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25.07.2006 08:56 Uhr

Studer: Wir wollen ehrlichen Fußball spielen

Der neue Hansa- Manager Stefan Studer über Saisonziele, seinen Führungsstil und die Zusammenarbeit mit Trainer Frank Pagelsdorf.
      
OZ: Herr Studer, Sie sind offiziell seit gut drei Wochen im Amt. Haben Sie schon Sehnsucht nach Ihrem alten Job bei der Bank?
Studer: Nein bisher nicht. Ich habe genug zu tun und noch keinen Gedanken an die Bank verschwendet.

OZ: Fühlen Sie sich als Neuling in dem Geschäft?
Studer: In dieser Position sicher. Aber ich bin im Fußball-Geschäft groß geworden und kenne mich dort aus. Ich war selbst Spieler, habe die Fußballlehrerlizenz erworben und weiß in Bereichen wie Trainingslehre oder Kaderzusammenführung ganz gut Bescheid. In bestimmte Regularien muss ich mich einarbeiten, da bin ich noch ein Lernender.

OZ: Es sind noch drei Wochen bis zum Saisonstart. Spüren Sie schon so etwas wie Aufregung?
Studer: Die Anspannung wird sicherlich noch wachsen. Schließlich hat man in der Vorbereitung – wie die Mannschaft auch – sehr hart gearbeitet. Wo man wirklich steht, weiß man erst nach vier, fünf Spielen.

OZ: Sie sind Leiter der Lizenzspielerabteilung. Wer hat bei Hansa sportlich das Sagen – Sie oder Frank Pagelsdorf?
Studer: Oben stehe ich, der Cheftrainer ist mein wichtigster Mitarbeiter. Ich werde Frank Pagelsdorf aber sicher nicht in die Aufstellung der Mannschaft reinreden.

OZ: Sie gelten als lockerer Typ, ist Ihr Führungsstil genauso?
Studer: Wenn ich immer nur locker wäre, hätte ich diese Aufgabe gar nicht übernommen. Aber man muss immer dicht an der Basis sein, um gewisse Strömungen in der Mannschaft zu kennen. Die bekommt man sicherlich besser mit, wenn man eine gewisse Lockerheit an den Tag legt. Es kann aber ganz schnell mal ein anderer Wind wehen, das habe ich den Spielern gesagt. Grundsätzlich stehe ich jedoch ganz klar hinter der Mannschaft und dem Trainer.

OZ: Dürfen die Hansa-Fans in dieser Saison auf den Aufstieg hoffen?
Studer: Unsere Zielsetzung ist einer der oberen Tabellenplätze. Was am Ende herauskommt, ist immer auch von Details wie Verletzungen oder Sperren abhängig, die wir zum Teil nicht beeinflussen können. In jedem Fall wollen wir einen ehrlichen und sauberen Fußball spielen, um die Fans auf unsere Seite zu bekommen und Begeisterung für den FC Hansa hervorzurufen.

OZ: Ist die Mannschaft stärker als in der Vorsaison?
Studer: Ja. Durch Neuverpflichtungen wie Stefan Beinlich und Maik Wagefeld haben wir Spieler dazu bekommen, die eine Mannschaft gemeinsam mit den anderen Routiniers wie Michael Hartmann, René Rydlewicz und Mathias Schober führen können. Um Erfolg zu haben, muss eine klare Hierarchie entstehen – und da ist die Mannschaft auf einem sehr guten Weg.

OZ: Holt Hansa noch Verstärkung, wenn der aussortierte Enrico Gaede einen neuen Klub findet?
Studer: In diesem Fall würden wir sicher noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden.

OZ: Wo ist noch Handlungsbedarf?
Studer: Wir wären an einer Alternative im Sturm interessert. Mit Enrico Kern, Sebastian Hähnge und Marcel Schied sind momentan nur drei Angreifer im Kader. Aber es wird keinen Schnellschuss geben. Wir wollen jemanden finden, der uns weiterhilft – auch im Hinblick auf unsere mittelfristigen Planungen. Und die gehen in Richtung 1. Bundesliga.
 
Quelle: Ostseezeitung, 25.07.2006

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