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03.07.2007 15:06 Uhr

Shapourzadeh - Ein verrücktes Jahr und drei Länderspiele für den Iran

Wenn Amir Shapourzadeh Zeit zur Besinnung hat, dann grübelt er schon und fragt sich: Was ist das für ein verrücktes Jahr gewesen? Erst die tolle Serie im ersten Fußball-Halbjahr. Dann das lange Zittern um den Aufstieg. Schließlich eigene Höhen und Tiefen übers Spieljahr hinweg. Dann der Sprung in die Bundesliga und am Ende auch noch die Premiere in der iranischen Nationalmannschaft. Hansa-Online sprach mit Amir zwischen zwei Trainingseinheiten in der ersten Trainingswoche.

 

Amir, wie hat Sie denn der iranische Nationaltrainer Reza Ghazinouri entdeckt?

Amir Shapourzadeh: Trainer Reza Ghazinouri war im Frühjahr auf Europa-Tournee, schaute sich die Spieler an, in England, Frankreich, Italien, Belgien und auch in Deutschland, die hier aktiv sind. Er sah Karimi, Hashemian und Mahdavikia. Und da hat er auch mal in Rostock vorbeigeschaut.

 

Bei welchem Spiel?

Amir Shapourzadeh: Er war beim Koblenz-Spiel.

 

Welches Hansa 0:3 verloren hat?

Amir Shapourzadeh: Genau und ich habe auch nur ab der 70. Minute die letzten 20 Minuten spielen dürfen…

 

Trotzdem die Einladung?

Amir Shapourzadeh: Ja. Trotzdem. Der Trainer hat über 40 Spieler eingeladen, darunter war ich plötzlich. Stefan Studer und Axel Schulz haben mir dann die Einladung überreicht und ich bin los in den Iran.

 

Zum ersten Mal nach neun Jahren…

Amir Shapourzadeh: Genau. Ich war aufgeregt und stolz. Nach dem Aufstieg so eine Einladung, ein Traum für jeden Jungen im Iran. Bei so vielen Menschen in unserem Land. Also schloss sich für mich gleich an das Saisonende eine 14tägige Vorbereitung in Teheran an. Das ging also vom Urlaub ab. Aber es hat sich gelohnt. Jetzt bin ich Nationalspieler in einem fußballverrückten Land.

 

Was haben Ihre Eltern gesagt?

Amir Shapourzadeh: Sie waren so stolz wie ich. Es war wie ein Märchen.

 

Welche Spiele haben Sie bestritten?

Amir Shapourzadeh: Wir hatten zwei Teams. Eine Gruppe reiste zum Länderspiel nach Mexiko, welches 0:4 verloren wurde. Ich gehörte zur Gruppe, die bei den Vor-Asien-Spielen war. Mein Debüt gab ich gegen den Irak beim 0:0, dann war ich beim 1:0 gegen Palästina dabei und beim Sieg gegen Jordanien. So kam ich also zu drei offiziellen Länderspielen.

 

Aber zur Asien-Meisterschaft wurden Sie nicht eingeladen?

Amir Shapourzadeh: Stimmt. Aber sie liegt auch genau im Grundlagentraining unserer Mannschaft. Und der Trainer konnte aus 45 Spielern wählen.

 

Wurden Sie im Iran schon als Nationalspieler erkannt?

Amir Shapourzadeh: Also den Stellenwert von Karimi, Hashemian und Mahdavikia habe ich natürlich nicht. Aber man wusste im Iran schon, da gibt es noch einen Iraner in einer Bundesliga-Mannschaft. Sie meinten mich…

 

Wie war die Verständigung mit den Kollegen?

Amir Shapourzadeh: Wir sprechen zu Hause persisch, also gab es keine Probleme.

 

Wie geht es weiter?

Amir Shapourzadeh: Ich will immer spielen, die Bundesliga genießen, viele Spiele machen und mich mit guten Leistungen wieder für die Nationalmannschaft empfehlen.

 

Wie sehen Sie die Chancen der Hansa-Elf?

Amir Shapourzadeh: Wir sind eine tolle Truppe mit einer großen Einheit. Ich hoffe und glaube, dass sich daran nichts ändern wird. Ich strebe einen Stammplatz an und hoffe auf einen Tabellenplatz, der zum Klassenerhalt reicht.

 

 

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