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29.01.2007 13:56 Uhr

Novum bei Hansa: Rasen mähen im Winter!

Jens Johanson (41) ist leitender Platzwart des Ostseestadion. Im Jahre 1998 kam er an die Kopernikusstraße, übernahm die Chefrolle 2003 von Richard Engels. Aber das, was er in diesem Winter erlebt, hat er in dieser Form noch nie erlebt. So manchem Besucher wird es um die Arena aber vielleicht auch schon aufgefallen sein: Die sechs „Gärtner des Stadions“ mähen sowohl im Ostseestadion als auch im Volksstadion den Rasen – im Winter 

 

Zur aktuellen Lage über die milde Winterlage unterhielten wir uns mit Jens Johanson.

 

Herr Johanson, wie reagiert der Rasen im Stadion auf das milde Wetter?
Jens Johanson: Normalerweise spielt der Rasen im Winter ja verrückt, der kriegt oben Frost durch die Kälte und von unten Wärme, durch die Rasenheizung.

Aber diesmal?
Jens Johanson: Wächst der Rasen in einer Zeit, da er eigentlich Winterschlaf halten sollte. Da müssen wir ihm schon Nährstoffe zuführen.

Die Konsequenz also?
Jens Johanson: Wir mussten zwischenzeitlich schon mal düngen. Die Pflanzen gewissermaßen unterstützen. Auch ein Novum für uns.

Hatten Sie in diesem Jahr überhaupt schon einmal die Rasenheizung an?
Jens Johanson: Ja, im Oktober, da haben wir einen Probelauf gemacht. Sonst brauchten wir die Rasenheizung nicht anschalten.

Ist das für die Stadiongesellschaft und Hansa nicht eine enorme Ersparnis?
Jens Johanson: Genau kann das eigentlich nur unser Stadiontechniker Hans-Jürgen Meister sagen. Aber ich denke, die Ersparnis dürfte schon jetzt im fünfstelligen Bereich liegen.

Im Januar Rasen mähen, dies ist wohl wirklich einmalig?
Jens Johanson: Das kann man wohl sagen. Wir haben sonst im Januar zwar schon mal Muster gewalzt. Aber so wie jetzt, den Rasen wirklich mähen, konnten wir noch nie. Aber bei bis zu 10 Grad war das diesmal locker drin.

Glauben Sie, dass der Rasen jetzt noch weiß, was da los ist?
Jens Johanson: Ehrlich, nein. Die Pflanzen haben sonst um diese Zeit wirklich Stress. Für diese Jahreszeit sind sie nun  in einem guten Zustand und der Rasen ist unter diesen Temperatur- und Wetterbedingungen  relativ ordentlich.

Gilt das auch für die Trainingsplätze der Profis?
Jens Johanson: Im Prinzip ja. Aber wir haben hier die Problematik, das die Plätze nahezu jeden Tag in diesem Winter viel Regen abbekamen, es verging ja kein Tag ohne Regenguss. Der Boden ist also dort sehr weich, konnte nie richtig abtrocknen. Manchmal stehen die Jungs deshalb wie im Pudding.

Ist es vorgesehen, den Rasen im Ostseestadion in Zukunft mal wieder zu wechseln?
Jens Johanson: Der letzte Wechsel war 2002, danach wurde immer mal wieder nachgesät und ausgebessert. Aber jetzt denken wir in der Tat mal wieder über einen neuen Rasen nach.

Wird die Pflege des Rasens eigentlich auch von DFB und DFL gesteuert?
Jens Johanson: Es gibt Lehrgänge für unsere Branche. Aber jeder Verein ist für sich selbstverantwortlich. Ich selbst war schon dreimal bei solchen Veranstaltungen der DEULA. Im März geht ein Kollege wieder zu einer Schulung nach Kempten. Wir unternehmen also alles, um auch in dieser Frage erstklassig zu sein.

Im vorigen Jahr hatten wir am 31. Januar gegen Bayern München fast 20 Grad minus. Fürchten Sie noch einen späten Wintereinbruch jetzt auch noch?
Jens Johanson: Nein, auf einige Kältegrade sind wir in diesem Jahr schon noch eingerichtet. Spielausfälle sind so auch bei widrigen Wetterverhältnissen nicht zu befürchten. Aber dass wir keinen Schnee schieben mussten, erleichterte uns bislang lange die Arbeit.

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