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05.05.2006 11:09 Uhr

Portrait Stefan Beinlich

Es war am 18. Januar 2006. Stefan Beinlich kam aus dem Wintertrainingslager in Spanien. Mit dem HSV landete die Maschine der Mannschaft um 17.30 Uhr. Wie sein Trainer Thomas Doll stieg „Paule“ ins Auto und fuhr 200 km, um beim 40. Jahrestag des F.C. Hansa mit 1000 Gästen das Jubiläum zu feiern. Ganz klar: Stefan Beinlich und der F.C. Hansa Rostock – das war einst mehr als ein Job. Beinlich und Hansa – das war Herzenssache und so ist es bis heute…

Am Montag unterschreibt Stefan Beinlich einen Zweijahresvertrag an der Küste. Beinlich wird zum zweiten Mal Hanseat.

Der 34-jährige Mittelfeldspieler und der Rostocker Zweitligist haben sich auf den Abschluss eines Zweijahresvertrages geeinigt, der in den nächsten Tagen unterzeichnet wird. Der Vertrag gilt für die 1. und 2. Liga. Stefan Beinlich spielte bereits von 1994 bis 1997 für den F.C. Hansa und erzielte in 105 Punkt- und Pokalspielen 35 Tore für die Rostocker.

Die Rostocker haben damit den Kampf um den Routinier gewonnen, denn auch der Schweizer Erstliga-Aufsteiger FC Luzern und die US-amerikanische Profiliga warben ernsthaft um den feinen Techniker und sympathischen Berliner.

Stefan Beinlich wurde am 13. Januar 1972 in Berlin geboren und ist das, was man gemeinhin als Straßenfußballer bezeichnet.

Der defensive Mittelfeldspieler mit dem Kurzhaarschnitt begann seine sportliche Karriere beim BFC Dynamo, aber dort erfand man eine Krankheit, die dem Spieler eine erfolgreiche Laufbahn beim zehnfachen Meister verbaute.

So ging Stefan schließlich zur SG Bergmann-Borsig. Für die Bergmänner aus Pankow spielte Beinlich schließlich in der Saison 1990/91 noch 20 Mal in der DDR-Liga (5 Tore).
Aber Stefan Beinlich wollte mehr. Zusammen mit seinem Mannschaftskameraden Matthias Breitkreutz zog es die beiden Fußballer aus dem Berliner Randverein auf die britische Insel.

Während der folgenden Saison unterschrieb "Paule" Beinlich 1991 beim englischen Premier-League-Verein Aston Villa seinen ersten Profivertrag. Der sportliche Erfolg blieb bescheiden: Insgesamt spielte er für Villa 16mal in der Premier League (1 Tor), damals noch im Angriff.

Seinerzeit suchte Beinlichs Berater Jörg Neubauer einen neuen Verein für seinen Schützling und einen Trainer, der auf ihn setzt.

Die Lösung: Der F.C. Hansa Rostock und Fußball-Lehrer Frank Pagelsdorf!
Nach seiner gewissen "Lehrzeit" auf der britischen Insel, die Beinlich heute durchaus nicht negativ sieht, spielte der neue Hansa-Regisseur toll auf.
Topp seine Technik, topp sein Auge, topp sein strategisches Spiel! Topp seine gefährlichen Freistöße!
So einer wurde plötzlich auch von anderen Vereinen umworben.
Nach drei Jahren in Rostock ging Stefan Beinlich auf Bundesligareise: Bayer 04 Leverkusen (1997 bis 2000) und Hertha BSC Berlin.
In jener Zeit trug Stefan Beinlich fünf Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Er debütierte dabei am 2. September 1998 unter DFB-Trainer Erich Ribbeck beim Freundschaftsspiel gegen Malta mit dem ehemaligen Hansa-Verteidiger Marko Rehmer.
Zuletzt eingesetzt wurde der Ex-Nationalspieler am 16. August 2000 beim 4:1-Erfolg gegen Spanien, dem ersten Spiel unter Rudi Völler als Teamchef der Nationalmannschaft.
Sein größter sportlicher Erfolg war der Gewinn des Liga-Pokals, was Beinlich gleich drei Mal in Folge gelang: 2001 und 2002 mit Hertha BSC, 2003 mit dem HSV.
Ausgerechnet in seiner Heimat Berlin wurde Beinlich aber oft verkannt.
2003 kehrte der Linksfuß folgerichtig schließlich seiner Heimatstadt dann den Rücken und wechselte zum Hamburger SV.
Was wollen die mit dem „alten Mann“, fragten sich viele an der Alster. Beinlich zeigte es seinen Kritikern.
Der neue HSV-Trainer Thomas Doll – einst selbst ein toller Hansa-Spieler – baute Beinlich neu auf und formte seinen Mittelfeldspieler  noch einmal zu einem genialen Führungsspieler mit großen strategischen Qualitäten.
Beinlich führte die HSV-Mannschaft vor allem in der ersten Halbserie der Saison 2005/2006. Leider wurde diese tolle Leistung durch Verletzungen getrübt.
Deshalb ließ sich Stefan am 27. März 2006 in Berlin von Dr. Krüger am Schambein und an der Leiste operieren. Jetzt ist er wieder gesund und voller Elan.
Bei dem zweistündigen Eingriff wurde dem 34-Jährigen der Schambeinknochen gespritzt. „Ich bin froh, dass ich den Eingriff hinter mir habe", sagte der Ex-Nationalspieler, „es war die einzige Chance für mich, weiter Fußball zu spielen."
Thomas Doll: „Nach der überragender Hinrunde war die Operation für Stefan und den Verein ganz bitter. Stefan Beinlich ist ein großer Spieler.“
Zum Saisonende will Beinlich noch mal für den HSV spielen, Vize-Meister werden.
Eine schlechter dotierte Offerte als bislang hatte Stefan Beinlich in Hamburg abgelehnt.
Stefan nach der Operation: „Meine Vertragssituation war mir erst einmal egal. Aber so wollte ich nicht aufhören. Deshalb die Operation. Ich möchte noch einige Jahre Fußball spielen. Ich freue mich auf den F.C. Hansa.“
Jetzt erfolgt also der Wechsel zum F.C. Hansa, wo er einst mit Spielern wie Heiko März und seinem Freund Hilmar Weilandt kickte.
Sein Berater Jörg Neubauer: „Ich bin überzeugt, Stefan wird mit seinen strategischen Fähigkeiten eine neue, junge Hansa-Mannschaft im nächsten Jahr auf den Weg in die Bundesliga führen.“
Beim HSV spielte Linksfuß Stefan Beinlich auf der linken Halbposition oder als klassische Nummer 6 vor der Abwehr.
Genau dies wünscht sich schließlich auch Trainer Frank Pagelsdorf . Stefan Beinlich ist nach Torwart Jörg Hahnel (FC Erzgebirge Aue) der zweite neue Spieler des F.C. Hansa Rostock  für die Saison 2006/2007.
Stefans Zukunft liegt in jedem Fall generell im Fußball: „Ich weiß zwar noch nicht, was ich mal 2010 mache, aber ich könnte mir eine Aufgabe im Trainerbereich vorstellen…“
Die offizielle Vorstellung von Stefan Beinlich erfolgt am Montag auf einer Pressekonferenz.
 

Einwürfe von Stefan Beinlich zur Person:

Größe  180 cm
 
Gewicht  77 kg
 
Geburtsort  Berlin
 
Spitzname  "Paule"
 
Familienstand  Verheiratet, drei Töchter („die zum Glück nicht Fußball spielen…“)
 
Erlernter Beruf  Elektriker
 
Hobby  Jede Sportart mit einem Ball
 
Sportliche Vorbilder  Weltmeister Pierre Littbarski
 
Größter sportlicher Erfolg  Viertelfinal Champions-League

Schlimmste Niederlage  0:2-Niederlage in Unterhaching mit Bayer
 
Diesen Beruf würde ich heute (gerne) ausüben, wenn ich nicht Fußball-Profi geworden wäre
Wahrscheinlich Elektriker
 
Mein Lieblingsfußball-Zitat  Wir zwei sind ein gutes Trio

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