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15.10.2007 11:10 Uhr

Wächter: Dem Spiel unseren Stempel aufdrücken

Wenn Stefan Wächter am kommenden Sonnabend das Tor des F.C. Hansa hütet, werden ihm einige Freunde und Bekannte in seiner Heimatstadt Herne einmal nicht die Daumen drücken. Und das aus einem einfachen Grund: Die Stadt im Ruhrpott liegt im Einzugsgebiet des FC Schalke 04, des aktuellen Bundesliga-Kontrahenten der Hanseaten.

 

Der Nachwuchs-Keeper von Westfalia Herne allerdings wurde seinerzeit – im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler oder Schulkameraden – nicht vom Schalker Virus befallen. „Und das, obwohl ich nur eine Viertelstunde vom Parkstadion entfernt aufgewachsen bin. Hin und wieder war ich aber als Zuschauer in der großen Schüssel, um mir ganz normal ein Bundesliga-Spiel anzuschauen. Das war ja damals noch kein Problem, da konnte man sich noch spontan entscheiden, weil selten mehr als 30.000 Zuschauer kamen", erinnert sich Stefan Wächter. Auch einen anderen Lieblingsverein im Revier hatte er zunächst nicht, zumindest so lange, bis er als 16jähriger zum VfL Bochum wechselte: „Da habe ich dann natürlich dem eigenen Verein die Daumen gedrückt."

Zu einem Profi-Vertrag in Bochum reichte es allerdings nicht, und so wechselte der seinerzeit 22jährige Keeper im Sommer 2000 zum Regionalligisten KFC Uerdingen, von wo ihn Frank Pagelsdorf ein Jahr später zum Hamburger SV und von dort in diesem Sommer dann auch zum F.C. Hansa holte. In Rostock hat Stefan Wächter nun das, was ihm in Hamburg über einen längeren Zeitraum verwehrt blieb: Einen Stammplatz!

Die Tatsache, dass Trainer Pagelsdorf beim HSV im Herbst 2001 schon nach dem sechsten Spieltag entlassen worden war, machte es für den neuen Torhüter nicht gerade einfacher. Und so standen nach fünf Jahren in Hamburg lediglich 64 Bundesliga-Einsätze zu Buche. Beim F.C. Hansa dagegen genoss er die volle Rückendeckung des Trainers auch, als es zum Saisonstart noch nicht wie gewünscht lief. Inzwischen lässt sich der Aufwärtstrend der Hanseaten auch an der Anzahl der Gegentore messen. Während Wächter in den ersten fünf Saisonspielen den Ball elfmal aus dem Netz holen musste, war dies in den zurückliegenden vier Begegnungen nur noch dreimal der Fall. „Da haben natürlich mehrere Faktoren ein Rolle gespielt", glaubt Wächter, der die Stabilisierung der Abwehr nicht alleine an der umgestellten Viererkette oder seiner eigenen Leistungssteigerung festmachen will. Auch das gestiegene Selbstbewusstsein nach dem ersten Erfolgserlebnis spielte eine große Rolle.

 

Dass er sich die Niederlage im ersten Heimspiel gegen Nürnberg ankreiden muss, weiß Stefan Wächter selbst: „Dies eine Mal war ich wirklich schlecht. Zum Auftakt beim FC Bayern habe ich zwar auch einen Fehler gemacht, doch der war nicht spielentscheidend. Und da habe ich ja auch noch etliche schwere Bälle gehalten", urteilt der Hansa-Keeper, der seine anfänglichen Unsicherheiten auch auf die fehlende Spielpraxis zurückführte: „Ich hatte ja in der vergangenen Rückrunde keine einzige Begegnung mehr bestritten. Und da helfen zunächst auch die Testspiele nicht, denn da hast Du ja keinerlei Druck", erklärt Stefan Wächter, der in der Hinrunde der Saison 2006/07 noch achtmal das HSV-Tor gehütet hatte.

Dass seine eigene Leistungssteigerung nicht nur an der verbesserten Abwehrleistung seiner Vorderleute liegt, bewies der 1,89 große Torhüter zuletzt in Wolfsburg, als er einen scharf getretenen Elfmeter von Marcelinho parieren konnte. „Leider war das am Ende aber nichts mehr wert. Ich hätte lieber einen Punkt mitgenommen", ärgerte sich Stefan Wächter darüber, dass die positive Serie aus der englischen Woche wieder gerissen ist. Dennoch ist er davon überzeugt, dass „mit einer gefestigten Abwehr auch der Grundstein für die künftigen Erfolge gelegt werden muss." Und das gilt nicht zuletzt für das kommende Heimspiel gegen den Deutschen Vizemeister: „Schalke gehört zu den absoluten Top-Teams der Liga, die Mannschaft ist qualitativ sehr gut besetzt", weiß Wächter, der jedoch optimistisch in die Partie geht: „Gegen Berlin und Stuttgart haben wir bewiesen, dass wir auch gegen solche Teams gewinnen können. Wir dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen, sondern müssen dem Spiel wieder unseren Stempel aufdrücken."

 

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