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24.04.2007 10:56 Uhr

Stadionsprecher Klaus-Jürgen Strupp: - 15 Jahre und kein bissel leise…

„Die Nummer 1…Mathias……..Schoooober!“
Dieser Mann ist die Stimme des F.C. Hansa im Stadion: Klaus-Jürgen Strupp (45). „Struppi“ – ein Leben auf der Überholspur! Nach der Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur studierte „Struppi“ an der Ingenieurhochschule für Seefahrt in Warnemünde-Wustrow. Aber: Auf See hat man Strupp damals in der DDR leider nicht gelassen. So jobbte der Blondschopf stattdessen für die „Ferienwelle“ an der Küste und die Urlauber dort - oder er legte abends Schallplatten in Discos auf. Die Wende veränderte dann sein Leben immer mehr: Unter der Woche findet man den Diplom-Ingenieur heute als Geschäftsstellenleiter im Audi-Zentrum in Rostock, am Wochenende ist er oft DJ in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Aber wenn sein F.C. Hansa spielt, dann düst der Familienvater ins Ostseestadion. Danach wird sogar der Urlaub ausgerichtet. Dann motiviert er die Zuschauer zur „la ola“, feiert oder leidet mit den Idolen des Vereins. „Struppi“ ist in Rostock mittlerweile Kult. Der Mann hat sogar eine eigene Autogrammkarte und Werbeangebote. Wir sprachen mit dem Stadionsprecher des F.C. Hansa, der auch schon die Pressekonferenzen des Vereins leitete und den Spieler-Talk im VIP-Raum moderiert.

 

Herr Strupp, was bindet einen 45-jährigen an das Hansa-Mikrofon im Ostseestadion?
Klaus-Jürgen Strupp: Ich habe einst bei der Ferienwelle in Rostock gejobbt. Da hat man wohl meine Stimme gehört. Von Hause aus war ich Handballer und Ruderer. Beim Fußball war ich Normalverbraucher. Ein Freund hat mich dann zu Hansa geholt. Mit meinem Kollegen Karl-Heinz Korth habe ich dort 1992/93 angefangen. Ich wollte aber nicht aus der Kabine arbeiten, ich wollte unten auf dem Stadionrasen stehen. Dazu brauchte man ein Funkmikrofon und eine Funkstrecke. Das war damals noch ein kleines Problem.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Spiel?
Klaus-Jürgen Strupp: Das müsste am ersten 1. Spieltag der Saison 1992/93, also am 12.7.1992 beim Spiel Hansa gegen Remscheid (1:0) gewesen sein. Aber meine Erinnerung ist daran ganz schwach. Seither habe ich aber nicht ein Heimspiel verpasst. Ich habe mir sogar für manche Spiele vom Arzt eine Spritze geben lassen, weil ich Fieber hatte oder die Stimme einfach weg war, um den Job zu machen. Ich lebe doch mit dem Verein.

Heute flößt Ihnen die Masse keine Angst mehr ein…?
Klaus-Jürgen Strupp: Man wächst mit den Aufgaben. Ich bin heute im Sprecherrat der Stadionsprecher der Bundesliga. Ich war zweimal Stadionsprecher des Jahres in der Bundesliga. Da haben die Gästefans abgestimmt. Ich habe die Aufstiege und Abstiege kommentiert und ein Länderspiel gegen die USA hinter mir.

Auffallend ist, dass Sie einen guten Draht zu den Spielern haben…
Klaus-Jürgen Strupp: Ich denke, dass habe ich mir über die Jahre erarbeitet. Spieler wie Verantwortliche sehen mein Engagement und meine Leidenschaft für unseren F.C. Hansa. Ich freue mich mit dem gesamten Team über Erfolge, genauso wie ich leide, wenn es mal nicht so läuft.

Es heißt, Ihr Lebenstraum war ein Job auf See. Jetzt ist das Auto, die Familie und der Fußball Ihr Leben…
Klaus-Jürgen Strupp: Tatsächlich. Mercedes, Dekra, Audi – vieles hatte und hat in meinem Leben mit dem Auto und dem Fußball zu tun. Meine Töchter Anne-Marie und Elisabeth jobben beide am Spieltag im Ostseestadion, ich bin hier 15 Jahre Stadionsprecher – und Hansa für mich ein Stück Spaß, Freude, Job und Leben. Nur meine Frau meidet das Stadion. Sie glaubt, dies bringt Unglück. Aber: Sie sieht Hansa bei „arena“.

Sie scheinen ein Multi-Talent zu sein?
Klaus-Jürgen Strupp: Ich habe in meinem Leben immer sehr viel Abwechselung gehabt. Habe mich immer aufs Neue ausprobiert und kann aus heutiger Sicht sagen, dass mir dies bei vielem geholfen hat und es nie langweilig war.

Ihr Traum?
Klaus-Jürgen Strupp: Der dritte Aufstieg in die Bundesliga. Ganz klar.

Wie lange wollen Sie den Job noch machen?
Klaus-Jürgen Strupp: Bis Hansa international spielt. Spaß bei Seite: Mit 50 ziehe ich mal Zwischenbilanz…

 

 

 

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