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24.04.2007 10:50 Uhr

Tim Sebastians Lebensmotto: „Niemals aufgeben!“

Der blonde Bursche passt in jedes Mode-Journal…Aber der Modell-Athlet Tim Sebastian ist kein „Schöngeist“, er ist ein intelligenter Mensch und  kompromissloser Fußballer. Tim ist Profi des F.C. Hansa, unterschrieb hier seinen ersten Kontrakt bis 2007. Sein Lebensmotto: „Niemals aufgeben!“
Tim Sebastian ist kein Mecklenburger. Der Abwehrspieler ist in Leipzig geboren. Er vertrug damals die Braunkohlen-Luft nicht. „Die Ärzte hatten unserer Familie aus medizinischer Sicht ein besseres Klima verschrieben…"
Mit zweieinhalb Jahren kam Tim so mit seinen Eltern aus Sachsen an die Ostsee, die als Lehrer hier auch schnell neue Jobs fanden.

In Wolgast schwankte Tim als Sportler zwischen Judo und Fußball, war auch Leichtathlet, was seiner körperlicher Ausbildung zugute kam.
Das war zwischen 1990 und 1996. Tim brachte es damals auf der Matte bis zum orangenen Gürtel. Noch heute steht sein Landesrekord im Weitsprung als 10-Jähriger bei 4,55m. Dann allerdings wollte Tim nur noch Fußball spielen und zu Hansa.
Der ehemalige Nachwuchs-Manager Jürgen Heinsch hat Tim im Sommer 1999 geholt. Zuvor beobachtete er den Jungen von 1993 bis 1996 bei Motor Wolgast und von 1996 bis 1999 beim Greifswalder SC langfristig.

Mit 15 Jahren wechselte Tim Sebastian aus Greifswald in das Internat des F.C. Hansa und streifte bei den B-Junioren unter Trainer Bernd Ziemer das Trikot mit der Kogge über.
Tim Sebastian gibt gerne zu, dass es anfänglich nicht einfach war, von zu Hause weg zu sein. Er kämpfte sich jedoch durch.

Tim spielte als Hanseat erstmals im Jahre 2000 bei DFB-Trainer Klaus Sammer für die U15 des DFB. Das war in Portugal und die Mannschaft verlor gegen Dänemark 1:2. In jener Truppe standen damals auch schon Odonkor, Schweinsteiger und Huth, also heutige Nationalspieler. Für Tim reichte es in der Folgezeit aber nur zu fünf weiteren Junioren-Länderspielen im Trikot des DFB! Tim selbstkritisch: „Die anderen Jungs haben sich besser durchgesetzt als ich.“
Sein überdurchschnittliches Talent wurde in Rostock trotzdem anerkannt und gefördert, so dass Tim Sebastian bereits als jüngerer Spieler bei den A-Junioren zum Einsatz kam und als A-Jugendlicher sogar schon zum Stammspieler in der Amateurmannschaft avancierte. So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis ihm vor einem Jahr der erste Profivertrag winkte.
Heute sagt Sebastian über sein Leben bei Hansa: „Das ist ein Stück meines Lebens. Ich habe schon früher in Hansa-Bettwäsche geschlafen. Hansa wurde für mich eine Zeit der kontinuierlichen Vorwärtsentwicklung. Ich habe in der B-Jugend angefangen und bin jetzt Profi. Ich hatte ja das Glück, als einer der ersten jungen Spieler die Vorzüge des neuen Internats zu genießen und die Vorteile der Synergie von Sport und Schule mitzunehmen. Meine Idole waren damals Beinlich, Rehmer, Barbarez, Neuville, Pamic und Akpoborie. Ich stahl am Anfang meiner Profikarriere auch noch viel mit den Augen bei unseren älteren Spielern.“

Den Sprung ins Bundesliga-Team schaffte Tim Sebastian unter dem damaligen Hansa-Coach Juri Schlünz. In Stuttgart gab der damals 20-Jährige sein Debüt. Am 7. November 2003 bot er im defensiven Mittelfeld zwar eine gute Leistung, doch am Ende stand eine 0:4-Niederlage zu Buche. Eine Woche später wurden nach dem Trainerwechsel die Karten neu gemischt. „Unter Juri Schlünz wurde ich sehr gefördert. Dann kam Jörg Berger und der hat im Abstiegskampf auf die erfahrenen Akteure zurückgegriffen.“

Nach dem Trainerwechsel musste sich das Talent also „wieder hinten anstellen". Doch dem damals neuen Coach blieb das Leistungsvermögen des Defensivspielers nicht lange verborgen. In der Schlussphase der Abstiegs-Saison kam er im defensiven Mittelfeld noch zu sieben Einsätzen.

Bevor Berger in Rostock ging, bekam Tim noch einen „Lehrsatz“ mit auf den Weg: „Junge, so hat Berger, zu mir gesagt, Junge, Profi bis du nicht mit zehn Spielen, Profi bist du erst mit 50 oder 60 Spielen.“ Diese Zeit ist jetzt angebrochen. Tim Sebastian ist mittlerweile Stammspieler, als Innenverteidiger eine feste Größe im Team von Trainer Frank Pagelsdorf und als Fußballer erwachsen geworden. Tims Freundin Tini nennt uns den Grund: „Tim ist zielstrebig, superehrgeizig und selbstkritisch. Vom ersten Tag seit wir uns kennen, ist er immer Schritt für Schritt vorgegangen und hat so auch  immer seine Ziele erreicht.“

Die fröhliche Studentin Tini muss es wissen, denn Tim und Tini kennen sich schon seit der Schulzeit vom Christophorus-Gymnasium. Aber zwischen dem blonden Fußballer und der blonden einstigen Turnier-Tänzerin funkte es nicht gleich. Erst nach zwei Jahren und einer Klassenfahrt nach Dänemark sind die einstigen Bestschüler ein unzertrennliches Paar und wohnen gemeinsam im Herzen von Rostock.
Tini schwärmt von der Beziehung mit dem Hansa-Kicker: „Wir verstehen uns blind. Tim und ich haben schon Siege und Niederlagen, sportliche Höhen und Tiefen, Trainerwechsel und Abstieg mitgemacht. Da weiß man schon, wie man tickt.“
Nun hoffen Tim und Tini auf den Aufstieg. Dann verlängert sich auch der Vertrag von Tim Sebastian für ein Jahr in Rostock…

 

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