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19.05.2011 11:58 Uhr

Roland Kroos: Pokalfinale ist ein riesiger Ansporn

Mit einem 5:1-Auswärtssieg in Osnabrück hat sich der Bundesliga-Fünfte F.C. Hansa Rostock auf das DFB-Pokalfinale eingeschossen. Die Mannschaft von Trainer Roland Kroos (A-Schein) trifft dann in der Amateur-Arena des Olympiastadions auf den SC Freiburg, Dritter der Bundesliga Süd/Südwest. Das Team bezwang am Wochenende den VfB Stuttgart 2:0. Vor diesem Saison-Höhepunkt des Rostocker Jugendfußballs sprachen wir mit Roland Kroos.
 
Herr Kroos, Sie gehen in dieses Spiel mit einem Kader, in dem 13 deutsche Meister aus der Vorsaison stehen. Ist Hansa damit auch Favorit auf den Pokalsieg?
 
Kroos: Nein. So kann man das nicht sehen. Im Jugendfußball geht jedes Spieljahr bei Null los, ändert sich der Kader um mindestens 50 Prozent.
 
Außerdem ist auch der Freiburger Nachwuchs für seinen guten Ruf bekannt…
 
Kroos: Genau, in der Vergangenheit haben die Freiburger auch schon einige Erfolge in Pokal und Meisterschaft erringen können. Die Chancen stehen in so einem Spiel also eher 50:50.
 
Haben Sie die Mannschaft beobachten lassen?
 
Kroos: Unsere Philosophie ist es, sich auf das eigene Spiel auszurichten. Damit bin ich in den vergangenen Jahren gut gefahren. Ich weiß aber auch, dass uns die Freiburger mehrmals beobachtet haben.
 
In Familie hatten Sie eigentlich mal darauf gewettet, dass Ihr Sohn Toni mit den Bayern der erste sein würde, der ein DFB-Pokalfinale in Berlin spielt, dann Sohn Felix mit Bremen. Ein Irrtum?
 
Kroos: Ja, klar. Wer erwartet denn normal nicht die Bayern im DFB-Pokalfinale. Aber München hat eben gegen Schalke verloren und Werder ist auch ausgeschieden. Aber ich nehme die Herausforderung als Stellvertreter für meine Jungs gerne an und ich weiß ihre Sympathien auf meiner Seite. Wie meine Frau werden die Jungs uns am Sonnabend die Daumen drücken.
 
Wird dieses Spiel der Höhepunkt Ihrer sportlichen Karriere?
 
Kroos: Nun ja, es ist ein Jahres-Höhepunkt. Aber ich war ja vorher auch nicht ganz erfolglos, erinnere nur an das letzte Spiel von Toni in der B-Jugend, als wir gegen Borussia Dortmund in der Deutschen Meisterschaft nur knapp im Viertelfinale gescheitert sind. Viele von den Schwarz-Gelben damals stehen heute im Fokus beim Deutschen Meister. Einige meiner Jungs aus der einstigen B-Jugend, die ich betreute sind auch Deutscher Meister. Darauf bin ich stolz. Ich war aber auch schon mit Toni 2003 Sieger des Knabenturniers in Neubrandenburg bzw. Dritter in der B-Junioren-Bundesliga. Auch das spricht für unsere erfolgreiche, einheitliche Ausbildung und individuelle Entwicklung durch alle Trainer und Übungsleiter in der Nachwuchsakademie des F.C. Hansa.
 
Was ist in diesem Alter wichtiger, die individuelle oder die mannschaftliche Entwicklung?
 
Kroos: Wir wollen die Spieler technisch-taktisch gut ausbilden, angrifforientiert auftreten, diszipliniert spielen und den Siegeswillen schulen. Wenn dann auch noch mannschaftlicher Erfolg dazukommt, ist das für die Jungs natürlich etwas, was ihr Selbstbewusstsein hebt und ihre Laufbahn bereichert.
 
In der Meisterschaft ist das Team stabiler Fünfter, zufrieden?
 
Kroos: Wir stehen hinter Bremen, Hertha, Hannover und Wolfsburg, vor dem HSV. Nimmt man die Möglichkeiten dieser Bundesligisten, ist das so schlecht nicht. Wir sind leider schwer in die Saison gekommen, haben trotzdem als Drittligist gezeigt, wie man gut ausbildet. Mit Müller, Albrecht, Trybull, Weilandt und Jensen haben wir eine halbe Mannschaft an die Profis weiter gereicht. Nicht schlecht, finde ich.
Das Finale findet im Amateur-Stadion am Rande des DFB-Pokal-Endspiels zwischen Schalke und dem MSV Duisburg statt.
 
Ein Wermutstropfen?
 
Kroos: Klares Ja. Früher war das Frauenspiel das Vorspiel. Dann sollten die Junioren es ablösen. Auf Grund des schlechten Wetters in der Vergangenheit hat man das Spiel gleich auf den Nebenplatz verlegt. Das finde ich bedauerlich. Unter diesen Umständen sollte es dann doch besser gleich wie bei der Meisterschaft sein. Ein Finalist sollte das Endspiel kriegen. So war es ja auch bei uns voriges Jahr, als wir Meister in Leverkusen wurde.
 
Wann reist die Mannschaft an?
 
Kroos: Laut den Regeln des DFB müssen wir am Freitag anreisen, trainieren in Berlin, wohnen im Hotel Estrel und können am Sonntag hoffentlich mit lachenden Gesichtern die Hauptstadt verlassen.
 
Einer Ihrer Leistungsträger darf nicht ran, warum?
 
Kroos: Stimmt. Tom Trybull sitzt im Pokal eine Strafe von vier Spielen ab…
 
Dafür kommt mit Nils Quaschner ein frischgebackener Vize-Europameister der U17 vom Balkan an die Ostsee…
 
Kroos: Ja, das ist erfreulich. Nils hat uns ja schon im DFB-Pokal gegen Werder Bremen ins Finale geschossen. Dann hat er Deutschland mit seinem 2:0 ins EM-Finale gebracht. Vielleicht ist diesmal der volle Erfolg drin…
 
Viel Glück für das Spiel am Sonnabend!
 
Kroos: Danke. 

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