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21.10.2016 12:23 Uhr

Vorbereitung auf Restrunde 2016/2017 startet am 4. Januar–Trainingslager in heimischen Gefilden

Der F.C. Hansa Rostock wird in diesem Winter auf ein Trainingslager im Süden verzichten und die Vorbereitung auf die Rückrunde in der Heimat bestreiten. Nach dem letzten Punktspiel des Jahres am 17.12.2016 im Ostseestadion gegen den Chemnitzer FC, gehen die Profis für gut zwei Wochen in die Winterpause und werden dann am 4. Januar 2017 wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen.

Eigentlich sollte es Anfang Januar – wie schon im vergangenen Winter - in die Türkei gehen. Aufgrund der aktuellen politischen Unruhen hat sich die Kogge allerdings gegen die Reise in die Ferne entschieden.

Wir haben mit unserem Vorstand Sport René Schneider über diese Entscheidung und die Planungen für die Rückrundenvorbereitung gesprochen.

fc-hansa.de:
Trotz der politischen Unruhen gibt es dennoch einige Mannschaften, die ihr Wintertrainingslager in der Türkei bestreiten werden. Warum hat sich der F.C. Hansa dagegen entschieden?

René Schneider:
Wir haben natürlich alle Für und Wider abgewogen. Die politische Situation in der Türkei ist derzeit aber einfach zu unsicher und es ist auch nicht absehbar, ob sich die Lage in den kommenden Monaten beruhigt haben wird. Das Auswärtige Amt hat erst kürzlich nochmal betont, dass landesweit mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen ist und sich im Südosten der Türkei die Zahl der Anschläge in den letzten Wochen erhöht hat. Stand jetzt würden wir einfach mit keinem guten Gefühl fahren. Wir haben schließlich auch eine Verantwortung für unsere Spieler, die wir keiner Gefahr aussetzen möchten. Wir haben in dieser Woche mit dem Mannschaftsrat zusammengesessen und dann gemeinsam die Entscheidung getroffen, nicht in die Türkei zu reisen, sondern die Vorbereitung zuhause zu absolvieren.

fc-hansa.de: Trotz der nachvollziehbaren Sicherheits-Bedenken, wie schwer fiel die Entscheidung auch in Hinblick auf die guten Erfahrungen aus dem Wintertrainingslager vergangene Saison im türkischen Lara.

René Schneider: Natürlich ist es schade. Anfang Oktober sind wir in die Türkei geflogen, um uns passende Hotels mit geeigneten Trainingsmöglichkeiten anzuschauen und konnten uns noch einmal von den super Bedingungen vor Ort überzeugen – und das nicht zuletzt zu einem unschlagbaren Preis-/Leistungsverhältnis. Auch das Drumherum wäre einfach perfekt auf uns abgestimmt. Durch unsere Partner, dem Flughafen Rostock-Laage und der Fluggesellschaft Germania, gäbe es keine Probleme mit dem Übergepäck und durch die unkomplizierten Abläufe und die individuelle Betreuung auch keine großen Reisestrapazen. Aber letztlich geht die Sicherheit unserer Spieler und der Mitarbeiter einfach vor. Unabhängig davon gehörte ein Trainingslager in Rostock für uns immer zu den möglichen Optionen für diesen Winter.

fc-hansa.de:
Traditionelle und klassische Ziele für die Winter-Trainingslager diverser Vereine sind auch Spanien, Italien oder Portugal – wäre dies keine Option gewesen?

René Schneider: Wir haben uns natürlich auch Gedanken über Alternativen zur Türkei gemacht. Angefangen vom spanischen Festland über Mallorca, Teneriffa bis hin zu Zypern und auch Portugal gehörte zu unseren Überlegungen. Aber es ist eben auch hier wie bei der privaten Reiseplanung: die beliebtesten Ziele sind nicht nur am teuersten, sondern auch am schnellsten ausgebucht – zumal nun viele Clubs noch nach Ausweichmöglichkeiten suchen, weil sie das Risiko Türkei nicht in Kauf nehmen wollen. Teilweise sind die Preise doppelt so hoch wie in der Türkei. Hinzu kommt, dass die ohnehin schon aufwendige Reiselogistik einfach sehr schwer umzusetzen wäre. Da wir ab Berlin fliegen müssten, kämen auch höhere Kosten für die Reise und das Übergepäck, das bei einem Fußballverein nun mal anfällt, hinzu. Kurzum, die Rahmenbedingungen wären nicht optimal und die finanzielle Belastung für den Verein und natürlich auch für unsere Sponsoren und Fans, die die Mannschaft vielleicht gern wieder ins Trainingslager begleitet hätten, sehr hoch gewesen.

fc-hansa.de: Sind in Rostock im Winter die Bedingungen für eine optimale Vorbereitung gegeben?

René Schneider:
Das Trainingslager vor der „eigenen Haustür“ ist ja keine Notlösung, sondern eine Option, die wir ohnehin auch immer mit im Hinterkopf hatten. Es wäre auch nicht das erste Mal, die Vorbereitung zuhause zu bestreiten – das gab es auch schon zu Erst- und Zweitligazeiten bei Hansa - ist also gar nicht so ungewöhnlich. Selbst Vereine wie der FC Bayern München wollen diesen Winter auf das Trainingslager in der Ferne verzichten und ihre komplette Vorbereitung an der Säbener Straße absolvieren. Der 1. FC Köln oder auch der FC Ingolstadt sind vergangene Saison zuhause geblieben. Es spricht einfach auch sehr viel dafür. Wir haben auf unserem eigenen Vereinsgelände sehr gute Bedingungen, alles ist eingespielt und bekannt. Aber der wohl größte Vorteil ist, dass wir durch die eingesparten Kosten, nun Mittel für unsere Infrastruktur vor Ort zur Verfügung haben. Dinge wie das Entmüdungsbecken, die Rasenheizung oder Dampfsauna können nun nach vielen Jahren endlich wieder aktiviert und vor allem dauerhaft in Betrieb genommen werden. Die Bedingungen für professionellen Fußball in Rostock werden somit langfristig verbessert. Eine einmalige Chance! Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch, dass wir die Vorbereitung unter genau den Bedingungen absolvieren, mit denen wir dann auch im Ligaspielbetrieb in die Restrunde starten werden. Wichtig ist letztlich, dass wir uns gemeinsam auf die Restrunde einschwören, sehr gute Trainingsbedingungen und ein entsprechendes Vorbereitungsprogramm mit geeigneten Testspielgegnern haben. Den einen oder anderen Gegner haben wir bereits im Auge, den wir dann hoffentlich schon bald offiziell bekanntgeben können.

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