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14.04.2010 10:41 Uhr

Marco Kostmann: „Energievampire ausschalten“

Hansa-Online traf sich am Mittwoch zum Interview mit Hansa-Cheftrainer Marco Kostmann.

Hansa-Online: Herr Kostmann, erst einmal alles Gute nachträglich zum Geburtstag. Was haben Sie sich selbst gewünscht?

Marco Kostmann: Dass ich mit der Familie frühstücken kann, was auch geklappt hat. Ich bin nach dem Karlsruhe-Spiel von Rostock aus nach Hause gefahren. Meine Frau hatte frei, mein Sohn Schulferien, so dass wir nach langer Zeit mal wieder zusammen frühstücken konnten. Das ist etwas, was mich dann immer freut.

Seit gut zwei Monaten arbeiten Sie zusammen mit Thomas Finck als Duo beim F.C. Hansa Rostock. Das schlaucht sicherlich sehr. Haben Sie etwas Energie getankt oder besser gesagt: woher nehmen Sie die Energie für die Verantwortung, die Sie zusammen mit Thomas Finck tragen?

Marco Kostmann: Immer wenn ich zu Hause bin, das ist selten genug, geht es um die Qualität dieser Besuche. Es ist mir wichtig, dass ich dann mit meinem Sohn sprechen kann, auch mit meiner Frau über diese Situation reden kann. Es geht nicht darum, dass ich abschalte sondern darum, dass wir uns der Verantwortung, die wir haben, auch bewusst sind. Das versuchen wir, indem wir viel Input von außen bekommen oder Gespräche mit Leuten führen, die wenig mit Fußball zu tun haben. Dadurch auch immer mal wieder eine andere Sichtweise bekommen. Was ich ganz wichtig finde, und das haben wir auch den Spielern vor zwei Monaten gesagt als wir gemeinsam angefangen haben, ist, dass es versucht wird, die „Energievampire“ aus dem Umfeld auszuschalten. Sich nur mit Leuten umgeben, die einem auch Energie geben und sie nicht von einem absaugen oder immer nur etwas von einem wollen. Daraus ziehen wir die Kraft. Denn es ist ein Riesenprogramm und eine große Aufgabe, die wir vor uns haben, nämlich den Klassenverbleib zu schaffen. Nur zu zweit einen Kader von 27 Spielern zu betreuen, zu fordern und zu fördern, das ist natürlich nicht leicht. Da muss ich auch noch einmal ein großes Lob an die Mannschaft machen, die professionell damit umgeht. Ich bin stolz, dass die Mannschaft das alles mitträgt und mitlebt. Wir gehen davon aus, dass es zu einem guten Ende führen wird.

Ein gutes Ende wünschen wir uns alle. Wie sieht der Fahrplan für die Woche und für das Spiel gegen den FSV Frankfurt aus?

Marco Kostmann: Wir werden nichts Außergewöhnliches, nichts Besonderes machen, weil wir davon ausgehen, dass für jeden Profi-Spieler jede Trainingseinheit etwas Besonders ist. Jede Trainingsform ist eine Vorbereitung auf das Spiel. Der Samstag ist natürlich unserer Hauptarbeitstag in dieser Woche. Da wollen und müssen wir gewinnen, um weiterhin die Sicherheit und die Trümpfe in der Hand zu haben, es selbst und aktiv selbst bestimmen zu können. Denn es ist immer ganz wichtig, dass man nicht hoffen und bangen muss und abhängig ist von anderen Ergebnissen und Mannschaften. Dass man alles selbst bestimmen kann, ist mir sehr wichtig.

Es wurde schon tituliert: Für Hansa ist es das Endspiel. Sehen Sie es auch so?

Marco Kostmann: Das ist ein ganz wichtiges Spiel, gar keine Frage. Das waren aber Karlsruhe, Duisburg, und Aachen und Paderborn auch. Das werden auch Kaiserslautern, Cottbus und Düsseldorf noch sein. Ein Endspiel hieße per Definition ja, dass danach die Spiele zu Ende sind. Das ist eben nicht so. Nach Frankfurt geht es weiter. Wenn wir das Spiel gewinnen, worauf wir hinarbeiten, ist die Saison nicht zu Ende. Wir können uns dann nicht zurücklehnen sondern haben eine bessere Ausgangsposition als jetzt. Die wollen wir haben. Aber auf keinen Fall will ich von einem Endspiel reden, weil es danach noch weiter geht.

Ein Zitat von Ihnen ist: „Ich halte nichts davon, die Köpfe frei zu kriegen, denn dann wären sie ja hohl.“ Wie schaffen Sie es, dass die Mannschaft mit frischem Geist, mit frischer Energie in das Spiel am Samstag geht?

Marco Kostmann: Köpfe frei kriegen hieße, dass man vergisst, was man gut und was man an Fehlern gemacht hat. Das will ich einfach nicht. Wir müssen uns darauf besinnen, was uns stark gemacht hat. Wir müssen mit Fehlern umgehen und wir haben in Karlsruhe Fehler bei der Zuordnung der Standards gemacht. Das dürfen wir nicht vergessen, damit müssen wir arbeiten. Uns die ganze Woche daran erinnern, dass solche Fehler nicht wieder passieren und wir besser stehen. Deswegen mag ich nicht, wann man sagt den „Kopf frei kriegen“. Wir wollen da nichts löschen.

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