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27.06.2014 00:00 Uhr

Runder Geburtstag: Am 27. Juni 1954 wurde das Ostseestadion eingeweiht

Tausende Mecklenburger hatten Anfang der 50er Jahre mitgeholfen und im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes mehr als 230.000 freiwillige Arbeitsstunden abgeleistet, um das seinerzeit schönste Stadion der DDR zu errichten. Heute vor 60 Jahren war es dann soweit: Das Rostocker Ostseestadion konnte offiziell eröffnet werden – damals allerdings noch ohne unsere Hanseaten.

In den ersten beiden Fußballspielen, die im Rahmen der Eröffnungsfeier stattfanden, ging es dafür gleich um zwei Titel. Am 27. Juni 1954 gewann die Vertretung von Chemie Zeitz durch einen 3:1-Erfolg nach Verlängerung über Einheit Schwerin die Deutsche Jugendmeisterschaft der DDR. Anschließend kämpften auch die Junioren um den Meistertitel, Stahl Helbra bezwang Wismut Neuwürschnitz mit 4:0. Ein Freundschaftsspiel zwischen dem ungarischen Erstligisten Vasas Györ und der DDR-Nachwuchsauswahl, das die Gäste mit 2:0 gewannen, rundete die Stadion-Eröffnung ab.

Ein Vierteljahr später, am 26. September 1954, fand das erste offizielle Länderspiel statt. Im fünften Spiel ihrer noch jungen Geschichte unterlag die bis dato sieglose Nationalmannschaft der DDR auch der polnischen Auswahl mit 0:1 – es sollte jedoch die einzige Niederlage der Rostocker Länderspielgeschichte bleiben. Die höchsten Siege wurden am 9. Juli 1967 gegen Ägypten (7:0), und am 6. September 1970 gegen Polen (5:0) eingefahren. Doch auch für andere Sportarten bot sich das am Ende allein mit 25.000 Sitzplätzen ausgestattete Ostseestadion an. Bereits 1954 wurden dort die ersten Feldhandballspiele und Leichtathletikwettkämpfe ausgetragen, später diente es auch für Etappenankünfte von Radrennen wie der Internationalen Friedensfahrt.

Mit der Gründung der Sportclubs innerhalb des Deutschen Turn- und Sportbundes ab Herbst 1954 zog schließlich auch die Fußball-Oberliga in das Rostocker Ostseestadion ein. Die Heimspielpremiere gab es am 14. November 1954 mit einem 0:0 Unentschieden gegen Chemie Karl-Marx-Stadt – vor 18.000 Zuschauern im immer noch nicht ganz fertiggestellten Oval. Die Haupttribüne befand sich noch im Bau und war auch nach ihrer Fertigstellung im Jahre 1956 zunächst noch nicht überdacht. Die Flutlichtanlage wurde sogar erst am 23. Oktober 1970 beim 3:0 Erfolg des F.C. Hansa im Oberliga-Punktspiel gegen den 1.FC Magdeburg eingeweiht.
So mussten in den beiden Jahren zuvor beispielsweise die Europokal-Heimspiele gegen AC Florenz (3:2) und Inter Mailand (2:1) – weil jeweils im November – mittwochs bereits um 14 Uhr angepfiffen werden. Trotzdem platzte das Ostseestadion aus allen Nähten. Nicht ganz so voll war es leider am 2. Oktober 1991 beim 1:0 Heimsieg über den FC Barcelona im Europacup der Landesmeister. Zuvor hatte der F.C. Hansa in der Saison 1990/91 sowohl den letzten Meistertitel als auch den letzten Pokalsieg der scheidenden DDR errungen.

Insgesamt haben die Hanseaten in den vergangenen sechs Jahrzehnten 948 Pflichtspiele im Ostseestadion ausgetragen, davon allein 404 Oberliga- und 204 Bundesliga-Punktspiele. Hinzu kamen zahlreiche Freundschaftsspiele, Regionalliga-Punktspiele der zweiten Mannschaft und nicht zuletzt die Meisterschafts-Endspiele unserer A- und B-Junioren. Auch andere Rostocker Mannschaften – wie beispielsweise Schiffahrt/Hafen Rostock oder der SV Warnemünde – wichen zu großen Spielen ins Ostseestadion aus. In den Jahren 2000 und 2001 wurde es zu einer reinen Fußball-Arena umgebaut. Nun besitzt der F.C. Hansa also wieder eines der modernsten Stadien in Deutschland, doch auch die Tradition lebt sichtbar weiter. Die Kassenbereiche vor der Nordtribüne sind praktisch noch im Originalzustand erhalten und die alten Flutlichtmasten versehen unverändert ihren Dienst - sind zudem schon aus großer Entfernung als Rostocker Wahrzeichen sichtbar. Möge ihr Licht den Weg des F.C. Hansa in eine erfolgreiche Zukunft weisen.
 
Übrigens:
Zum 60. Geburtstag des Ostseestadions ist eine große Jubiläums-Zeitschrift erschienen, die viele weitere interessante Geschichten aus den vergangenen sechs Jahrzehnten sowie zahlreiche, zum Teil noch unveröffentlichte Fotos enthält.

Sie ist zum Preis von 5 Euro ab sofort im Hansa-Fanshop (Rostock, Breite Straße) sowie im Online-Shop erhältlich und wird bei den kommenden Heimspielen des F.C. Hansa auch an den Verkaufsständen im Stadion zu erwerben sein.

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