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15.03.2006 16:52 Uhr

Trainer Thomas Finck (FC Hansa II): Spielausfälle nerven schon!

Der Winter, der Feind des Fußballs. Schnee, Eis und Kälte haben auch die Amateure des F.C. Hansa im neuen Jahr mächtig getroffen. Seit Monaten trainiert die Mannschaft von Trainer Thomas Finck auf Kunstrasen. Seit Jahresbeginn fielen schon vier Meisterschaftsspiele in Liga 4 und das Pokal-Viertelfinale gegen den Verbandsligisten FC Schönberg aus. Ob am Sonntag die Begegnung Türkiyemspor Berlin gegen Hansa II um 14 Uhr stattfindet, steht angesichts der Wetterlage in Berlin auch in den Sternen. Vor diesem Hintergrund baten wir den Coach der zweiten Mannschaft, Thomas Finck, um ein Interview für Hansa-Online.

Thomas, Hansa II ist mit 27 Punkten, und einem Torverhältnis 27:27 Fünfter in der Oberliga. Momentan gibt es mehr Spielausfälle als Spiele. Wie sehr nervt Sie dieser Winter?
Finck: Dieser Winter ist für uns tatsächlich ein Geduldsspiel. Die Witterung macht einen normalen Spielbetrieb kaum möglich, nervt wirklich. Unser Kunstrasenplatz fordert ja auch schon die Gelenke der Spieler über einen langen Zeitraum, die Verletzungsgefahr ist größer als in der normalen Zeit. Aber bisher haben wir glücklicherweise alles relativ gefahrlos überstanden.

Aber Hansa II hat die beiden einzigen Spiele gegen den BAK auf Kunstrasen und bei Tennis Borussia verloren?
Finck: Ich schiebe diese Niederlagen nicht auf Kunstrasen oder Eis und Schnee. Wir haben noch eine sehr junge Mannschaft und die zahlt halt auch ihr Lehrgeld. Wir sind sicherlich eine spieltechnisch ordentliche Mannschaft und da ist es beim Kampf auf Eis und Schnee natürlich ein Nachteil, Fußball zu kämpfen. Wir befinden uns im Lernprozess, sind in der Entwicklung. Da gibt es in Sachen Zweikampfverhalten, Kopfballspiel und Härte noch Reserven. Unsere Truppe ist und bleibt eine Ausbildungsmannschaft. Mit dem Ziel so viele Spieler wie möglich an die Profiabteilung weiter zu geben. Anfang des Jahres haben wir Dirk Jonelat hoch geschickt, der mit im Trainingslager in Dubai war. Und: Das seit einer Woche nun auch Patrick Jahn bei Frank Pagelsdorf trainiert, ist ja auch ein gutes Zeichen. Ich hoffe, auch der Junge nutzt – wie die anderen – dort nun seine Chance. Immerhin hat der ehemaligen Jugend-Nationalspieler aus Berlin ja unter Eduard Geyer für Energie Cottbus auch schon zwei Bundesligaspiele bestritten.

Aber gehen Ihnen nicht selbst langsam die Spieler aus?
Finck: Wir rekrutieren uns halt aus uns selbst, aus unserer Jugendabteilung. Mit den beiden 19jährigen Hannes Grundmann und Sebastian Albert sowie dem erst 18jährigen  Tom Buschke aus der A-Jugend führen wir so seit der Rückrunde auch wieder neue, junge Leute an ein höheres Niveau heran. Sie trainieren bei uns und wenn ich sie von Anbeginn spielen lasse, gehören sie am Wochenende auch zu unserer Mannschaft. Grundmann hat dabei schon eineinhalb Spiele ganz ordentlich gemacht. Albert hatte dagegen einige Länderspielaufgaben, Buschke ist erst kurz dabei. Ansonsten haben die Jungs ihre Wettkämpfe aber in der Junioren-Bundesliga. Da gibt es einen engen Draht mit A-Jugendtrainer Gerald Dorbritz.

Hat sich der Kader ansonsten im Vergleich zum Sommer noch verändert?
Finck: Torwart Nico Formella ist seit der Rückrunde wieder bei uns, er ersetzt nun Johannes Hahn, der aus gesundheitlichen Gründen ausschied. Dies ist wichtig, wenn wir Carsten Busch von den Profis mal nicht zur Verfügung haben. Da brauchten wir hinter Marcus Rickert also unbedingt einen zweiten Mann.

Was erwarten Sie in der Rückrunde?
Finck: Wir werden eine gute Physis brauchen. Es ist ja abzusehen, dass demnächst viele englische Wochen auf uns zu kommen werden. Da bin ich schon froh, dass wir durch eine ansprechende Hinrunde auf diesem guten Platz 5 stehen. Immerhin ist unsere Mannschaft zu Saisonbeginn neu zusammengestellt worden, mit sieben A-Jugendspielern und vier externen neuen Spielern.

Nimmt Platz 5  etwas den Druck, den man sonst im Abstiegskampf hat?
Finck: Natürlich. Wir wollen so schnell wie möglich so viele Punkte, damit wir mit diesem Thema nichts zu tun haben.

Neuruppin – mit einigen ehemaligen Hansa-Spielern – hat keine Lizenz für die Regionalliga beantragt. Interessiert Sie das?
Finck: Eigentlich weniger. Schade ist es nur für unsere ehemaligen Spieler Martin Neubert, Kenny Dittrich und Ronny Krüger.

Wer ist für Sie der Aufstiegskandidat Nummer 1?
Finck: Ich rechne stark mit dem 1. FC Union. Wenn die kein großes Verletzungspech haben, wie in der Hinrunde, sind die Berliner mein Favorit. Aber Babelsberg wird es ihnen wohl trotzdem sehr schwer machen.

Wo liegt Ihre Motivation für diese bevorstehende stressige Rückrunden-Zeit?
Finck: Ein Highlight ist neben jedem Meisterschaftsspiel natürlich auch unser Landespokal. Wir sind schließlich Titelverteidiger. Nach dem Aus der Oberligisten  Torgelow, Wismar und Neustrelitz sind wir im Pokal mittlerweile der einzige Viertligist. Im Viertelfinale sollten wir ja eigentlich im Dezember 2005 schon gegen den Verbandsligisten FC Schönberg ran. Aber auch dieses Spiel ist ausgefallen. Jetzt wird die Begegnung bei uns am 19. April stattfinden. Ich hoffe, dass wir in diesem Wettbewerb unseren Pokal aus dem letzten Jahr verteidigen können. Wir sind scheinbar der Favorit. Aber im Vergleich zur Liga können wir hier ja keine Profis einsetzen, dies macht den Pokal auch für uns unberechenbar und gefährlich. Denn Fakt ist: Es ist schon gut, wenn unsere jungen Spieler Woche für Woche auch einige Zweitliga-Spieler als Korsettstangen im Team haben. Auch dies haben die ersten Spiele der Rückrunde gezeigt…

Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück!

 

 

 

 


 
 

 


 

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