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31.08.2017 17:16 Uhr

Marcel von Walsleben-Schied: "Mit dem Verein aufzusteigen, den man liebt, war überragend!"

143 Pflichtspiele für Hansa, aufgeteilt in drei verschiedene Ligen, dazu zwei Aufstiege: Marcel von Walsleben-Schied hat für "seine Kogge" überall stets alles gegeben und sich einen wichtigen Platz in den Herzen unserer Fans erspielt. An diesem Sonntag (03.09.2017) geht er bei der "Rückkehr der Helden II" wieder im Hansa-Trikot auf Torejagd. Wir haben mit "Schiedi" vor dem großen Wiedersehen im Ostseestadion gesprochen.

Hansa: Hallo Marcel, du hast in deinen Zeiten bei uns wahnsinnig viel erlebt und durchgemacht. Es ging hoch und runter. Hand aufs Herz: Welcher Aufstieg war für dich am Ende schöner?

von Walsleben-Schied: Wenn man Fußball spielt, will man immer ganz oben sein – und das heißt in der Bundesliga aufzulaufen. Das war für mich immer ein Highlight und deshalb war der erste Aufstieg einfach nur stark. Ich bin stolz darauf, dass wir das damals geschafft haben, denn wer kann schon sagen, dass er mit einem Verein in die Bundesliga aufgestiegen ist? Und dann auch noch mit dem Club, den man über alles liebt. Ich wurde mit 18 Jahren Profi und habe miterlebt, wie stolz ganz Mecklenburg-Vorpommern auf uns war – ein unbeschreibliches Gefühl. Der Aufstieg 2011 war aber ebenfalls sehr schön, weil uns keiner auf dem Schirm hatte. Ich denke gerne an beide Saisons zurück.

Hansa: Nun läufst du endlich wieder bei uns im Ostseestadion auf. Kribbelt es schon in den Beinen?

von Walsleben-Schied: „Ja, sehr! Ich fiebere dem Moment entgegen, die alten Kollegen zu sehen. Wir freuen uns alle riesig darauf, endlich wieder im Ostseestadion auf dem Rasen zu stehen.“

Hansa: Das Team, das letztlich den Bundesligaaufstieg geschafft hat, hatten damals nur wenige auf dem Zettel. Was war euer Schlüssel zum Erfolg?

von Walsleben-Schied: Wir hatten 2005 als Bundesligaabsteiger den Druck, in der Folgesaison sofort wieder aufsteigen zu müssen. Das haben wir nicht geschafft - sind nicht mal knapp gescheitert, sondern deutlich. Frank Pagelsdorf wollte immer hoch – auch schon 2005/06. Sein Ziel war es aufzusteigen, auch wenn er das nicht öffentlich bekanntgegeben hat. Zum Start 2006/07 in Freiburg waren wir total unterlegen, Schobi hat aber überragend gehalten. Da haben wir also trotzdem einen Punkt mitgenommen. Das war eine kleine Initialzündung für uns. Danach konnten wir bei heftigen Regenfällen an einem Freitagabend gegen Aue gewinnen und hatten auf einmal vier Punkte nach zwei Spielen. Das hat sich dann bis zum Winter hingezogen, dass neben vielen guten Duellen auch mal schlechte Spiele wie z.B. in Burghausen dabei waren, wo wir wirklich einen Grottenkick abgeliefert haben und am Ende trotzdem mit einem 1:0-Sieg wieder nach Hause gefahren sind. Da haben wir gemerkt, dass das Glück auf unserer Seite ist. Die starke Hinrunde war natürlich sehr wichtig für den späteren Aufstieg – ganz klar. Dazu kommt, dass unser Trainer immer ein glückliches Händchen bei den Hereinnahmen hatte. Egal, wen er reingeworfen hat – ob das Amir Shapourzadeh, Djordjije Cetkovic und Sebastian Hähnge waren oder ich selbst – immer kam einer ins Spiel, der entweder selbst getroffen hat oder aber einen Treffer vorbereiten konnte. Der Trainer hat immer die richtige Entscheidung getroffen. Deshalb haben wir das geschafft, was uns keiner zugetraut hat. Das war ein Riesengefühl.

Hansa: Wie sehr verfolgst du unseren Verein noch?

von Walsleben-Schied: Ich verfolge Hansa noch regelmäßig. In der vergangenen Saison habe ich ein paar Spiele live im Ostseestadion anschauen können. Es passt natürlich nicht so oft, weil ich ja noch selbst spiele. Aber meine Frau und ich sind gerne in Rostock zu Gast, denn Hansa bedeutet mir immer noch sehr viel.

Hansa: Wie findest du unsere aktuelle Mannschaft? Was ist in dieser Saison für uns drin?

von Walsleben-Schied: Es rechnet keiner so richtig mit dem Team. Pavel Dotchev ist aber ein sehr erfahrener Trainer, der das Zeug dazu hat, die Truppe zu formen und zu führen. Wenn zuhause mehr Punkte hängen bleiben und es auswärts so weitergeht, dann ist etwas drin. Es ist wichtig, dass die Zähler konstant eingefahren werden. Ich traue es der Mannschaft auf jeden Fall zu, lange oben mitzuspielen – dazu müssen die Jungs nur wieder häufiger zuhause gewinnen. Dann ist sehr viel möglich.

Hansa: Nach deiner Zeit bei uns warst du auch für Holstein Kiel am Ball. Was meinst du, warum waren die "Störche" zuletzt deutlich erfolgreicher als wir?

von Walsleben-Schied: Kiel hatte es schon zu meiner Zeit in der 4. Liga mit gewissen finanziellen Mitteln versucht, den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. Als ich verpflichtet wurde, habe ich gemerkt, dass da ein gutes Konzept dahinter steht. Kiel hat auch immer viel Wert auf den Nachwuchs gelegt. Es wurden nicht nur Spieler mit einem großen Namen geholt, sondern die Verantwortlichen haben immer auch auf den eigenen Nachwuchs geachtet und die A- und B-Jugend nach ganz oben gebracht. Irgendwann hat Kiel Hansa dann gerade im Nachwuchsbereich leider überholt. Mit viel Kontinuität wurde in den vergangenen Jahren etwas aufgebaut – im Profi- und im Nachwuchsbereich. Holstein hat sich mit der ersten Mannschaft von Saison zu Saison gesteigert und wurde letztlich im Sommer für die gute Arbeit belohnt. Ich wünsche den „Störchen“, dass sie in der 2. Bundesliga die Klasse halten, auch wenn es schwer wird. Und Hansa wünsche ich natürlich, dass es endlich wieder hoch geht und man in der 2. Bundesliga auf Kiel trifft. Da gehört die Kogge mindestens hin.

Hansa: Kommen wir zu deinem aktuellen Club. Du gehst seit Sommer 2016 für den TuS Dassendorf auf Torejagd. Deine erste Spielzeit lief fantastisch oder?

von Walsleben-Schied: Die vergangene Saison war für mich nach zwei enttäuschenden Jahren in Neustrelitz sehr schön. Ein ehemaliger Mitspieler hatte mich angeschrieben und gefragt, ob ich mir Dassendorf als neuen Verein vorstellen könnte. Dadurch, dass meine Frau und ich unseren Lebensmittelpunkt sowieso verändert haben und wir gerade ein Haus bauen, hat das Angebot gut gepasst. Der Verein hat sich sehr bemüht und die Oberliga Hamburg hat ein recht gutes Niveau. Ich wollte regelmäßig spielen, Erfolg haben und hatte einfach Bock drauf – und ich lag mit der Entscheidung richtig. Ich wurde in der vergangenen Saison mit 28 Toren Torschützenkönig und wir wurden Meister – das war ein super Einstandsjahr.

Hansa: Dein Vertrag läuft noch bis 2019. Was hast du nach deinen aktiven Zeit vor?

von Walsleben-Schied: Ich mache gerade - parallel zum Spielen für den TuS - bei unserem Hauptsponsor eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Nach meiner erfolgreichen Abschlussprüfung in zwei Jahren kann ich mir sehr gut vorstellen, im Fußballbereich zu bleiben, um z.B. im Nachwuch als Trainer zu arbeiten. Aber das will grundsätzlich jeder ehemalige Profi, deshalb will ich noch gar nicht zu weit nach vorne schauen und bis dahin noch ein paar Tore schießen.

Hansa: Viel Spaß am Sonntag, Marcel!

Karten für die "Rückkehr der Helden II" erhältst du hier:
- im Online-Ticketshop (ab sofort)
- im F.C. Hansa-Fanshop, Breite Straße 12-15, 18055 Rostock (ab Dienstag, 25.07.2017)
- in allen Vorverkaufsstellen (ab Dienstag, 25.07.2017)
- über die Telefon-Hotline 01803 019650* (ab Dienstag, 25.07.2017)

*(0,09 €/min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/min)

 

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