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19.05.2008 13:22 Uhr

Tim Sebastian: Die Ostseeküste bleibt mein Zuhause

Nach neun Jahren im Trikot mit der Kogge wird Tim Sebastian den F.C. Hansa am Saisonende verlassen. Eine Rückkehr nach Rostock ist allerdings fest eingeplant, wie er im abschließenden Interview erklärt.

Tim, seit 1999 hast Du ununterbrochen im Hansa-Trikot gespielt. Fällt es da nicht besonders schwer, den Verein zu verlassen?

Natürlich hängt man am F.C. Hansa wie an keinem anderen Verein, das ist ja ganz klar. Und der Abschied fällt nicht leicht. Aber wenn man sich als Profi entwickeln will, muss man auch einmal etwas Neues probieren.

Selbst Borussia Dortmund und VfB Stuttgart sollen Interesse gehabt haben. Warum gehst Du ausgerechnet zum Karlsruher SC?

Ich hatte das Gefühl, dass sich der KSC am meisten um mich bemüht hat. Dort weiß ich, dass ich als Ersatz für Eggimann geholt wurde und die Chance habe, zu spielen. Bei den anderen Vereinen wäre ich vielleicht nur zweite oder dritte Wahl gewesen. Man hat ja gesehen, wie es Gledson in Stuttgart ergangen ist.

Apropos Gledson. Hat seine Rückkehr und die Tatsache, dass Du dadurch zuletzt nicht immer gespielt hast, Deine Wechselpläne forciert?

Sagen wir es mal so. Seine Rückkehr hat nicht den Ausschlag dafür gegeben, dass ich jetzt gehe. Sicherlich spielte das auch eine Rolle, aber nicht die entscheidende.

Was wirst Du künftig am meisten vermissen?

Mit Sicherheit die Ostsee. Ich hatte 22 Jahre lang den Strand vor der Haustür. Der wird mir jetzt fehlen, vor allem natürlich im Sommer. Und natürlich auch die Familie und die vielen Freunde.

Und was wird als schönste Erinnerung haften bleiben?

Ganz klar der Aufstieg im vergangenen Jahr. Das war sensationell, vor allem die Hinrunde, in der wir ungeschlagen geblieben sind. Eine unvergessliche Saison und natürlich meine schönste hier in Rostock.

Negativste Erlebnisse waren dann sicherlich die beiden Abstiege?

Vor allem der zweite natürlich. Beim ersten gehörte ich zwar auch schon zur Mannschaft und war sehr enttäuscht. Aber ich hatte als junger Spieler ja nur acht Spiele gemacht. Ganz bitter dagegen war der Abstieg in diesem Jahr, auch weil er völlig unnötig war.

Woran hat es aus Deiner Sicht gelegen?

Vielleicht haben wir uns zu früh in Sicherheit gefühlt. Wir hatten schon fünf Punkte Vorsprung und da ist vielleicht bei einigen ein bisschen der Schlendrian eingezogen. Die Mannschaft hat auf jeden Fall das Zeug dazu gehabt, die Klasse zu halten.

Wirst Du die Mannschaft auch in der 2.Liga weiterhin verfolgen?

Natürlich, keine Frage. Mit Kai Bülow bleibe ich sowieso ständig telefonisch in Kontakt. Wenn ich mal zwischendurch bei der Familie in Rostock bin, werde ich natürlich auch beim F.C. Hansa vorbeischauen. Es wird ja auch Spiele am Montag geben, wo wir normalerweise trainingsfrei haben. Und einige Auswärtsspiele finden ja sogar in der Nähe von Karlsruhe statt.

Hast Du dort schon ein neues Zuhause gefunden?

Nein, leider noch nicht. Wir wollen auch nicht direkt nach Karlsruhe ziehen, sondern an den Stadtrand ins Grüne, auch wegen unserem Hund. Wir hatten zwar schon ein schönes Haus gefunden, aber der Besitzer will jetzt plötzlich nur noch verkaufen. Wir suchen aber etwas zur Miete.

Euer Haus in Rostock wollt ihr also nicht verkaufen?

Nein, auf gar keinen Fall. Das haben wir uns ja gerade erst gebaut und wollen es unbedingt behalten. Schließlich planen wir, irgendwann wieder nach Rostock zurückzukehren.

Auch noch einmal als Spieler zum F.C. Hansa?

Warum nicht! Das ist durchaus möglich, wenn auch zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch Zukunftsmusik. Auf jeden Fall aber bleibt die Ostseeküste meine Heimat, wo ich später wieder leben möchte.

 


 

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