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20.03.2014 09:57 Uhr

Ruprecht & Wismarer Schüler zeigen Rassismus die Rote Karte (mit Video)

„Mir ist es egal, ob die Menschen eine helle oder dunkle Hautfarbe haben. Hauptsache ist, dass sie nett sind“, antwortet Jenny auf die Frage, wie sie es findet, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden. Am vergangenen Mittwoch hat sich die Fünftklässlerin der Ostseeschule Wismar mit ihren Mitschülern dieser und weiteren Fragen rund um das Thema Diskriminierung angenommen – und zwar im Presseraum des F.C. Hansa Rostock in der DKB-Arena.

Die Zehn- und Elfjährigen folgten mit ihrer Klassenlehrerin Olga Bellmann und ihrem Sozialkundelehrer Georg Jansen einer Workshop-Einladung des deutschen Vereins „Show Racism the Red Card“ nach Rostock. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus organisierte der Verein gemeinsam mit der Hansa-Fanbetreuung und auch dank der Unterstützung der „Ich kann was!“-Initiative drei Kurstermine im Medienraum der Kogge. Darüber hinaus decken die Workshops Säule 9 des Kooperationsvertrages zwischen dem F.C. Hansa und der Stadt Rostock ab.

Die „Fünfte“ aus der Ostseeschule ist nach einer 4. Klasse der Grundschule Rostock-Schmarl erst die zweite Klasse, die an einem solchen Workshop zur politischen Bildung in der DKB-Arena teilgenommen hat. Ein weiterer Kurs soll am kommenden Mittwoch mit einer 7. Klasse der Bernsteinschule aus Ribniz-Damgarten folgen.  Die Idee, Fußball und politische Bildung miteinander zu verknüpfen ist neu und kommt bei den Schülern gut an.

„Auf dem Papier ist der Ablauf bei den Workshops zwar stets gleich, aber was die Jugendlichen daraus machen, ist immer etwas anderes. In dieser Umgebung hier im Presseraum des F.C. Hansa wird es außerdem auch für die Jungs und Mädchen spannend, die sich nicht für Fußball interessieren“, weiß Benno Jürgens von „Show Racism the Red Card“.

Während des Workshops wurden u. a. die Begriffe Diskriminierung, Rassismus und Intoleranz zusammengetragen und erklärt, wie schnell aus stereotypen Vorurteilen verletzende Diskriminierungen werden kann. Darüberhinaus wurden auch kurze Szenen eines Dokumentarfilms gezeigt, in denen man sehen konnte, wie der internationale Topfußballer Samuel Eto’o bei einem Spiel seines damaligen Clubs, dem FC Barcelona, von Fans der gegnerischen Mannschaft Real Saragossa rassistisch beleidigt wird und unmittelbar davor ist, das Spielfeld zu verlassen.

Die Jungs und Mädels sollten Lösungsansätze und mögliche Handlungsoptionen herausarbeiten. Das gemeinsame Fazit: „Rassismus hat nirgendwo etwas zu suchen! Wir sind für einen fairen Umgang miteinander.“

Abgerundet wurde das Programm des Workshops mit dem Besuch des Hansa-Profis Steven Ruprecht, der den Schülern Fragen zu seinen eigenen Erfahrungen beantwortete. Zwar hatte der Hansa-Verteidiger noch nie direkt mit rassistischen Vorfällen zu tun, verharmlosen will er das Thema aber nicht: "Ich finde es richtig, schon bei jüngeren Schülern anzufangen und sie auf die schlimme und leider auch immer wieder gegenwärtige Problematik des Rassismus aufmerksam zu machen. Wir vom F.C. Hansa bekennen uns in jedem Fall klar zu Toleranz und bieten Diskriminierungen keinen Platz."

"Denn in der DKB-Arena", die sich die Schüler im Anschluss an die kleine Autogrammstunde mit Steven nochmal von innen anschauen durften, "haben Rassismus und Diskriminierung nichts zu suchen."

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