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02.11.2005 09:51 Uhr

Thomas Finck: Der Trainer und das Jahr 2005

Würde man Thomas Finck nach dem schönsten und spannendsten Jahr seiner Trainerlaufbahn beim F.C. Hansa fragen, die Antwort wäre eindeutig: 2005 ! Denn mit Finck steht für den Verein aus Mecklenburg-Vorpommern der größte Erfolg im Nachwuchs seit der Wende. Zwar gewannen die Rostocker zu DDR-Zeiten dreimal die Meisterschaft (1968, 1973 und 1980) und wurden auch Junge-Welt-Pokalsieger.
Aber seither lief viel Wasser von der Warnow in die Ostsee.
Das Team der Trainer Thomas Finck, Robert Roelofsen und Michael Salow führte unterdessen die B-Junioren des F.C. Hansa in der Saison 2004/2005 bis ins Finale der Deutschen Jugendmeisterschaft.
Dort verlor die Mannschaft erst im Endspiel im Ostseestadion vor fast 5.000 Zuschauern 0:2.
Zu Saisonbeginn wollte Finck seine eigene Leistung nun eigentlich toppen.
Es kam aber nicht mehr dazu, denn der Rostocker ist kurzfristig von der Jugend-Abteilung zum Chef der zweiten Mannschaft berufen worden. Er löste nach Saisonbeginn den erfolgreichen Trainer Timo Lange ab, der wiederum an die Seite von Cheftrainer Frank Pagelsdorf gestellt wurde.
Thomas Finck. Er ist gewissermaßen ein Kind des F.C. Hansa.
Denn „Fincker“ ist nicht nur am 11. August 1969 in Rostock geboren, er hat von Kindes Beinen an auch bei Hansa gekickt.
1976 reagierten damals seine Eltern Klaus und Birgit auf eine Anzeige in der Zeitung, in der der F.C. Hansa Fußball begeisterte Kinder des Jahrgangs 1969 suchte. Der siebenjährige Thomas wurde unter 100 Jungs als einer von zwei Knaben vom damaligen Trainer Horst Brettschneider gesichtet und kam danach zu seinem ersten Trainer Lothar Hahn, einem ehemaligen Linksaußen des Vereins.
Als Jugend-Nationalspieler der DDR belegte der einstige Mittelfeldspieler 1986 unter Trainer Lothar Priebe den 4. Platz bei der EM U16, bestritt 18 Jugendländerspiele und absolvierte als Junior mit seinem Team als älterer Spieler die Vorspiele der DDR-Nachwuchs-Oberliga.
Thomas durchlief damit alle Nachwuchs-Mannschaften des Vereins und wurde 1989/90 unter dem heutigen Nachwuchskoordinator Harry Krause letzter DDR-Jugendmeister!
Am legendären 8.11.1989 machte Thomas Finck unter Werner Voigt gegen den 1. FC Lok Leipzig (3:3) sein erstes und einziges Oberligaspiel. Insgesamt steht er in der Chronik der DDR-Oberliga mit fünf Begegnungen zwischen 1989 und 1991 zu Buche.
Der Trainerwechsel zwischen Werner Voigt und Uwe Reinders tat Finck nicht gut. Der setzte ihn nur noch zweimal gegen Jena sowie gegen Frankfurt und den HFC Chemie ein, dann war das Kapitel Hansa für ihn zu. Vielleicht sagt er deshalb etwas angesäuert über sich: „Als Spieler wäre mehr möglich gewesen. Den entscheidenden Schritt vom Jugend- zum Männerbereich habe ich nicht gepackt !“
Immerhin gehörte Thomas in Regie des NOFV auch zum letzten DDR-Meister und Pokalsiegerteam von Uwe Reinders und Jürgen Decker 1990/91.
Für die Bundesliga bekam Thomas jedenfalls vom damaligen Präsidenten Robert Pischke keinen Vertrag. Also schulte der Fußballer auf Bankkaufmann bei der Ostsee-Sparkasse um.
Fußball wurde zur Nebensache. Frust und Enttäuschung über die eigene Karriere mündeten aber im beruflichen Erfolg. Irgendwann hatte Finck plötzlich 75 Leute unter sich, war angesehen im Job.
Thomas tingelte nebenbei als Fußballer nur noch beim PSV Rostock und beim SV Warnemünde.
2000 lockte aber auch wieder der Fußball, der F.C. Hansa. Irgendwann hatte damals Hansa-Vorstand Bernd Ziemer den Ex-Spieler getroffen. Der holte Thomas schließlich als Quereinsteiger im Februar als Co-Trainer von Thomas Klemm zur B 2. 2001 ging es schon rauf zur B-Junioren-Elf von Bernd Ziemer, die er schließlich am 1.3.2002 nun selbständig als Trainer mit der A-Lizenz übernahm und eben bis zur deutschen Vize-Meisterschaft führte.
Der Familienvater im Drei-Mädel-Haus (Frau Ine und die Kinder Anna und Greta) ging in seinem Nachwuchs-Job förmlich auf.
„Das Finale der B-Junioren war emotional trotz der Niederlage ein unglaubliches Erlebnis. Meine Aufgabe in der Männer-Abteilung ist eine neue große Herausforderung. Die meisten Spieler kenne ich ja schon aus der Jugend, mit den Profitrainern, insbesondere meinem Vorgänger Timo Lange, haben wir eine ideale Struktur. Jetzt kommt es darauf an, die guten Bedingungen im Nachwuchs des F.C. Hansa weiter auszubauen. Das Ziel ist nicht der Tageserfolg, wichtig ist nicht unsere Tabellensituation, wichtig ist unter unseren guten Arbeitsverhältnissen so viel wie möglich eigene Spieler für die erste Mannschaft auszubilden.“
Momentan kämpft „Fincker“ dabei gegen die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Und insgeheim geht sein Ziel schon dahin, im Pokal und in der Meisterschaft soweit wie möglich zu kommen. „Wir haben jedenfalls eine junge ehrgeizige Truppe…“
Und die hat offensichtlich einen guten Trainer bekommen…

 

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