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27.04.2006 16:53 Uhr

Story Heimgegner: SC Freiburg

Da hatte Volker Finke von seiner Mannschaft mehr Engagement erwartet. Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen den nach dem Spiel bereits als Absteiger feststehenden Gast aus Siegen am 31. Spieltag herrschte Frust im Lager des Bundesligaabsteigers SC Freiburg. Verständlich, schließlich hatten die Breisgauer vor 11.000 Zuschauern daheim eine magere Vorstellung gezeigt und dabei die wohl letzte realistische Aufstiegschance vergeben. Und das ärgerte den Freiburger Trainer.

„Ich bin von der ersten Halbzeit total angefressen“, sagte Finke direkt nach dem Spiel. Allen voran die Abwehr wurde von Finke kritisiert: „Auch wenn mit Andreas Ibertsberger und Youssef Mohamad zwei Spieler nach Gelbsperren fehlten, dürfen uns nicht so die Nerven flattern.“

Mit ein Grund, warum Freiburg nicht als Sieger den Platz verließ. Gegen Siegen wurde eine Führung von Jonathan Pitroipa aus der 72. Minute zum 2:1 noch leichtfertig aus der Hand gegeben. Ohnehin sind zwei Gegentore gegen einen Absteiger zu viel für die Breisgauer. Und die Partie gegen Siegen zeigte einmal mehr, wo der Schuh drückt: in der Abwehr. In 31 Spielen kassierte der SC bereits 32 Gegentore. Zu viel, um den Aufstieg zu schaffen.

Zumal auch der Angriff trotz eines bisweilen schön anzusehenden Offensivspiels nicht gerade am Fließband traf. 37 Treffer, das ist mit Abstand die schlechteste Quote aller Mannschaften, die in der Top Sechs der Tabelle zu finden sind. Hinzu kommt eine fatale Auswärtsschwäche. Nur zehn Punkte wurden in der Ferne geholt. Nicht zuletzt deswegen ist Freiburg mit 47 Punkten „nur“ Tabellenfünfter. Die direkte Rückkehr in das Oberhaus ist somit nur noch theoretisch zu schaffen. „Der Zug ist wohl abgefahren“, sagt Offensivspieler Soumaila Coulibaly, der gegen Siegen einen Elfmeter verschoss.

Trotz des verpassten Aufstieges sitzt Trainer Volker Finke beim SC ganz fest im Sattel. Der 58-Jährige gilt als derjenige im Breisgau, der den Klub über Jahre im Profifußball etabliert hat. Deshalb sagt Präsident Achim Stocker: „Volker Finke ist ein Glücksfall für uns.“ Klar, dass man ihn weiter an den Verein gebunden hat, um ein Jahr bis 2007. Seit 1991 ist Finke in Freiburg im Amt und damit dienstältester Profi-Trainer in Deutschland.

Und der Fußball-Lehrer genießt bei Fans und Sponsoren Vertrauen. Weil er in Freiburg samt der Klubverantwortlichen viel bewegte. Als Finke in Freiburg anfing, besaß der Klub ein Stadion mit 12.500 Plätzen. Jetzt sind es doppelt so viele, und alle 25.000 Plätze sind dazu überdacht. Im Möslestadion, das vom früheren Lokalrivalen FC Freiburg gekauft wurde, steht zudem Freiburgs Fußballschule, die in Deutschland einen sehr guten Ruf besitzt.

Das Ziel für die neue Saison ist bei den Freiburgern indes klar. „Wir wollen zurück in die Bundesliga“, sagt Stürmer Alexander Iashvili. Deshalb soll auch der Etat für die kommende Spielzeit nicht gekürzt werden. Die Breisgauer planen erneut mit einem Budget von rund 7,5 Millionen Euro für die Lizenzspielermannschaft.

 

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