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29.10.2007 11:33 Uhr

Pokal ist für Offenbachs Trainer Frank die Kür

Wolfgang Frank ist ein erfahrener Fußball-Lehrer – und dazu ein akribischer Arbeiter. So verbrachte er seinen Sommerurlaub meist vor dem Fernseher. Er sah sich nochmals alle Spiele der vorigen Saison an, um alle Fehler seiner Mannschaft zu analysieren. Am Ende des Videostudiums stand fest: Bei den Offenbacher Kickers müsse sich etwas ändern, so lautete Franks Fazit.

 

Dabei stand vor allem der Abwehrbereich im Mittelpunkt. Denn mit 59 Gegentreffern stellten die Hessen in der Spielzeit 2006/2007 die zweitschlechteste Hintermannschaft der Liga. Deshalb wurde unter anderem Moses Sichone vom Bundesliga-Absteiger Alemannia Aachen geholt. Von Rot-Weiß Essen kam Martin Hysky. Sie geben der Hintermannschaft mehr Stabilität.

Trotzdem läuft es für den OFC nicht völlig nach Plan. In der zweiten Liga rangieren die Kickers im Mittelfeld. Und vor dem Pokalspiel in Rostock plagen Offenbach Personalprobleme. Der torgefährliche Stürmer Suat Türker fällt wegen eines Muskelfaserrisses ebenso aus wie Christian Müller und Sean Dundee (Rückenprobleme). Beide konnten zuletzt ebenfalls nicht am Mannschaftstraining teilnehmen.

 

Besonders ärgerlich ist der Ausfall von Türker. Offenbar hat er nach einer Oberschenkelverletzung zu früh angefangen. Beim 1:1 im Heimspiel gegen Koblenz erlitt er einen Rückschlag. Türker: „Dass ich nicht dabei bin, ist brutal bitter. Denn die nächsten Spiele sind enorm wichtig für uns“, sagt er.

 

Trotzdem ist der OFC, DFB-Pokalsieger von 1970, nicht zu unterschätzen. Nach dem Achtelfinalerfolg beim F.C. Hansa vor zwei Jahren, erreichten die Kickers auch in der vorigen Saison das Viertelfinale, in dem sie dann am großen Nachbarn Eintracht Frankfurt scheiterten.

Doch der Pokal ist für Frank nur die Kür. Die Pflicht ist die 2. Bundesliga. Der erfahrene Trainer weiß zu genau, wie schwer es ist, sich im Bundesliga-Unterhaus zu behaupten. In der vergangenen Serie wurde erst in der Endphase der Saison der Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht.

 

Daher nahm Frank weitere Veränderungen vor. Er engagierte auch Mentaltrainer. „Wir hatten vorübergehend unseren Teamgeist verloren“, begründete der Coach die Maßnahme. „Außerdem haben wir viele Gegentore in der Schlussphase kassiert. Da fehlte uns die Konzentration.“ Daran arbeiten die Experten seit einigen Wochen nun mit den Spielern um Stürmer Dino Toppmöller, Abwehrmann Niko Bungert, jüngster Offenbacher Profi und erster U21-Nationalspieler seit Oliver Reck und Jörg Neun vor 22 Jahren, oder Torhüter Daniel Endres, der den erfahrenen Cesar Thier, den mit 39 Jahren ältesten Spieler der 2. Liga, als Nummer 1 verdrängt hat. „Vielleicht hilft es, die Konzentrationsfehler besser in den Griff zu bekommen und mit dem Druck besser umgehen zu können“, sagt Mittelfeldspieler Thomas Wörle. Denn in Offenbach sind die Erwartungen stets hoch.

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