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09.11.2006 08:29 Uhr

Neuer Eintracht-Trainer Vasic kämpft gegen alte Probleme

Bei Eintracht Braunschweig ist die Stimmung alles andere als gut. Sportlich läuft es bei den Niedersachsen nicht nach Plan. Der Deutsche Meister von 1967 steht tief im Tabellenkeller der 2. Bundesliga. Zudem sorgte der neue Trainer Djuradj Vasic mit einer knallharten Analyse kürzlich für Schlagzeilen.

 

Nach den Pleiten in den ersten beiden Spielen unter seiner Regie beim in Aue (0:3) und zu Hause gegen Fürth (0:2) sprach der 50 Jahre alte Coach dem eigenen Team mehrmals die Ligatauglichkeit ab. „Die Mannschaft ist nicht in der Lage, Fußball zu spielen, wie man ihn in der 2. Liga spielen muss“, lautete die Kritik von Vasic. Was folgte, war vor einer Woche am 10. Spieltag ein 0:1 in Freiburg und zum zweiten Mal nach dem 6. Spieltag der Sturz ans Tabellenende. Die Rote Laterne behielten die Niedersachsen dann auch nach der 2:3-Heimpleite im Kellerduell gegen Unterhaching.

„Die Kritik richtet sich nicht gegen die Mannschaft. Der Trainer hat die Probleme in der Kaderzusammenstellung aufgezeigt“, erklärte der neue Sportliche Leiter Rolf Dockter. Der frühere Spieler des FSV Salmrohr hatte Vasic vom Süd-Regionalligisten SV Wehen zur Eintracht geholt und stärkte dem neuen Trainer für dessen „klare Leistungsanalyse“ den Rücken: „Es gibt keinen Grund, ihn in Frage zu stellen.“

 

Für Vasic haben offensichtlich längst nicht alle Profis im Eintracht-Kader Zweitliga-Niveau. Zudem fallen in Daniel Graf und Patrick Bick zwei Leistungsträger als Langzeitverletzte aus. Der Coach, für den Braunschweig die erste Trainerstation im Profi-Fußball ist, fordert deshalb neue Spieler. Sie sollen möglichst „lange Kerle“ und kopfballstark sein.

„Wir müssen in der Luft ganz anders aussehen und uns verbessern, damit wir konkurrenzfähig bleiben“, erklärte der Nachfolger von Ex-Trainer Michael Krüger. Der musste am 4. Oktober mit Ex-Manager Wolfgang Loos gehen. Bei den Fans ist das Duo aber weiterhin beliebt und wurde zuletzt mit Sprechchören gefeiert.

 

Die frustrierten Zuschauer forderten wegen des schlechten Saisonstarts den Rücktritt von Vereinspräsident Gerhard Glogowski und Dockter. Die Eintracht-Führung scheint aber gewillt zu sein, den Vasic-Wunsch nach neuen Spielern zu erfüllen. „Das ist doch normal, dass wir uns nach neuen Spielern umschauen, um die Lücken zu schließen“, argumentierte Dockter.

Vasic setzte kürzlich auch einen Laktattest für die Braunschweiger Profis um Stürmer Jürgen Rische und Mittelfeldspieler Tobias Schweinsteiger, der Bruder von Bayern-Star Bastian Schweinsteiger, an. Mit dieser Maßnahme wird gewöhnlich vor dem Saisonstart der körperliche Zustand überprüft. Der Coach hatte auch die Fitness seiner Spieler moniert.

Ob die deutlichen Worte über die Qualität des eigenen Kaders langfristig als Motivationsschub dienen, muss die Eintracht-Mannschaft in Rostock beweisen. Bisher hat Vasic noch nicht mehr bewegt als sein Vorgänger Krüger.

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