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17.12.2009 10:24 Uhr

Roland Kroos: “Jungs sind immer am Limit“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich B-Junioren-Trainer Roland Kroos in den wohlverdienten Skiurlaub nach Österreich. Einerseits ging die Mannschaft um den frischgebackenen DFB-Jugendnationalspieler Tom Trybull als Bundesliga-Vierter in der Staffel Nord/Nordost in den Winterurlaub, andererseits war das 0:2 am letzten Spieltag des Jahres gegen den 1. FC Union Berlin völlig unnötig.

Herr Kroos, wie erklären Sie sich diese Pleite in Berlin?

Roland Kroos: Wir waren in Berlin am Ende des Tages einfach nicht effektiv genug. Die Berliner machten aus drei Chancen zwei Tore und wir aus vier Chancen nur ein Tor. Wir haben gegen den Aufsteiger einmal mehr erkennen müssen, dass man auch gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel nichts geschenkt bekommt. Wir haben es leider nicht verstanden, unsere spielerische Überlegenheit in Treffer umzumünzen. Mit der ersten Halbserie und den gezeigten Leistungen der Mannschaft bin ich insgesamt aber trotzdem zufrieden. Natürlich hätten wir gern als Tabellen-Dritter überwintert, das hat aber leider nicht geklappt.

Wird sich das Gesicht der Mannschaft im neuen Jahr verändern?

Roland Kroos: Es wird drei Veränderungen geben. Philip Nauermann kommt von Kickers Emden zu uns. Gordon Grotkopp und Tobias Blattmeier, die zuletzt aus Bentwisch bzw. Neubukow zu uns kamen, verlassen uns wieder. Für sie hat es in der Bundesliga leider nicht gereicht. Aber wir verabschieden sie mit allen guten Wünschen und bedanken uns auch für ihren Einsatz im Trikot des F.C. Hansa.

In der Vergangenheit wurden die talentiertesten Spieler auch immer wieder eine Spielklasse höher eingenordet. Wird es eine solche Maßnahme auch in diesem Jahr geben?

Roland Kroos: Wir haben mit unserem Nachwuchs-Vorstand Juri Schlünz und dem Trainerstab beschlossen, unseren Kapitän Tom Trybull als B-Jugendspieler und Kandidaten für die Jugend-Nationalmannschaft schon mal bei meinem Kollegen Michael Hartmann mittrainieren, aber noch nicht mitspielen zu lassen. Wir denken, so können wir den gebürtigen Berliner am besten fördern und fordern. Tom hat ja eine tolle Entwicklung genommen und die wollen wir natürlich unterstützen.

Bleiben wir noch beim Kapitän. Hat er den größten Leistungs-Sprung gemacht?

Roland Kroos: Wir hatten Tom ja frühzeitig als DFB-Kader vom 1. FC Union geholt und wussten um sein Talent. Aber so ein Wechsel von Berlin nach Rostock ist für einen so jungen Spieler dann auch nicht so leicht. Tom brauchte Zeit, die hat er bekommen. Jetzt ist er im Abwehrzentrum ein guter Koordinator, ein guter Fußballer, ein guter Motivator. Wir hatten ihn deshalb ja auch am Saisonbeginn zum Kapitän gemacht. Dies wird sich nun allerdings ändern.

Warum?

Roland Kroos: Auf Grund der Tatsache, dass Tom zukünftig bei den A-Junioren trainiert, halte ich es für besser, wenn die Jungs einen Spielführer haben, der ständig an der Mannschaft ist. Also haben wir uns entschieden, diese Verantwortung des Kapitäns ab der 2. Halbserie an Edisson Jordanov abzugeben.

Wann ist für die B-Jugend der Saison-Rückrundenstart?

Roland Kroos: Dafür ist der 11. Januar 2010 vorgesehen. Bis dahin sollen die Jungs nach einer schweren Saison einmal die Akkus aufladen.

Wie verlief denn aus Ihrer Sicht die 1. Halbserie?

Roland Kroos: Ich hatte einen Platz zwischen 1 und 5 für möglich gehalten. Mit dem 4. Platz sind wir gut eingelaufen, sicherlich war der 3. Rang möglich. Aber dann haben wir für die Rückrunde eben noch etwas Luft nach oben und können noch einige Reserven ausschöpfen.

Was waren die Gründe, für die positive Entwicklung der Mannschaft?

Roland Kroos: Wir haben einfach optimal in die Saison gefunden: Nehmen wir doch nur unsere Startergebnisse zur Hand: In Weyhe 3:2, in Erfurt 3:1, 1:0 gegen Bremen, 1:1 gegen den HSV, 6:0 gegen Jena, 6:0 im Pokal gegen Hertha, 6:0 gegen Kiel, 4:1 in Hannover. Erst am 17. Oktober haben wir mal in Hamburg 1:3 verloren. Danach haben wir 3:1 gegen Osnabrück gewonnen und 2:2 bei Hertha gespielt. Dem folgten dann die Niederlagen gegen TeBe zu Hause (0:3) und Wolfsburg (1:3). Aber dann haben wir in Cottbus schon wieder 3:1 gewonnen, ehe das 0:2 gegen Union im Nachholspiel das Ende der Hinrunde bedeutete.

Welche Spieler bestimmten das Gesicht der Mannschaft?

Roland Kroos: In erster Linie möchte ich in diesem Altersbereich die Mannschaftsleistung herausstellen. Andererseits ist es natürlich so, dass der F.C. Hansa momentan mit Johannes Brinkies im Tor, mit Tom Trybull in der zentralen Abwehr, mit Edisson Jordanov im zentralen Mittelfeld und Nils Quaschner im Angriff vier Spieler stellt, die im DFB-Fokus stehen. Das ist schon eine wichtige Achse. Diese individuelle Entwicklung begleiten wir natürlich sehr gern. Es geht ja in diesem Alter nicht nur um mannschaftliche Erfolge, sondern um die individuelle Ausbildung, die uns als Trainer ganz wichtig ist.

Sie zielen damit sicherlich auf die Worte von Nachwuchs-Vorstand Juri Schlünz, der sich im neuen Nachwuchs-Konzept des Vereins wünscht, einen Spieler bei der WM 2014 zu sehen, der das Trikot des F.C. Hansa getragen hat?

Roland Kroos: So weit will ich noch gar nicht gehen. Wichtig ist, dass wir aus dem Nachwuchsbereich erst einmal gut ausgebildete Spieler entwickeln, die das Zeug haben, in Zukunft in der Profi-Mannschaft zu spielen. Da sehe ich einige, aber ich will da keine Namen nennen. Die Jungs sollen ehrgeizig sein, sich straffen, kontinuierlich Leistung zeigen, ihre Schule ordentlich absolvieren und oben angreifen. Das ist ein großer Berg an Aufgaben.

Belastet so einen Auswahleinsatz schon jetzt die Jungs?

Roland Kroos: Ich kann das nicht ausschließen. Aber seit Nils Quaschner seine vier Tore in der Nationalmannschaft machte, hat er bei uns nicht mehr getroffen. Das kann Zufall sein. Doch es ist schon schwer, mit mancher Bürde fertig zu werden. Plötzlich stehst Du als Junge im Mittelpunkt und damit muss man dann auch erst einmal fertig werden…

Mit welchen Spielen waren Sie denn besonderes zufrieden?

Roland Kroos: Also das 1:0 gegen Werder Bremen und das 2:2 gegen Hertha waren schon nicht schlecht. Sogar unser 1:3 gegen den HSV war besser als das Ergebnis. Auffällig war nur, dass wir einige Spiele zum Spielende aus der Hand gegeben haben: Dazu zählen eben die Begegnungen gegen Hertha, HSV, Wolfsburg. Das muss dann nächstes Jahr noch besser werden.

Was war die schönste Erkenntnis der Hinrunde?

Roland Kroos: Wir sind eine Einheit, das zahlt sich auf dem Platz aus - und die Jungs sind immer am Limit. Diese Begeisterung will ich nun auch im neuen Jahr sehen, wenn wir uns am 11. Januar treffen.

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