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11.07.2008 08:22 Uhr

Mario Fillinger: Am liebsten spiele ich weiter vorn

Beim ersten Testspiel des F.C. Hansa am Mittwoch in Güstrow wirkte Mario Fillinger 45 Minuten lang als Linksverteidiger mit. Allerdings dürfte dieser erste Einsatz wohl gleichzeitig sein letzter auf dieser Position gewesen sein, nachdem inzwischen auch Heath Pearce wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Und während Trainer Frank Pagelsdorf auf der linken Abwehrseite neben dem US-Amerikaner auch noch mit Christian Rahn plant, sieht er den Neuzugang vom Hamburger SV eher im Mittelfeld der Hanseaten. Eine Position, auf der sich auch Mario Fillinger selbst am liebsten sieht. „Zwar habe ich beim HSV auch schon mal als Verteidiger gespielt, aber weiter vorn agiere ich eigentlich lieber“, erklärt der 23jährige und meint damit die offensiveren Außenbahnen. Als Mittelfeldakteur hatte er auch im Nachwuchs schon immer gespielt.

Mit dem Fußball begann der gebürtige Pirnaer vor den Toren Dresdens bei der SG Striesen und spielte anschließend beim Heidenauer SV, wo schließlich die Späher mehrerer sächsischer Traditionsvereine auf ihn aufmerksam wurden. „Zu Dynamo Dresden wollte ich damals nicht, denn da hätte ich ständig zwischen Schule, Training und Zuhause hin- und her pendeln müssen. In Chemnitz dagegen konnte ich ins Sport-Internat und da gab es auf dem Gelände des Sportforums nur kurze Wege“, begründet Mario Fillinger seinen damaligen Entschluss, zum Chemnitzer FC  zu wechseln. Dort spielte er insgesamt neun Jahre und schaffte nach dem Aufrücken in die Männermannschaft als Regionalliga-Spieler auch den Sprung in die deutsche U20-Auswahl. Damit war dann auch der nächste Schritt vorprogrammiert.

Im Sommer 2005 lotste ihn Trainer Thomas Doll zum Hamburger SV, doch mit dem Wechsel in die Bundesliga begann auch Fillingers Pechsträhne. „Im vorletzten Saisonspiel mit Chemnitz habe ich mir den Knöchel gebrochen, dadurch in Hamburg die gesamte Vorbereitungsphase verpasst“, schildert Mario den Beginn seiner Verletzungsmisere. Er landete zunächst im Amateurteam und nachdem er sich im Regionalliga-Spiel gegen Jena auch noch einen Bänderriss zugezogen hatte, standen am Saisonende lediglich zwei Bundesliga-Einwechslungen zu Buche. Im Herbst 2006 schien er dann endlich in der Bundesliga angekommen, wo er zwischen dem 6. und 14. Spieltag neun Partien in Folge bestritt und auch in der Champions-League beim FC Porto sowie bei Arsenal London (dort sogar über 90 Minuten) zum Einsatz kam. Doch dann ging das Verletzungspech erst richtig los: Zwei Knie-Operationen sowie im August 2007 ein Haarriss im linken Fuß zwangen ihn lange zum Zuschauen und so standen in der abgelaufenen Saison lediglich eine Bundesliga-Minute sowie zehn Minuten im UEFA-Cup zu Buche. Selbst in der Regionalliga reichet es nur zu vier Einsätzen, da er zwischenzeitlich auch noch nach einem Platzverweis pausieren musste.

In Rostock geht es nun für Mario Fillinger, der trotz der drei unglücklichen Jahre beim HSV seine Rückenummer 13 behalten wollte, auch erst einmal darum, die nötige Spielpraxis zu erlangen. Dass er sich bei Anfragen mehrerer Vereine für den F.C. Hansa entschieden hat, begründet er mit „ dem überzeugendsten Angebot und der besten Perspektive für mich. Und da ich früher mit Eltern und Großeltern schon öfter an der Ostsee war, wusste ich natürlich auch, dass man hier sehr gut leben kann.“ Niedergelassen hat er sich mit seiner langjährigen Freundin Melanie, die gerade ihr Jura-Studium abgeschlossen hat, im Stadtteil Gehlsdorf. „Eine schöne ruhige Gegend und dennoch genau gegenüber der Stadt. In einer Minute bin ich an der Fähre und auch mit dem Auto ist es nicht allzu weit“, freut sich der Neu-Rostocker, der mit einem Vertrag bis Juni 2010 ausgestattet ist. Eine Prognose, wohin der Weg mit dem F.C. Hansa führen wird, will der beidfüßig schießende Mittelfeldspieler nicht abgeben: „Dazu kann ich die Qualität der Mannschaft noch nicht gut genug einschätzen. Bis auf Stefan Wächter, mit dem ich zwei Jahre beim HSV gespielt habe, sowie Jörg Hahnel - wir hatten mal den gleichen Spielerberater - kannte ich vorher ja noch keinen Spieler.“ Und auch die 2.Bundesliga ist völliges Neuland für Mario Fillinger, der deshalb zu bedenken gibt: „Es ist viel zu früh, jetzt schon etwas zu sagen. Im Verlauf der Hinrunde oder spätestens zur Winterpause kann man dann aber sicherlich schon absehen, was möglich sein wird.“

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