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23.01.2013 09:16 Uhr

SC Preußen Münster vor Gastspiel-Premiere in Rostock

Am kommenden Sonnabend ab 14 Uhr findet nicht nur das erste Heimpunktspiel des neuen Jahres in der DKB-Arena statt, sondern auch eine echte Premiere. Zum ersten Mal überhaupt gastiert eine Vertretung des SC Preußen Münster in Rostock und ist damit der 135. deutsche Pflichtspiel-Kontrahent, den die erste Mannschaft des F.C. Hansa empfängt. Bislang waren die Westfalen das einzige Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga, das noch nie an der Warnow zu Gast war.

Allerdings stehen auch nur 30 Bundesliga-Spiele in der Chronik des 1906 als FC Preußen gegründeten Vereins, denn nach nur einer Saison musste man die höchste deutsche Spielklasse wieder verlassen und spielte danach nie wieder erstklassig. Als Tabellendritter der 2. Bundesliga Nord klopfte man Ende der 70er Jahre zwar noch dreimal an das Tor zur Bundesliga, doch zum Aufstieg reichte es nie ganz. Am knappsten scheiterten die Münsterländer 1978, als man zwei Punkte hinter Direktaufsteiger Arminia Bielefeld und einen Punkt hinter Relegationsteilnehmer Rot-Weiß Essen landete.

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte datiert schon aus dem Jahr 1951, als der SC Preußen Münster deutscher Vizemeister wurde. Das Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern wurde vor 85000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion trotz einer 1:0-Führung am Ende noch knapp mit 1:2 verloren.

Rund 60 Jahre später begann der neue Aufbruch der Preußen, die zwischenzeitlich in die Oberliga Westfalen abgetaucht waren. In der zuletzt nur noch viertklassigen Regionalliga West wurde in der Saison 2010/11 die Meisterschaft gewonnen, womit die Mannschaft des damaligen Trainers Marc Fascher in die eingleisige 3. Liga aufstieg. Die Premierensaison wurde mit einer ausgeglichenen Bilanz auf Rang 12 beendet und nach 22 Spieltagen der laufenden Spielzeit belegt die Mannschaft des aktuellen Trainer Pavel Dotschev nun sogar den dritten Tabellenplatz.

22 Jahre nach dem letzten Abstieg aus der 2. Bundesliga winkt den Münsteranern nun also sogar die Rückkehr in den Profi-Fußball. Selbst der direkte Aufstieg scheint möglich, denn nur die schlechtere Tordifferenz gegenüber dem Karlsruher SC trennt die Mannschaft aktuell vom zweiten Rang.

Zu verdanken haben die Preußen ihre aktuelle Platzierung nicht zuletzt ihrer Heimbilanz, denn als einziger Drittligist sind sie in dieser Saison zuhause noch unbezwungen. Doch auch auswärts ist die Ausbeute positiv – von den elf Spielen in der Fremde wurden fünf gewonnen und nur drei verloren. Mit 38 Saisontoren stellen die Preußen den zweitbesten Angriff der Liga, wobei allein Matthew Taylor elfmal getroffen hat. Der 31-jährige US-Amerikaner, der im vergangenen Sommer aus Paderborn nach Münster gekommen war, belegt damit aktuell den dritten Rang der Drittliga-Torschützenliste. Am vergangenen Sonnabend bei der Generalprobe gegen Hannover 96 II erzielte er zudem die ersten beiden Treffer zum klaren 5:0-Heimsieg der Preußen, denen gegen elf Hannoveraner innerhalb einer Viertelstunde zunächst vier schnelle Treffer gelangen. Als die Niedersachsen – nach einem Platzverweis bereits in der ersten Halbzeit – dezimiert waren, wollte der Ball dann allerdings nicht mehr ins Netz.

Erst eine Minute vor dem Abpfiff besorgte der eingewechselte Addy-Waku Menga den 5:0-Endstand. Der ehemalige Rostocker und zuletzt vereinslose Stürmer wurde während der Hinrunde verpflichtet und ist der bislang letzte Neuzugang der Münsteraner, die sich in der Winterpause dann nicht mehr verstärkten. Zwei Spieler wurden dagegen noch abgegeben, denn neben Mittelfeldspieler Dennis Dowidat (Borussia Mönchengladbach) kehrte bekanntlich auch Verteidiger Tommy Grupe zu seinem Ex-Verein zurück.

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