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09.06.2010 11:25 Uhr

Michael Hartmann im Interview: „Wir ziehen unser Spiel durch“

Den Staffelsieg in der A-Junioren-Bundesliga in der Tasche, das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft vor der Brust: Im großen Interview mit Hansa-Online schaut Trainer Michael Hartmann auf die Saison zurück und gibt einen Ausblick auf das Semifinale.


Hansa-Online: Herr Hartmann, eine erfolgreiche Saison in der A-Junioren-Bundesliga liegt so gut wie hinter Ihnen, den Staffelsieg kann man dem FCH nicht mehr nehmen. Wie würden Sie die Saison im Rückblick zusammenfassen?

Michael Hartmann: Für die Jungs und auch für den Verein ist es eine Riesen-Geschichte. Wir hatten von Anfang an eine sehr gute Truppe und auch eine sehr gute Moral innerhalb dieser. Letztendlich bleibt, dass die Jungs alles das umgesetzt haben, was ich mir vorgestellt hatte. Wir haben zu einer geschlossenen Mannschaftsleistung gefunden und die Jungs haben konstant ihre Leistung gezeigt oder gar übertroffen.

Gab es einen Moment oder ein Spiel, das Ihnen aus dieser Spielzeit besonders in Erinnerung bleiben wird?

Michael Hartmann: Nein, das nicht. Ich glaube, dass es immer entscheidende Spiele gibt. Ob jetzt das 3:3 gegen Hertha hier zu Hause, als wir aus einem 1:3-Rückstand wieder zurückgekommen sind. Das sind Spiele, in denen man sieht, dass dort eine sehr gute Truppe auf dem Platz steht, die auch eine große Moral hat. Das zeigt sich dann in solch engen Spielen.

Seit 2008 trainieren Sie nun die A-Jugend. Welche Erfahrungen schöpfen Sie für sich aus dieser Arbeit?

Michael Hartmann: Eine sehr, sehr große. Ich sage es einmal so: Es war immer mein Ziel, nach der Profi-Karriere im Nachwuchsbereich zu arbeiten und das weiterzugeben, was ich in meinen letzten Jahren als Fußballer gelernt habe. Es ist schön, dass man gewisse Sachen nun zurückgeben kann und die Jungs das auch so gut umsetzen. Deshalb nimmt man eigentlich immer etwas aus der Arbeit mit. Nicht nur bei der Arbeit mit den Jungs auf dem Platz, auch das ganze Drumherum war für mich schon eine Erfahrung, aus der man viel gelernt hat.

Hatten Sie zu Beginn der Arbeit bereits ein klares Konzept im Kopf, das Sie umsetzen wollten?

Michael Hartmann: Natürlich hat man eine gewisse Vorstellung, wie man an die Sache herangeht. Ich glaube, dass ich eine Philosophie im Kopf habe und versucht habe, diese den Jungs zu vermitteln. Und das haben sie auch sehr, sehr gut umgesetzt.

Der Erfolg spricht dabei für Sie und die Mannschaft. In der vergangen Saison zweiter, in der laufenden Saison sogar der frühzeitige Staffelsieg. Wo sehen Sie die Quelle des Erfolges?

Michael Hartmann: Nun, wir haben vielleicht nicht die besten Individualisten im Team, dafür aber eine ausgezeichnete Moral. Es zählt nun einmal im Fußball, dass man als Mannschaft auftritt. Das haben wir geschafft und die Jungs haben genau das gezeigt, was ich mir vorstelle. Wenn alle im oberen Drittel ihres Leistungsvermögens spielen, ist es sehr schwer, uns zu schlagen. Und so war es dann ja über die gesamte Saison hinweg. Der ein oder andere ist dann sogar über sich hinausgewachsen, wo man es teilweise gar nicht erwartet hätte. Das freut mich natürlich.

Wenn man über eine gesamte Saison erfolgreichen Fußball spielt, kommt dann ein Gefühl der Selbstsicherheit auf oder kann man sich darauf nicht ausruhen?

Michael Hartmann: Nein, das kann man nicht. Was wir erreicht haben, ist für jeden einzelnen sicherlich eine riesige Geschichte. Das gilt ja für alle, die dabei geholfen haben. Das Funktionsteam, die Spieler aus der B-Jugend und die Trainer, die die Jungs in den Jahren zuvor ausgebildet haben. Wenn dann noch die Leistung stimmt, ist es eine tolle Sache.

Das heißt, das kommende Heimspiel gegen Energie Cottbus wird angegangen wie jedes andere auch?

Michael Hartmann: Ja, ganz klar. Wir haben in der Rückrunde keines unserer Spiele verloren. Da wollen wir natürlich auch das letzte gewinnen, um so auch in die Halbfinals um die deutsche Meisterschaft gestärkt zu gehen. Denn es wäre sicherlich nicht gut, mit einer Niederlage in diese Spiele zu gehen. Deshalb werden wir alles versuchen, um auch dieses zu gewinnen.

Die nächste große Aufgabe besteht zunächst im Halbfinalspiel um den Einzug in das Finale der A-Junioren-Bundesliga-Meisterschaft. Gegner könnte der VfB Stuttgart oder der Mainz 05 sein. Würden Sie einen der beiden bevorzugen?

Michael Hartmann: Nein, das nicht. Ich kenne beide Mannschaften nicht und habe sie auch nicht beobachten lassen. Es ist egal, wer dort kommt. Wir werden versuchen, unser Spiel durchzuziehen. Wir müssen dann sehen, wie der Gegner damit zurechtkommt. Ich hoffe natürlich, dass er damit nicht zurechtkommt und wir erfolgreich aus diesem Spiel gehen.

Wie bereiten Sie die Mannschaft auf diese neuen Gegner vor und wie schätzen Sie ihre Chancen ein?

Michael Hartmann: Wie eben gesagt. Wie bei allen vorherigen Punktspielen, bei denen ich die Mannschaften nie beobachten lassen habe oder mir Spiele angeschaut habe, spielen wir unsere Ausrichtung aus und hoffen, dass sich der Gegner nach uns umschauen muss. so dass wir unser Spiel machen und erfolgreich sind.

Durch den Abstieg in die 3. Liga drohen auch in der Nachwuchsarbeit finanzielle Einschnitte. Ist es mit Blick auf die Zukunft nicht der falsche Weg, gerade dort Einsparungen vorzunehmen?

Michael Hartmann: Es ist sicherlich keine einfache Situation. Ich glaube, dass der Verein erkannt hat, dass es in der Nachwuchsarbeit so weiter laufen muss wie bisher. Das ist nun einmal ein nicht zu ersetzendes Kapital. Was man hier in den Jahren alles geschaffen hat, alleine das Internat. Da kann man nicht anfangen, von heute auf morgen rapide zu kürzen. Man muss halt weiter versuchen, gute Spieler nach Rostock zu holen. Wir müssen versuchen, unser aktuelles Level weiter zu halten. Ansonsten wird es schwer, Spieler nach Rostock zu locken.

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