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01.11.2007 10:23 Uhr

„Otto“ Kern trifft Kumpel Borowski

Eigentlich wollte Hansa-Kapitän Enrico Kern einmal beim SV Werder Bremen Bundesliga-Spieler werden. Kern kam damals als Super-Talent des deutschen Fußballs von Tennis Borussia Berlin, spielte 2000 bis 2002 an der Weser. Aber der Mann mit der Rückennummer 30 kam damals nicht einmal zum Einsatz.


Im ersten Jahr machte Kern aus unterschiedlichen Gründen kein Spiel, in der zweiten Saison spielte er 25mal für die Amateure in der Oberliga Nord und machte drei „Kisten“, ehe er zum SV Waldhof wechselte. „Es hat einfach nicht gepasst. Aber der Umweg über mehrere Stationen hat mich vorangebracht.“ Das mit dem Bundesliga-Debüt klappte erst nach seinem Wechsel von Jahn Regensburg zum F.C. Hansa im Winter 2005/2006.

 

Im zweiten Jahr an der Küste stieg Enrico mit Hansa auf, der Torjäger der Hanseaten ballerte die Rostocker ins Oberhaus. Am ersten Spieltag machte Enrico schließlich sein erstes Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München in der Allianz-Arena. In elf Spielen kam er inzwischen auf zwei Tore, zwei weitere Treffer markierte er am Dienstag im Pokal gegen Kickers Offenbach (6:0).

Sonnabend steht nun das Spiel bei seinem alten Verein Werder Bremen an. „Ja,“, so sagt Kern, „es wird ein besonderes Spiel.“ Der Grund: „Ich habe noch viele Freunde dort.“
Typisch für ihn, wo er aufkreuzt, hat er immer viele Freunde. Liegt wohl in der Natur des Erzgebirglers.

Einer dieser Freunde ist Tim Borowski. Mit ihm hat „Otto“ Kern einst schon in der deutschen Jugend-Nationalmannschaft und der U21 gekickt. Warum gerade Tim? „Er kommt wie ich aus den Neuen Bundesländern, er ist wie ich ein natürlicher Typ. Als wir uns in Bremen getroffen haben, waren wir viel zusammen. Der Kontakt ist bis jetzt nicht abgerissen.“

Telefoniert man von so einem Spiel? „Ich glaube, da machen wir eine kleine Pause“. Ist eine Wette verabredet? „Darüber müssten wir vor dem Spiel noch sprechen. Wir gehen uns ja nicht aus dem Weg, nur 90 Minuten ist Ruhe…“


Geht man im direkten Duell weniger zur Sache: „Fußball ist Fußball, Zweikampf ist Zweikampf. Wir sind Männer und so spielen wir. Niemand hat von Natur aus die Absicht den anderen zu verletzten.“

Im NDR-Gespräch mit Jan Didjurgeit befragte der Reporter den Fußballer, ob er sich vorstellen könnte, dass der gebürtige Neubrandenburger für Hansa spielen würde. „Vorstellen kann ich mir alles. Aber im Moment würde Tim wohl keinen Platz bei uns finden“, frotzelte Kern lachend ins Mikrofon.

 

Tatsache ist: Tim Borowski wurde einst tatsächlich von  Hanseaten-Scout Jürgen Heinsch gesichtet und vom Verein später für zu klein und zu langsam befunden. Danach war er für Hansa zu teuer und an Werder vergeben.

Klar ist dies: Kern will an der Weser nicht „zu Besuch“ fahren. „Nach dem 6:0 sind wir selbstbewusst, wollen was mitnehmen.“

Klar ist auch dies: Enrico Kern und Tim Borowski werden nach dem Spiel das Trikot tauschen.
Ob Kern dabei auf dem rechten Flügel oder im Zentrum mit Victor Agali spielt, der im Pokal zwei „Kirschen“ auflegte, bleibt abzuwarten. Im „kicker“ meinte er: „Ich bin Stürmer…“

 

 

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