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27.01.2016 14:24 Uhr

„Mucki“ und die Volksfeststimmung

Fußballspiele, die so prickelnd wie ein Fass mit Altöl sind, fallen beizeiten dem Vergessen anheim und werden in der Geschichte auch nicht mehr nachgefragt. Anders die Partien, die unter dem Obdach einer Wundertüte ihre Dramaturgie entfalten: Mal sehen, was drin ist. Hansas Begegnungen gegen den VfL Osnabrück im Jahr 2014 liefern dazu die Exempel.

Erster Februar. Winterkälte. Die wird gleich noch ein bisschen schneidender, denn Hansa verursacht in kollektiver Froststarre schon nach zwei Minuten einen Elfmeter. Feldhahn verwandelt für Osnabrück. Als Schiedsrichter Tobias Stieler 20 Minuten später wieder Elfmeter für Osnabrück gibt, wähnen sich die Rostocker wie Taumelnde auf einer Eisbahn. Doch Torhüter Hahnel hält Grimaldis Elfer. Dann wird es bunt: Jakobs trifft zum 1:1. Hansa hangelt sich emotional wie auf einem Rodelberg hoch und rammelt (Feldverweise gegen Pekovic und Schünemann) gleich wieder runter. Zur Pause neun Rostocker gegen die Osnabrücker Elf. Hansa-Coach Andreas Bergmann personifiziert die neue Taktik mit dem Einsatz des Kämpfers Sebastian Pelzer. Ein paar Fans sind offenbar die Hirne vereist: Spielunterbrechung für fast 15 Minuten. Danach Scheibenschießen der Osnabrücker mit einer Streuung wie Silvesterknaller. Die Hanseaten wuchten sich leidenschaftlich in alles rein und sichern das 1:1. 8500 Zuschauer in wärmender Volksfeststimmung.

Letzter Oktobertag. Halloween. Flutlichtspiel. Das scheint auf dem Rasen noch nicht angekommen zu sein. Die Hanseaten irrlichtern in einer Partie, die die Osnabrücker auch nicht dominieren. Doch sie schießen durch Menga und Feldhahn ihre Tore. Dann kommt Mustafa „Mucki“ Kucukovic. Anfangs stolpert er noch über den Rasen. Bis die Erleuchtung wie ein Komet anrauscht. In spielerischer Düsternis trifft „Mucki“ in der Nachspielzeit zum Anschluss. Die Stimmung, vorher wie auf einem verlassenen Dorfanger, kippt. Wie aus zigtausend Feuerzeugen brennt es nun im Osnabrücker Strafraum lichterloh und in der fünften Minute der Nachspielzeit lässt Kucukovic 9200 Zuschauer jubeln. Hansa beschenkt sich und Osnabrück gruselt es. Halloween!

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