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02.11.2011 11:14 Uhr

Mit Emotionen ins 'Kellerduell': Doppelinterview mit Gledson & Yelen

Der F.C. Hansa (14. Tabellenplatz) spielt am kommenden Sonntag beim FSV Frankfurt (13. Tabellenplatz). Es wird eine Art  „Familientreffen“. Denn: Gleich fünf Spieler wechselten in den letzten Jahren von der Ostsee an den Main. Patric Klandt, Andreas Dahlen, Mario Fillinger, Gledson und Zafer Yelen. „Gledi“ (32 Jahre/2005 bis 2007/2007 - 2009 bei Hansa) und Zafer (25 Jahre/2006 bis 2009 bei Hansa) baten wir vor der Begegnung zum Doppelinterview.

fc-hansa.de: Wie wichtig ist dieses Match gegen Hansa Rostock für Euch persönlich?
Gledson: Es ist ein Spiel gegen Freunde und es ist ein Spiel gegen den Abstieg und sicherlich auch mit einigen Emotionen. Es ist auch mein erstes Spiel gegen Hansa. Aber: Mit einem Sieg können wir uns von den Abstiegsplätzen fern halten. Ich rechne so mit einem intensiven, schweren Kampspiel. Bisher haben wir zu Hause nur vier Remis erreicht, aber schon drei Niederlagen kassiert.
Yelen: Wir haben in dieser Saison noch Potential nach oben. Wir sind doch besser, als es der Tabellenplatz jetzt aussagt. Viele von uns haben diesen Hansa-Hintergrund. Da spielen natürlich Emotionen mit. Für mich ist es auch noch das erste Spiel gegen Hansa.

fc-hansa.de: Wie seht Ihr eure Rolle beim FSV?
Gledson: Ich hatte damals einige andere Angebote. Ich habe hier dann noch einmal bei Null angefangen. Mein erstes Jahr war nicht gut, mein zweites Jahr war etwas besser, im dritten Jahr bin ich jetzt hier wirklich angekommen. In den ersten beiden Serien machte ich je 23 Spiele, jetzt schon 13...
Yelen: Ich fühle mich sehr wohl am Main. Durch einen Tipp von unserem Torwart Patric Klandt, den ich aus Rostock kannte, habe ich im Sommer den Weg in den Profifußball zurück gefunden. Mein Glück war wohl, dass ich ablösefrei war. Es ist das Comeback meines Lebens. Ich bin dankbar, dass ich jetzt endlich wieder auf dem Platz stehen darf, auch oft in der Startelf stehe und durch spielen kann. Ich habe mich nach drei Jahren ohne ein Pflichtspiel in die Mannschaft gekämpft, für mich persönlich läuft es gut, aber leider nicht so sehr für unsere Truppe. Ich selbst habe jetzt 13 Spiele gemacht und zwei Mal getroffen.

fc-hansa.de: Habt Ihr noch Kontakte nach Rostock, was bedeutet der Verein für Euch?Gledson: Rostock ist für mich einst durch meinen Förderer und Trainer Frank Pagelsdorf meine zweite Heimat geworden. Hier habe ich meine Frau kennen und lieben gelernt. In Güstrow wohnen meine Schwiegereltern. Mit Paule Beinlich habe ich noch gespielt, mit Marcel Schied und Dexter Langen bin ich locker befreundet.
Yelen: Ich stehe noch mit Kevin Pannewitz, der wie ich von TeBe kam und der den gleichen Berater hat wie ich, und Dexter Langen in Kontakt. Rostock war mein Sprungbrett in den Profifußball. Hier wurde ich türkischer Auswahlspieler, Bundesligaspieler, Frank Pagelsdorf habe ich viel zu verdanken. Wir müssen Sonntag in diesem so genannten Kellerduell gewinnen, aber ich wünsche mir unabhängig davon, dass beide Vereine auch in der kommenden Saison noch in der 2. Liga spielen!

fc-hansa.de: Wo wohnt Ihr am Main?
Gledson: Ich wohne mit unseren drei Kindern in Offenbach, wo ja mit Marc Stein noch ein sechster Ex-Hanseat steckt...
Yelen: Ich wohne in Frankfurt-Riedberg.

fc-hansa.de: War es ein Fehler, Rostock zu verlassen?
Gledson: Ich habe lange in einer guten Mannschaft um Mathias Schober gespielt. Wir waren eine tolle Truppe, ein erfolgreiches Team. Aber mit der Zeit wurden wir ausgedünnt. Auch ich war am Ende nicht immer gut. Dann hatte ich kein Angebot mehr und bin in Frankfurt gelandet. In Frankfurt wurde ich nun wieder Stammspieler. Darüber bin ich froh.
Yelen: Mein Wechsel zu Trabzonspor war im Nachgang eine Katastrophe. Sportlich, medizinisch und finanziell habe ich in der Türkei gelitten. Von A bis Z lief dort alles schief. Dazu war ich verletzt, die Vertragsauflösung dort war wie eine Erlösung. Der FSV wurde wie ein Rettungsanker für mich. Seither habe ich wieder Freude am Fußball, bin Stammspieler. Bei einer gewissen Anzahl von Einsätzen, kann ich auch nächste Saison noch beim FSV Frankfurt spielen.

fc-hansa.de: Wie seht Ihr die sportliche Lage eures Vereins?
Gledson: Wir haben einige gute Spieler am Saisonende verloren. Aber wir sind besser als wir jetzt dastehen. Normal müssten wir sieben oder acht Punkte mehr haben. Vor allem in der Schlussphase haben wir oft unnötige Niederlagen kassiert oder Punkte verschenkt. Ich erinnere mich ungern an dramatische Spiele gegen Union, Bochum oder St. Pauli. Auch das 2:5 gegen Fortuna Düsseldorf im eigenen Stadion am letzten Sonntag war nach einem 2:2 bis zur 66. Minute und bei zwei Führungstoren durch Zafer und Chrisantus ganz bitter.
Yelen: Wir sind in Frankfurt noch ohne Sieg, wollen das gegen Hansa ändern. Normal sind wir derzeit eine Auswärtsmannschaft mit Erfolg, schließlich haben wir schon zwei Siege und ein Remis auf dem Konto. Dort holen wir bisher vor allem unsere Punkte!

fc-hansa.de: Ihr seid fünf Ex-Rostocker. Hängt Ihr auch in Frankfurt/M. noch oft zusammen ab?
Gledson: Wir sind gute Kameraden, kennen uns gut, hängen privat aber nicht als Gruppe zusammen.
Yelen: Zu Patric Klandt habe ich schon einen guten Kontakt. Aber ansonsten sind wir normale Kollegen einer geschlossenen Mannschaft.

fc-hansa.de: Danke für das Interview und ein gutes Spiel.

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