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14.03.2007 10:18 Uhr

Wir können unsere Ziele aus eigener Kraft schaffen

Alle Jahr wieder! Im Frühjahr ist die Zeit der Abgabe der Lizenzunterlagen. Bis zum 15. März 2007 müssen auch in diesem Jahr die Vereine ihre Hausaufgaben gemacht haben. Folgerichtig herrschte in den letzten Tagen auf der Geschäftsstelle des F.C. Hansa Rostock Hochbetrieb. Nach der Abgabe aller Lizenz-Dokumente sprachen wir mit Dirk Grabow (36) über das Lizenzierungs-Verfahren und die aktuelle Lage des Vereins.

 

Herr Grabow, Sie sind jetzt neun Monate im Amt. Ist das Lizenzierungsverfahren für Sie jetzt die schwierigste Aufgabe?

Dirk Grabow: Nein. Ich arbeite ja im Prinzip schon seit 2001 im Finanzbereich an den Unterlagen zum Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mit und im letztjährigen Lizenzierungsverfahren war ich gesamtverantwortlich für die Lizenzierung.

 

Wie kommen die Unterlagen zur DFL?

Dirk Grabow: Früher haben wir diese Dokumente noch selbst nach Frankfurt gebracht. Diesmal gingen Sie schon am Montag per Kurier zur DFL.

 

Außerdem sind Sie ja wohl selbst am Donnerstag noch in Frankfurt…

Dirk Grabow: Ja. Ich werde dort zur außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL sein, weil sich die Vereinsvertreter der Liga treffen, um nach dem Tod von Werner Hackmann einen Übergangs-Präsidenten bis zum August zu wählen.

 

Der F.C. Hansa plant für die Bundesliga und die 2. Liga. Mit welchen Etats würden Sie in die neue Saison gehen?

Dirk Grabow: Wir planen mit 25 Millionen Euro in der Bundesliga und 15 Millionen Euro in der 2. Liga.

 

Was bedeutet dies im Vergleich zur letzten Bundesliga-Saison bzw. zur laufenden Zweitliga-Saison?

Dirk Grabow: Im letzten Bundesligajahr hatten wir einen Etat von 27 Millionen Euro, in der laufenden Saison von 16 Millionen Euro. 

 

Der Verein hat noch ein Minus von 1,8 Millionen Euro aus den letzten beiden Geschäftsjahren aufzuarbeiten. Wäre der F.C. Hansa mit einem Aufstieg schuldenfrei?

Dirk Grabow: Nein. Der Aufstieg würde aber Vieles etwas leichter machen und wäre insofern schon auch finanziell sehr wichtig für den Verein. Ein Allheilmittel ist der Aufstieg jedoch nicht, denn alle Probleme würden durch die Bundesliga nicht gelöst. Nach den Verlusten der beiden abgelaufenen Geschäftsjahre ist es für uns jetzt eine klare Zielstellung, im folgenden Geschäftsjahr mindestens einen ausgeglichenen Haushalt darzustellen.

 

Glauben Sie an Auflagen durch die DFL?

Dirk Grabow: Ich denke, dass wir in beiden Ligen mit Auflagen rechnen müssen, da die finanzielle Situation bei uns eben durchaus noch angespannt ist.

 

Die Landesbürgschaft über einen Kredit von 3,1 Millionen Euro taucht erneut in den Lizenzunterlagen auf. Welche Rolle spielt diese eigentlich?

Dirk Grabow: Die Landesbürgschaft ist eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 80 Prozent der gesamten Kredithöhe und stellt lediglich die Sicherheit für die Bank dar. Wir haben sie bisher – und darauf legen wir großen Wert – nicht in Anspruch nehmen müssen. Wir haben in diesem Zusammenhang keine öffentlichen Gelder verbraucht!

 

Es ist davon die Rede, nach fünf Jahren einen neuen Rasen im Ostseestadion anzusäen. Wie steht es damit?

Dirk Grabow: Einen Tag nach dem letzten Spiel werden wir beginnen, einen neuen Rasen anzupflanzen. Dafür haben wir ca. zwölf Wochen Zeit, ehe es am zweiten Augustwochenende weitergeht. Die Kosten belaufen sich auf ca. 60.000 Euro. Zum Vergleich: Vereine wie z.B. der HSV haben in einem Jahr bis zu fünf Rollrasen verbraucht.

 

Alle Mitglieder des Vorstandes sind nur bis zum 30. Juni 2007 mit Verträgen ausgestattet. Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Vierer-Gremiums?

Dirk Grabow: Abschließende Gespräche mit dem Aufsichtsrat wird es dazu in den nächsten Wochen geben.

 

Die Marke Hansa boomt, die Zuschauerzahlen sind wie einst in der Bundesliga. Wie sehen Sie momentan die Stellung des F.C. Hansa im Lande?

Dirk Grabow: Die Resonanz auf uns als Verein, die Zuschauerzahlen und unsere Vermarktung sind in der Tat sehr erfreuliche Dinge. Hansa ist in und über Mecklenburg-Vorpommern hinaus wirklich eine stabile Marke.

 

Hansa ist Tabellen-Zweiter. Aber: Die Ausbeute aus den zurückliegenden zehn Spielen ist sehr mager: Nur zwei Siege und sechs Unentschieden besserten das Punktekonto auf. Dazu kamen zwei Niederlagen. In der Rückrundentabelle rangiert die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf lediglich auf dem elften Platz. Wie realistisch sehen Sie den Aufstieg?

Dirk Grabow: Ich sehe zuerst das Positive. Wir können unsere Ziele aus eigener Kraft erreichen und müssen nicht auf Hilfe anderer hoffen. Wir müssen dafür natürlich auch unsere Spiele gewinnen. Leider haben wir in den letzten Wochen tatsächlich einige Punkte liegen gelassen. Deshalb gilt nun unsere volle Konzentration den verbleibenden Spielen, um dort die nötigen Punkte zu holen.

 

Wie ist die Lage, wenn Hansa nicht die nötigen Punkte für den Aufstieg hat?

Dirk Grabow: Dann müssen wir zwangsläufig in der 2. Liga spielen. Gemessen an unserer guten Ausgangsposition wäre dies allerdings eine große Enttäuschung für uns alle.

 

Abschließend ein Wort zur Amateur-Abteilung. Wie sehen Sie den Leistungsstand?

Dirk Grabow: Die II. Mannschaft ist unter den besten drei Teams. Sie ist unter den besten vier Mannschaften im Landespokal. Das Ziel ist es, diese Mannschaft langfristig in den neuen Strukturen des DFB und der DFL auch in der vierten Liga zu halten. Bei den A-Junioren bin ich überzeugt, dass wir die Bundesliga halten. Bei den B-Junioren bin ich mir sicher, den Aufstieg in die Bundesliga in diesem Jahr zu schaffen. Diese drei Dinge sind für den Unterbau unseres Vereins jedenfalls enorm wichtig, um unsere größten Talente langfristig auszubilden und in den Profibereich zu führen.

 

Danke für das Gespräch.

 

 

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