallo, Marcel. Mit welchen Zielen fahren Sie in den Breisgau?
Marcel Schied: Die Mannschaft und ich wollen einen besseren Saisonstart hinlegen als im Vorjahr, da vergeigten wir ja den Auftakt zu Hause gegen Kickers Offenbach 1:2 und blieben erst einmal vier Spiele ohne Sieg. So etwas darf sich in Rostock natürlich nie wiederholen.

Erinnern Sie sich noch an Freiburg vor einem Jahr?
Marcel Schied: Klar, wir haben 2:2 gespielt und ich den Treffer zum Remis gemacht.
 

Wie haben Sie dieses letzte Jahr überhaupt verarbeitet?
Marcel Schied: Wir haben sehr schlecht angefangen und mit fünf sieglosen Spielen am Stück noch schlechter aufgehört. Das war schlimm und ist nicht zu entschuldigen. Das verursachte schon körperliche Schmerzen. Wir haben bei unseren Fans also viel gut zu machen. Dafür haben wir hart, sehr hart trainiert und ich hoffe, wir können jetzt ein besseres Bild abgeben. Das gilt natürlich auch für mich.
 

Inwiefern?
Marcel Schied: Ich bin mit sechs Treffern aus der ersten Halbserie gegangen, wollte diese Zahl verdoppeln, in jedem Fall eine zweistellig Trefferzahl erzielen. Das ging schief. Darüber war ich richtig sauer und sehr traurig.
 

Haben Sie nach den Ursachen geforscht?
Marcel Schied: Lukas Podolski hat mal gesagt, als Stürmer darf man vor dem Tor nicht denken. Ich habe mit jedem Treffer aber immer mehr gedacht, vor dem Strafraum oder im Fünf-Meter-Raum immer mehr angefangen zu überlegen, wie mache ich den Ball rein. Das ging schief. Ich muss wieder lernen, die einfachen Bälle zu machen. Dann klappt es auch mit den Toren.
 

Sie haben jetzt in der Vorbereitung immerhin die meisten Treffer erzielt?
Marcel Schied: Für 12 Spiele in der Vorbereitung war das in Ordnung. Aber die Bewährung kommt doch erst jetzt in den Pflichtspielen.
 

Sie sind seit einem Jahr wieder in Rostock. Haben Sie alles richtig gemacht, zu Hansa zurückzugehen?
Marcel Schied: Damals hatte Hansa einen starken Sturm, Leute wie Magnus Arvidsson und Toni  Di Salvo, dann kam noch Enrico Kern dazu. Ich wollte einen Stammplatz und den habe ich mir erkämpft. Ich habe 34 und damit alle Spiele bestritten und mit neun Treffern die meisten Tore erzielt. Aber eben drei Tore in der 2. Halbserie waren für mich einfach zu wenig. Ich sagte ja schon: Ich habe einfach zu viel nachgedacht und nach dem Spiel immer lange über jede Situation, die ich vergeben habe, gegrübelt. Das war mein Übel. Das will ich jetzt anders machen.
 

Inwiefern war es wichtig, dass Frank Pagelsdorf nach dem vierten Spieltag Trainer des F.C. Hansa Rostock wurde…?
Marcel Schied: Der Trainer hat mir vertraut, das gab mir schon eine gewisse Sicherheit. Ich habe 30 Spiele unter ihm gemacht. Aber wie gesagt, die Saison war nicht optimal.
 

Haben Sie sich für die neue Saison ein neues Limit gesetzt?
Marcel Schied: Ich setze mir vor jeder Saison ein Limit. Aber ich verrate es nicht. Da bin ich abergläubisch. Nur so viel, mein Anspruch ist es schon, Tore im zweistelligen Bereich zu erzielen.
 

Wie verlief aus Ihrer Sicht die Generalprobe in Wolfsburg?
Marcel Schied: Die ersten 20 Minuten liefen nicht gut, das können wir besser. Die anderen 70 Minuten kamen wir langsam an unsere Leistungsgrenzen. Ich Freiburg sind wir dann hoffentlich bei 100 Prozent.
 

Wie muss man die 12 Vorbereitungsspiele bewerten?
Marcel Schied: Bei der Beurteilung der Spiele muss man schon wissen, dass wir fast alle Partien aus dem vollen Training gespielt haben. Das war hart und sah manchmal nicht so gut aus. Aber es hat uns mächtig geschult. 
 

Mit Sebastian Hähnge und Enrico Kern haben Sie zwei starke Konkurrenten im Sturm. Glauben Sie, dass die 10 Tore in der Vorbereitung für einen Stammplatz reichen?
Marcel Schied: Das ist Sache des Trainers. Ich gebe jedenfalls immer mein Bestes, im Training und im Spiel. Ich hoffe, ich bekomme am Sonntag meine Möglichkeiten!
 

Dann viel Erfolg in der neuen Saison.

 

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