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25.05.2009 19:15 Uhr

Neues Gesicht für Hansa: Bradley Carnell kommt aus dem WM-Land 2010

Der F.C. Hansa Rostock bekommt für die neue Saison ein neues Gesicht: Mit Bradley Carnell (32) verpflichtete der hanseatische Bundesligist aus der 2. Liga einen Fußballer aus dem WM-Land Südafrika!

Bradley Carnell wurde am 21. Januar 1977 in Johannesburg geboren, ist ledig, Vater zweier Töchter. Er ist 1,74 m groß und 70 kg schwer.
Allerdings ist der Kicker mit dem linken Fuß kein unbekannter Spieler in der Beletage des deutschen Fußballs, schließlich spielt der Blondschopf seit elf Jahren auf deutschen Fußballplätzen und war 2002 WM-Teilnehmer in Asien, bestritt bereits 38mal für sein Land Länderspiele, wartet allerdings noch immer auf seinen ersten Länderspieltreffer.
In Japan/Südkorea absolvierte Carnell alle drei WM-Vorrundenspiele. Bilanz: Sieg, Niederlage, Remis.

Außerdem war er in den Qualifikationsspielen für die Turniere von 2002 an in acht Begegnungen im Einsatz. Dazu nahm er am Afrika-Cup in Mali 2002 teil.
Der heutige Mittelfeldspieler begann als Fußballer an der Wits University, spielte später für die Kaizer Chifs. Danach ging es schon nach Deutschland.
Nach seiner ersten Station VfB Stuttgart (1998-2003/82 Einsätze/3Tore) stand er bei Borussia Mönchengladbach (2003-Januar 2005/24 Einsätze/1Tor) und seitdem beim Karlsruher SC unter Vertrag (83/8). Er ist ablösefrei, sein Vertrag endete in Baden.
Mit der Erfahrung aus 134 Erstliga-Spielen (4 Tore) und 65 Zweitliga-Partien (8 Treffer) soll der südafrikanische WM-Kandidat im nächsten Jahr nun also der Truppe von Andreas Zachhuber weiterhelfen.

Warum Carnell?
Andreas Zachhuber sagt es so: „Ich habe schon zu meinen Bundesligazeiten den Jungen auf dem Zettel gehabt, ihn immer verfolgt. Jetzt war der Bursche zu haben und wir haben zugegriffen. Bradley ist 32 Jahre und hat viel Erfahrung gesammelt, die kann er jetzt an unsere vielen jungen Spielern weitergeben.“
In der abgelaufenen Saison kam Carnell auf elf Einsätze in der Profi-Elf. Fünf Mal wurde er eingewechselt, vier Mal ausgewechselt. Mehr Spielmöglichkeiten verhinderten Verletzungen. Eine Wadenverletzung hinderte ihn lange, auf mehr Spiele zu kommen.

Die Karriere des südafrikanischen Kickers ist bemerkenswert. Carnell erinnert sich so sehr genau an seine Jugendzeit und seinen Wunsch, ein guter Fußballer zu werden: „Der Traum entstand, als ich neun oder zehn Jahre alt war. Ich bin mit 16 Jahren der jüngste Profi aller Zeiten in Südafrika geworden. Der Schritt zum Profifußball kam also bei mir schon relativ früh.“
So düste Carnell bereits mit 21 Jahren und ohne Familie nach Deutschland und landete bei Winfried Schäfer und dem VfB Stuttgart. Freunde und Fußball-Kollegen waren damals Spieler wie Fredi Bobic, Gerhard Poschner, Pablo Thiam, Franz Wohlfahrt und Frank Verlaat.

Wie es zum Sprung nach Europa kam, erklärte Carnell in einem Interview einmal so: „Wie jeder ambitionierte Profifußballer in Südafrika hatte ich den Wunsch, irgendwo in Europa Fußball zu spielen. Dass ich ausgerechnet in Deutschland und beim VfB Stuttgart gelandet bin, war eigentlich Zufall. Der Kontakt kam durch den jetzigen Sportdirektor vom SC Freiburg, Dirk Dufner, zustande, der damals für den VfB arbeitete. Ich wurde zu einem Probetraining eingeladen und zwei Wochen später bestritt ich unter Winnie Schäfer mein erstes Spiel für Stuttgart. Es war eine schöne Zeit und diesen Schritt habe ich auch nie bereut.“

Unter dem späteren VfB-Coach Felix Magath lief es in Schwaben schließlich weniger gut. So wechselte der Südafrikaner zum einstigen Hansa-Trainer Ewald Lienen und damit zu Borussia Mönchengladbach, wo er erst unter Dick Advocaat immer weniger Spielchancen bekam.
Sean Dundee leitete schließlich seinen Landsmann in die 2. Liga, zum Karlsruher SC, wo der südafrikanische Nationalspieler einen Neuanfang in der 2. Liga startete und mit dem Verein den Klassenerhalt in der zweithöchsten Spielklasse sowie Auf- und Abstieg feierte bzw. durchlitt.

Nach dem bitteren Saisonverlauf des KSC 2009 und dem Abschied aus Baden peilt Carnell nun also die WM-Saison im eigenen Land an.
Der Südafrikaner über die Mentalität seiner Landsleute: „Südafrikaner sind in der Regel etwas lockerer, flachsen gerne und sind für jeden Spaß zu haben. In Deutschland sind die Leute eher zielgerichtet und bleiben ihrer Linie treu. Ein Südafrikaner weicht gerne mal davon ab und probiert immer mal was Neues aus.“
2010 wollen die Südafrikaner nun gute Gastgeber für das erste WM-Turnier auf afrikanischem Boden sein.

Vor zehn Jahren bestritt der Blondschopf aus Afrika erstmals ein Länderspiel für „Bafana Bafana“. Mittlerweile ging das Nationalteam durch viele Höhen und Tiefen, wechselten die Kader und die Trainer. Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem Heimrecht bei der WM und eine Leistungssteigerung im eigenen Land.
Test für die WM wird nach Abschluss der Bundesliga-Saison der Confed-Cup sein, bei dem Südafrika auf Europameister Spanien, den Irak und Neuseeland trifft.
Am 5. 9. 2009 hat Bradley Carnell ein ganz besonderes Spiel auf seinem Zettel. Dann spielt Südafrika in Leverkusen gegen Deutschland.

Übrigens, der F.C. Hansa gehörte für Bradley Carnell immer zu seinen Lieblingsgegnern. Er spielte neun Mal gegen seinen neuen Klub, gewann fünf Mal, spielte dreimal Remis und verlor nur einmal…

 

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