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13.01.2010 12:05 Uhr

Thomas Gerstner – „Wer ist das?“

„Wer ist das?“, fragten sich die meisten Anhänger des FC Schönberg 95, als der Vorstand des nordwestmecklenburgischen Fußballvereins ihnen am 19. August 2006 den neuen Trainer ihrer Oberligamannschaft vorstellte. Die Wahl war auf Thomas Gerstner gefallen und nur die Wenigsten konnten mit diesem Namen etwas anfangen. Dies änderte sich jedoch schnell, denn mit seiner erfrischend direkten Art brachte Gerstner den Verein schnell auf seine Seite.

Seit dieser Saison trainiert der 43-Jährige den Fußball-Zweitligisten DSC Arminia Bielefeld – den ersten Gegner des F.C. Hansa Rostock in der Rückrunde. An diesem Montag (20.15 Uhr) gastiert Gerstner mit seinen Bielefeldern um 20.15 Uhr in de Rostocker DKB-Arena.

In Schönberg liebten sie Thomas Gerstner für seine offene Art: Er ging auf die Menschen zu und engagierte sich auch außerhalb seiner eigentlichen Arbeit als Oberliga-Trainer für den FC Schönberg 95 und die Region. Ob an der Seitenlinie bei den Punkt- oder Pokalspielen, ob als Weihnachtsmann, der Geschenke im Pflegeheim verteilt, ob als Spieler bei den Alten Herren oder beim FC Dunkelziffer - einem Verein, der sich für missbrauchte Kinder stark macht.

Thomas Gerstner stand immer unter Dampf und überraschte dabei oft mit fußballverrückten Ideen. Auswärtsspiele im heimischen Jahn-Stadion waren eine davon. Weil seine Mannschaft auf fremden Plätzen erfolgreicher spielte als zu Hause, wurden die Heimspiele ganz einfach zu Auswärtsspielen umfunktioniert. Die Grün-Weißen nahmen auf der Gästebank Platz und benutzen statt der eigenen Kabine die gegenüberliegende Palmberg-Halle zum Umziehen. Und als der Oberligamannschaft verletzungsbedingt die Spieler ausgingen, wechselte Gerstner sich ganz selbstverständlich selbst ein. Es half sicherlich nicht immer, brachte aber jede Menge frischen Wind in den Verein.

Doch trotz der guten und erfolgreichen Arbeit Gerstners standen die Zeichen bereits zum Ende der Saison 2006/07 auf Trennung. Die Maurinestädter zogen sich aus der Oberliga zurück und ihr Oberligatrainer verließ den Verein als Freund. „Ich habe in Schönberg eine superschöne Zeit gehabt und komme gern wieder zurück“, blickte er direkt nach dem letzten Spiel gegen den BFC Preussen auf seine Tätigkeit beim FC Schönberg 95 zurück.

In Nordwestmecklenburg, wo man die weiteren Stationen seiner Trainerkarriere immer noch mit Interesse beobachtete, freute man sich deswegen ganz besonders über den wachsenden Erfolg Gerstners als Fußballtrainer. Sein Spiel am Montag beim F.C. Hansa Rostock wird von den Fußballfans aus dem grün-weißen Lager darum auch mit großer Spannung erwartet. Doch bei aller Sympathie für Thomas Gerstner – das Daumendrücken gilt in Schönberg mit dem Anpfiff für 90 Minuten ausschließlich dem F.C. Hansa.

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