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19.10.2017 12:05 Uhr

Wühler, Torschütze, Kapitän: Ex-Hanseat Halil Savran im Interview

Wühler, Torschütze, Kapitän: Halil Savran ist ein Kämpfer sondergleichen und eine Symbolfigur für die entscheidenden Tugenden in der 3. Liga: Einsatz und Leidenschaft. 55-mal lief der heute 32-Jährige für unseren F.C. Hansa auf. Wir haben mit ihm über das anstehende Spiel seines VfL Osnabrück bei unserer Kogge gesprochen. Mit nach Rostock reist Halil allerdings nicht. Ausgerechnet beim Abschlusstraining am Donnerstag verletzte er sich am Knie.


Hansa: Moin Halil, deine Rückkehr ins Ostseestadion fällt leider erneut aus. Schon 2016/2017 musstest du zweimal zusehen.

Savran: Ich hatte mich schon darauf gefreut, wieder ins Ostseestadion zurückzukehren und wiedermal da zu sein. Unseren Auswärtssieg in Rostock musste ich leider verletzt von der Tribüne aus verfolgen. In Osnabrück konnte ich ebenfalls verletzungsbedingt nicht ran.

Hansa: Was für ein Spiel erwartest du?

Savran: Ich erwarte ein hart umkämpftes Spiel – so wie jedes Mal in der 3. Liga. Für uns geht es natürlich jetzt schon, zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison, um sehr viel. Damit wir nicht komplett mit dem Rücken zur Wand stehen, müssen wir dringend punkten. Es gibt sicherlich angenehmere Orte für ein Auswärtsspiel und auch angenehmere Ausgangssituationen, um zurückzukommen, aber wir müssen uns der Herausforderung stellen und wissen, was uns in Rostock erwartet.


Hansa: Kaum einer hätte vor dem Saisonstart daran gedacht, dass ihr nach zwölf Spieltagen mitten im Abstiegskampf stecken würdet. Wie siehst du die aktuelle Situation?

Savran: In dieser Liga ist es relativ schwer, aus einem Abwärtsstrudel wieder herauszukommen. Wir haben in den vergangenen beiden Jahren bewiesen, dass wir oben mithalten können und guten Fußball spielen, aber die Liga ist so ausgeglichen und rückt von der Qualität des Teilnehmerfelds jedes Jahr noch dichter zusammen, dass Negativtrends immense Auswirkungen haben können.

Hansa: In eurem Fall war die jüngste Auswirkung mit einem emotionalen Abschied verbunden. Der VfL hat sich von seinem Chef-Trainer Joe Enochs getrennt…

Savran: Joe Enochs ist eine Vereinslegende, deshalb ist auch allen Beteiligten die Trennung sehr schwer gefallen. Der Abschied war relativ emotional, was nicht unbedingt üblich ist, wenn die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Mannschaft endet. Joe hinterlässt sowohl fachlich als auch menschlich eine große Lücke im Verein. Leider erwischt es im Fußball in der Regel den Trainer zuerst, was uns als Team sehr leid tut. Wir haben jetzt eine noch größere Verantwortung, um wieder da unten herauszukommen - auch ihm gegenüber.

Hansa: Deine erste Saison in Osnabrück war für dich persönlich sehr erfolgreich. Zur Spielzeit 2016/2017 wurdest du beim VfL sogar zum Kapitän ernannt und bist gut mit deinen Jungs in die Saison gestartet, bis dich erst ein Mittelfußbruch und danach sogar ein Knorpelschaden lange außer Gefecht gesetzt haben. Hat sich nach diesen schweren Verletzungen deine kämpferische Spielweise verändert?

Savran: Eigentlich nicht. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich immer voll reinhaue, wenn ich wieder fit bin. Ich gehe deshalb genauso in die Zweikämpfe wie vorher auch.

Hansa: Ihr werdet aktuell interimsweise von Daniel Thioune trainiert. Das macht euch vor dem Spiel gewissermaßen zu einer Wundertüte für uns.

Savran: Natürlich bringt ein neuer Trainer oft Veränderungen mit – das konnte man bei unserem jüngsten Auftritt gegen Magdeburg auch schon ansatzweise sehen. Ob das für das Spiel in Rostock Vorteile mit sich bringt, weiß ich nicht. Es gibt Beispiele von neuen Trainern, die sofort eine Trendwende herbeiführen konnten, genauso gibt es aber auch Beispiele, in denen der Trainereffekt ausblieb. Ich sehe das deshalb nicht als Vorteil. Wir müssen einfach kämpfen - und das werden wir.

Hansa: Bei unserer Kogge gab es in diesem Sommer einen großen Umbruch im Kader und auf der Trainerbank. Wie schätzt du unser Team ein?

Savran: Pavel Dotchev hat bereits bei seinen früheren Stationen unter Beweis gestellt, dass er sehr erfolgreich in der 3. Liga sein kann. Im Sommer wurde eine gute Mannschaft zusammengestellt, die sehr stabil wirkt. Die Ergebnisse waren zuletzt zwar vielleicht nicht so, wie man sich das erhofft hat, aber in Rostock kann schnell eine große Euphorie entstehen, die das Team trägt. Ich habe die Stimmung rund um den Verein im Sommer als sehr positiv wahrgenommen. Ich glaube, dass die Mannschaft mit der unteren Tabellenregion nichts zu tun haben wird, sondern eher im Mittelfeld bleibt.

Hansa: In deinen beiden Jahren an der Ostseeküste hast du viele Höhen und Tiefen miterlebt. An welche Momente erinnerst du dich gerne zurück?

Savran: Wenn man ehrlich ist, waren die beiden Jahre insgesamt natürlich eher von Tiefen geprägt, als von Höhen. Aber klar, das erste halbe Jahr unter Andreas Bergmann war super. Wir haben die Hinrunde auf Platz drei abgeschlossen und man hat im Verein und in der gesamten Stadt gesehen, was bei Hansa alles möglich ist. Das war eine schöne Zeit. Ich bin letztlich froh, dass wir den ganz tiefen Fall – also den Abstieg – durch harte Leistungen verhindern konnten. In meinem letzten halben Jahr in Rostock unter Karsten Baumann haben wir gekämpft wie noch nie. Es war bemerkenswert mitzuerleben, wie viel man mit Zusammenhalt und einer geschlossenen Truppe erreichen kann. Wir hatten in der Winterpause glaube ich vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Deshalb muss man auch anerkennen, was wir dort mit vielen Neuzugängen noch auf die Beine gestellt haben.

Hansa: Seit diesem Sommer gehört mit Christian Bickel ein weiterer Ex-Hanseat zu eurem Team, den du noch gut von deiner Station bei uns kennst. Bislang konnten ihr allerdings nur bei der Heimniederlage gegen Wehen Wiesbaden zusammen auf dem Platz stehen. In diesem Spiel hat er sich leider schwer am Kreuzband verletzt…

Savran: Christian geht’s deshalb im Moment natürlich immer noch nicht so gut. Sich unmittelbar nach dem Saisonstart einen Kreuzbandriss zuzuziehen, ist für einen Spieler ganz bitter. Wir glauben im Team aber fest an ihn und daran, dass er noch stärker zurückkommt und uns in der Rückrunde wieder zur Verfügung steht.

Hansa: Danke für’s Gespräch! Gute Besserung an dich und an Christian!


Tickets für Hansa vs. Osnabrück gibt's hier:

*0,09 €/min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/min

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