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01.03.2007 08:58 Uhr

Mit neuem Selbstvertrauen zurück zu alter Stärke

Er ist wieder da, unser alter F.C. Hansa aus der Hinrunde! Mit dem großartig erkämpften 2:1-Auswärtssieg im Spitzenspiel beim MSV Duisburg am vorigen Montagabend ist die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf nicht nur auf den zweiten Platz zurückgekehrt und hat den Rückstand auf Tabellenführer Karlsruher SC auf drei Punkte verringert. Der Erfolg beim direkten Aufstiegskonkurrenten zeigte vor allem, dass unsere Jungs endgültig ihren unerschütterlichen Siegeswillen aus der erfolgreichen Hinrunde wiedergefunden haben.

Nach dem 2:2 im letzten Heimspiel gegen den FC Augsburg, wo Stefan Beinlich und Co. schon ein 0:2 aufgeholt hatten, drehten sie auch in Duisburg das Spiel nach einem Rückstand – und das in souveräner Manier. „Das war ein Sieg zu einem Zeitpunkt, an dem die Mannschaft ihn gebraucht hat und der ihr hoffentlich das Selbstvertrauen wiedergibt, das sie sich in der Hinrunde erarbeitet hat“, sagte Manager Stefan Studer nach der Partie in der MSV-Arena, bei der der F.C. Hansa auch seine Saison-Rekordserie rettete.

 

Denn das 2:1 gegen die „Zebras“, die nach dem 0:1 in der Hinrunde im Ostseestadion erst zum zweiten Mal überhaupt in dieser Saison verloren, beendete für den MSV eine Serie von 16 Partien ohne Niederlage. Der F.C. Hansa hatte in der gesamten Hinrunde, also 17 Mal in Folge nicht als Verlierer den Platz verlassen.

Für das Siegtor vor 19.217 Zuschauern in der MSV-Arena und vor vielen Hansa-Fans am Fernseher sorgte dabei wieder einmal ein „Joker“. Diesmal war es Amir Shapourzadeh, der gerade einmal acht Minuten nach seiner Einwechslung durch Frank Pagelsdorf in der 75. Minute eine Flanke von Marc Stein zum 2:1 über die Linie drückte. „Wir hatten zuletzt eine nicht so gute Serie. Wenn wir dann hier gewinnen, dann ist das enorm wichtig für das Selbstvertrauen“, sagte Matchwinner Shapourzadeh, der in der Hinrunde schon bei der sensationellen Aufholjagd beim 4:4 in Karlsruhe zwei Tore geschossen hatte, nach seinem insgesamt vierten Saisontreffer.

 

Dabei hatte die Partie für unsere Jungs nicht wirklich gut begonnen. In der 19. Minute erzielte MSV-Abwehrspieler Björn Schlicke nach einem Eckball per Kopf das 1:0 für die „Zebras“, doch der F.C. Hansa hätte beinahe postwendend zurückgeschlagen. Im direkten Gegenzug erhielt unsere Mannschaft einen Freistoß rund 35 Meter vor dem Duisburger Tor. Zafer Yelen versuchte es dennoch direkt, aber sein Schuss durch Freund und Feind landete nur am linken Pfosten. MSV-Torhüter Sven Beuckert hatte dem Ball regungslos nur hinterhergeschaut.

In der 28. Minute hatte Zafer Yelen dann mehr Glück. Der 20-Jährige, der nach seiner Gala-Vorstellung gegen Augsburg im Mittelfeld hinter den Spitzen spielen durfte, schlenzte einen von ihm selbst herausgeholten Freistoß zum 1:1 direkt unter die Latte, mit leichter Unterstützung von Schlicke, der den Schuss noch abgefälscht hatte. Gerade einmal 30 Sekunden später hatte Enrico Kern schon die Führung erzielen können, scheiterte aber freistehend an Beuckert, was den besten Hansa-Torschützen mächtig wurmte.

Am Ende strahlte aber auch er. „Das war sicher ein Big Point. In Duisburg bei einem Mitkonkurrenten zu gewinnen, das ist sensationell. Die Partie gegen Burghausen ist aber jetzt genau so wichtig“, meinte Kern nach der turbulenten zweiten Halbzeit, in der zunächst der MSV mächtig aufs Tempo drückte. Zweimal jubelten die Duisburger Fans auch schon über die vermeintliche erneute Führung, aber sowohl beim Treffer von Mihai Tararache (62.), als Iulian Filipescu im passiven Abseits Hansa-Keeper Mathias Schober die Sicht nahm, als auch beim Tor von Mohamadou elf Minuten später entschied der nicht immer sichere Schiedsrichter Wolfgang Stark zurecht auf Abseits. Für den letzten Aufreger nach Shapourzadehs Siegtreffer sorgte in der 78. Minute Duisburgs Torjäger Klemen Lavric, der nach einem Kopfstoß gegen Hansa-Kapitän Stefan Beinlich die Rote Karte sah.

 

„Viele hatten uns schon abgeschrieben, aber wir kommen immer wieder zurück. Es spricht für die Mannschaft, dass wir wieder einen Rückstand aufgeholt und diesmal sogar noch in einen Sieg verwandelt haben“, meinte „Paule“ Beinlich. Acht Tage vor dem Sieg in Duisburg hatte es gegen Aufsteiger FC Augsburg nach einem frühen 0:2-Rückstand noch ein 2:2 gegeben, auch weil Stefan Beinlich dort in zwei entscheidenden Momenten Zafer Yelen den Vortritt gelassen hatte.

 

In der 36. Minute erzielte der Deutsch-Türke, den zehn Tage zuvor in Georgien sein Debüt in der türkischen U21-Nationalmannschaft gefeiert hatte, zunächst mit einem direkten Freistoß das 1:2 – sein erstes Zweitliga-Tor. Und als es in der 72. Minute einen Elfmeter für den F.C. Hansa gab, durfte wieder der Youngster schießen. „Er hatte ein sehr gutes Spiel gemacht, nicht nur wegen seiner Standards. Deshalb hatte ich entschieden, dass er den Elfmeter schießen soll“, sagte Stefan Beinlich später: „Vor dem Spiel war ich als möglicher Schütze vorgesehen. Doch nach dem Spielverlauf war ich mir dann sicher, dass Zafer ihn reinmacht.“ Und „Paule“ behielt Recht.

 

Nach dem wichtigen Erfolg in Duisburg will der F.C. Hansa jetzt gegen den Tabellenvorletzten aus Burghausen seine neue Serie ausbauen. Im Hinspiel gab es in Burghausen durch ein Tor von Enrico Kern einen 1:0-Erfolg, durch den unsere Jungs damals zum ersten Mal in dieser Saison an die Tabellenspitze kletterten. Wenn das keine guten Erinnerungen sind ...

 

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