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17.12.2009 10:50 Uhr

Michael Hartmann: „Ich habe eine tolle Truppe“

Halbzeit in der A-Junioren-Bundesliga. Als Bundesliga-Tabellenführer der Nord/Nordoststaffel verabschiedeten sich die Hanseaten am 13. Dezember 2009 aus dem aktuellen Spieljahr mit einer 2:3-Auswärtsniederlage im DFB-Pokal bei den Stuttgarter Kickers in den Winterurlaub. Hansa-Online traf Trainer Michael Hartmann anschließend noch zum Interview.

Herr Hartmann, wir hatten gehofft, dass Ihre Mannschaft den momentanen Aufwärtstrend auch im Pokal fortgesetzt hätte…

Michael Hartmann: Ich auch. Aber wir sind schon mit dem letzten Aufgebot nach Schwaben gefahren und am Ende haben uns Spieler wie Pelle Jensen und Tom Weilandt gefehlt, die auch wir nicht ohne weiteres ersetzen können. Es ist schade, dass wir uns nicht haben durchsetzen können.

Dafür grüßen Sie in der Bundesliga von der Tabellenspitze?

Michael Hartmann: Ja, so lange Werder Bremen noch nicht seine Nachholspiele durchgezogen hat…

Trotzdem, Hansa bestimmt in Nord/Nordost das Niveau der Meisterschaft mit Werder Bremen.

Michael Hartmann: Das ist richtig und darüber freuen wir uns natürlich auch.

Wie beurteilen Sie als Trainer dieser Mannschaft dieses Spieljahr?

Michael Hartmann: Wir haben Saison übergreifend wohl fast 20 Spiele am Stück nicht verloren, wir hatten einen guten Saisonabschluss und einen guten Saisonstart. Das ist erfreulich. Wir haben die Früchte unserer Arbeit geerntet, wir hatten und wir haben wieder eine gute Mannschaft, die als Truppe ein ordentliches Niveau verkörpert. Das ist sehr erfreulich.

Wie erklären Sie sich die positive Bilanz?

Michael Hartmann: Wir haben einen tollen Start gehabt: 3:0 gegen Werder, 2:1 in Osnabrück, 3:1 in Erfurt, 6:3 im Pokal gegen Freiburg, 2:0 gegen Jena, 0:0 bei Union, 2:1 gegen Wolfsburg, 2:0 gegen den HSV in Hamburg, 2:1 daheim gegen den HFC. So etwas schafft Selbstsicherheit und gibt Selbstvertrauen. Das haben wir über Wochen ausgespielt.

Die erste Niederlage gab es erst am 7. November bei Ihrem alten Arbeitgeber, bei Hertha BSC.

Michael Hartmann: Ja, dieses 3:6 war bitter. Aber irgendwann reißt eben jede Serie einmal. Ab da gab es einen kleinen Bruch, danach haben wir ja noch das Heimspiel gegen Tennis Borussia 1:2 und in Hannover 2:3 verloren. Das war dann unsere Negativserie. Auch damit muss eine so junge Mannschaft wie unsere dann eben mal leben. Aber mit dem 4:1 gegen Kiel und dem 0:0 in Cottbus in Unterzahl haben wir wieder unser Gesicht 2009 gezeigt.

Wie erklären Sie sich den Durchhänger?

Michael Hartmann: Er hatte vielleicht etwas mit Kevin Pannewitz zu tun. Sie wissen ja, dass Kevin zu dieser Zeit in die Amateur-Abteilung gewechselt war, später sogar in die Profimannschaft integriert wurde. Kevin ist ein Talent, welches wir ja fördern wollen. Solche Spieler werden bei uns fürsorglich gefordert, um sie zu fördern. Das soll auch so sein. Aber er hat uns dann eben auch in unserer Mannschaft gefehlt. Tommy Gruppe konnte diese Lücke nicht füllen. Er ist dafür zu ruhig. Mittlerweile habe ich in Ben Zolinski wahrscheinlich den richtigen Jungen für diese Aufgabe im zentralen Mittelfeld gefunden.

Wie würden Sie Ihre Mannschaft charakterisieren?

Michael Hartmann: Wir haben eine tolle, gute Truppe zusammen, die viel aus sich rausgeholt hat. Mir war klar, dass wir unter den ersten fünf Mannschaften sein können. So kam es und so ist es gut.

Wer waren die Stützen des Spiels und der Mannschaft?

Michael Hartmann: Über Kevin Pannewitz braucht man nicht mehr reden. Er war bei uns der Terrier, der zweikampfstarke Spieler, der Junge, der den Mund aufmacht, der powert, der das Spiel an sich zieht. Torwart Kevin Müller hat stark angefangen und kommt nach einer Schwächeperiode hoffentlich schnell wieder an sein altes Leistungsvermögen heran. Es muss sich jetzt auf das Wesentliche konzentrieren. Torwarttrainer Marco Kostmann und ich werden ihm dabei helfen. Tommy Grupe ist technisch ein guter Spieler, aber ihm fehlt es noch an Emotionalität. Dies hat ihm wohl auch die EM gekostet. Ich hoffe sehr, er kommt bald aus sich raus. Pelle Jensen hat endlich seine Verletzungen auskuriert und Tom Weilandt hat das Talent seines Vaters Hilmar. Vorne haben wir mit Lukas Albrecht einen Stürmer, der sieben Treffer gemacht hat. So kommt vieles Positives zusammen und erklärt, warum wir da stehen, wo wir stehen. Trotzdem wünsche ich mir auch in der 2. Halbserie noch mehr Stabilität. Aber das ist bei so jungen Burschen eben auch nicht so einfach.

Pelle Jensen und Tom Weilandt haben es nun sogar zum DFB geschafft.

Michael Hartmann: Richtig. Darüber freuen wir uns alle im Trainerstab sehr. Sie haben beim Lehrgang in Duisburg auf sich aufmerksam gemacht und der DFB-Trainer hat allen versprochen, dass die, die auf sich aufmerksam machen, einmal zur Juniorenauswahl des DFB eingeladen werden. Daraufhin haben sie uns zwar am 13. Dezember im Pokal gefehlt. Aber in Israel hat ihnen Marco Pezzaiuoli wohl auch einige Einsätze versprochen. Dies ist für die Jungs natürlich emotional toll und wohl auch ein großer Motivationsschub.

Was ändert sich ab der 2. Halbserie?

Michael Hartmann: Prinzipiell nichts. Allein B-Junioren-Kapitän Tom Trybull wird im Training jetzt bei uns sein, um sich an höhere Aufgaben zu gewöhnen. Der deutsche Juniorenauswahlspieler wird ansonsten aber bei meinem Kollegen Roland Kroos in der B-Jugend spielen und dort der Mannschaft ein wichtiger Rückhalt bleiben.

Wie geht es im neuen Jahr weiter?

Michael Hartmann: Wir beginnen am 6. Januar mit dem Training und am 14. Februar starten wir dann gegen Werder Bremen mit einem Auswärtsspiel.

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