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06.11.2007 16:14 Uhr

Wenig Energie vor dem Rostocker Tor

Auch die Mannschaft von Energie Cottbus gastierte in der Vergangenheit nicht seltener in der DKB-Arena als die anderen aktuellen Bundesligisten. Einzige Ausnahme ist der VfB Stuttgart, der schon zu 15 Pflichtspielen nach Rostock kam.

 

Wenn die Lausitzer am kommenden Sonnabend ab 15.30 Uhr zum Bundesliga-Duell erwartet werden, geben sie ihre Visitenkarte zum 13. Mal an der Küste ab. Zweimal führte sie das Los im FDGB-Pokal zum F.C. Hansa, wo die damalige Betriebssportgemeinschaft in beiden Fällen ausschied. Im Oktober 1979 unterlag sie mit 1:4 und im November 1987 mit 2:3 Toren – jeweils nach regulärer Spielzeit.

 

Auch in den zehn bisherigen Punktspielen gab es noch keinen Auswärtssieg. Insbesondere vor dem Rostocker Tor strahlten die Cottbuser recht wenig Energie aus, denn innerhalb dieser 15 Stunden gelang ihnen nur ein einziger Treffer!

Bernd Kulke hieß der Mann, dem dieses Kunststück am 22. Mai 1982 gelang. Im einem für beide Seiten bedeutungslosen Spiel glich der Energie-Verteidiger die Rostocker Pausenführung durch Rüdiger Kaschke nur drei Minuten nach dem Seitenwechsel aus. Doch Rainer Jarohs erzielte eine halbe Stunde später den Treffer zum 2:1 Endstand gegen die bereits vorher als Absteiger feststehenden Cottbuser. Es sollte auch das einzige knappe Resultat bleiben, das es zwischen beiden Vertretungen im vergangenen Jahrhundert im Ostseestadion gab.

 

Zum allerersten Mal war Energie Cottbus am 9. Februar 1974 in Rostock zu Gast. Durch Tore von Wolfgang Ramlow (31.), Joachim Streich (39.) und Lothar Hahn (81.) gewann der F.C. Hansa mit 3:0 gegen das Schlusslicht der DDR-Oberliga und verbesserte sich damit selbst auf Rang 4. Noch klarer wurde es am 31. Mai 1980 während der Aufstiegsrunde zur Oberliga, als durch Treffer von Norbert Littmann (13.), Gerd Kische (28.), Christian Radtke (31., Foulelfmeter) und Rainer Jarohs (87.) ein 4:0 Heimsieg zu Buche stand, mit dem die Hanseaten auf 12:0 Punkte kamen und den Aufstieg vorzeitig perfekt machten. Cottbus zog ein Jahr später nach und so konnte es 1981/82 dann zum geschichtsträchtigen Kulke-Tor kommen.

 

In den letzten drei Jahren der DDR-Geschichte gaben die Fußballer aus dem Braunkohlebezirk dann sogar ein durchgängiges Gastspiel in der höchsten Spielklasse, doch im Ostseestadion war für sie weiterhin nichts zu holen. Am zweiten Spieltag der Saison 1988/89 übernahm der F.C. Hansa durch einen 3:0 Sieg über die BSG Energie die Tabellenführung. Jens Wahl traf per Kopf (65.) und verwandelte einen Foulelfmeter (85.), das zweite Tor hatte zwischenzeitlich Volker Röhrich (77.) erzielt. Gut ein Jahr später gab es das gleiche Resultat, für das diesmal Juri Schlünz (26.), Hilmar Weilandt (36.) und Rainer Jarohs (62.) verantwortlich zeigten. Einmal weniger klingelte es schließlich im Oktober 1990, als Henri Fuchs (13.) und Florian Weichert (37.) den 2:0 Sieg der Hanseaten herausschossen, der ein Mosaikstein auf dem Weg zum Meistertitel wurde. Die inzwischen als FC Energie firmierenden Gäste verpassten dagegen am Saisonende sogar die Relegationsspiele zur 2.Liga und verschwanden bis 1997 in der Drittklassigkeit.

 

Erst nach mehr als zehn Jahren, genau am 5. Mai 2001, gab es ein Wiedersehen in Rostock. Auf der mit 22.000 Zuschauern ausverkauften „Baustelle" markierte ausgerechnet der gebürtige Lausitzer Rene Rydlewicz, der schon nach neun Minuten einen Freistoß direkt verwandelte, das goldene Tor zum 1:0, das gleichzeitig den siebenten Hansa-Sieg im siebenten Heimspiel gegen Energie Cottbus bedeutete. Die Tordifferenz von 18-1 hat sogar noch heute Bestand, denn die anschließenden beiden Erstliga-Vergleiche am 16. September 2001 und am 8. Februar 2003 endeten ebenso torlos wie das Montagspiel der 2.Bundesliga am 21. November 2005. Nicht nur die Cottbuser warten also seit 672 Minuten auf ein Meisterschaftstor in Rostock, auch der F.C. Hansa hat in seinen Heimspielen gegen Energie zuletzt schon 351 Minuten lang nicht mehr getroffen. Bleibt zu hoffen, dass nur die kürzere der beiden Negativserien reißt!

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