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29.05.2009 08:39 Uhr

Zachhuber: Nie daran gezweifelt, dass wir den Klassenerhalt schaffen

Fünf Tage nach dem erfolgreichen Klassenerhalt laufen die Planungen der Hanseaten für die kommende Saison auf Hochtouren. Unmittelbar, bevor er heute seinen 47. Geburtstag feiert, sprachen wir mit Trainer Andreas Zachhuber über die Gründe für den positiven Saisonabschluss, den aktuellen Stand der Planungen und werfen einen ersten Ausblick auf die Saisonvorbereitung. 

Hansa-Online: Herr Zachhuber, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, den Sie heute nun doch nicht beim Relegationsspiel auf der Hansa-Bank feiern müssen. Ab wann waren Sie sich eigentlich sicher, dass es klappen wird? 

Zachhuber: Ich habe zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt. Von Anfang an war ich zu einhundert Prozent davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden.

Hansa-Online: Was hat den Ausschlag dafür gegeben, dass der F.C. Hansa die Kurve noch bekommen hat? 

Zachhuber: Wir haben fast immer über 90 Minuten Tempo-Fußball geboten und waren damit am Ende erfolgreich. Ganz wichtig war natürlich auch, dass sich eine Mannschaft gefunden hat, die dann auch kontinuierlich gespielt hat 

Hansa-Online: Bis auf diese Stammspieler sollen fast alle anderen Akteure den F.C. Hansa verlassen. Warum dieser große Umbruch? 

Zachhuber: Ich hatte ja von Anfang an deutlich gemacht, dass ich mir einen Überblick verschaffen will, wer welche Rolle spielt. Das habe ich getan. Und dann habe ich mich nach dem letzten Saisonspiel mit dem Management zusammengesetzt und wir haben Entscheidungen getroffen.

Hansa-Online: Mit Stefan Wächter und Tobias Rathgeb hat es aber auch zwei Spieler getroffen, die langzeitverletzt waren und überhaupt nicht trainieren konnten. Warum müssen auch diese beiden gehen? 

Zachhuber: Weil ich andere Vorstellungen habe. Auch bei ihnen handelt es sich ja um Spieler, die nicht von mir verpflichtet wurden. Und ich möchte diese Positionen mit anderen Spielern besetzen.

Hansa-Online: Mit Marco Kostmann wurde zudem ein neuer Torwarttrainer verpflichtet. Warum? 

Zachhuber: Wir haben uns entschieden, auch in dieser Hinsicht etwas Neues zu machen. Perry Bräutigam hat sich ohne Zweifel große Verdienste um den F.C. Hansa erworben in den 14 Jahren, die er hier als Torhüter und Trainer wirkte. Doch jetzt sind wir zu der Auffassung gekommen, neue Wege gehen zu wollen. 

Hansa-Online: Wer wird in der kommenden Saison zwischen den Pfosten stehen?

Zachhuber: Wir werden mit drei Torhütern in die neue Saison gehen. Dazu gehören mit Jörg Hahnel und Andreas Kerner die beiden Keeper, die auch zuletzt im Kader standen. Hinzu kommt Alexander Walke, der zuletzt in Wiesbaden im Tor stand und bei uns nun einen Dreijahresvertrag unterzeichnet hat. 

Hansa-Online: Warum haben Sie sich für Alexander Walke entschieden?

Zachhuber: Weil er für mich in der abgelaufenen Saison der beste Torhüter der 2. Bundesliga war. Ich bin sehr froh, dass wir solch einen Torhüter, der kontinuierlich gute Leistungen gezeigt hat, verpflichten konnten. Das bedeutet aber nicht, dass er automatisch die neue Nummer 1 wird. Alle drei Torhüter haben die gleichen Chancen, sich mit guten Leistungen in der Vorbereitung anzubieten. 

Hansa-Online: Nach Marcel Schied und Enrico Neitzel, die schon während der Saison verpflichtet wurden, unterschrieben zuletzt auch zwei Spieler vom Karlsruher SC beim F.C. Hansa. Warum fiel die Wahl auf diese beiden?

Zachhuber: Wir haben ja eine recht junge Mannschaft und da kommt uns ein Spieler wie Bradley Carnell, der schon Erfahrungen bei mehreren Erstligisten gesammelt hat, gerade recht. Zudem handelt es sich bei ihm um einen Linksbeiner, der flexibel auf der Außenposition in der Viererkette oder in der Mittelfeld-Raute einsetzbar ist. Und über Tim Sebastian muss ich ja wohl nicht viele Worte verlieren. Er hat lange genug in Rostock bewiesen, was er kann. Und wenn ich solch einen Spieler wieder haben kann, hole ich ihn im Notfall sogar persönlich mit dem Auto ab. 

Hansa-Online: Mit welchen Spielern aus der vergangenen Saison, deren Verträge ausgelaufen sind, soll verlängert werden? 

Zachhuber: Kristian Lisztes hat ein Vertragsangebot vorliegen und wir warten darauf, wie er sich entscheidet. Und dann wollen wir natürlich Enrico Kern unbedingt halten. Mit ihm hat es schon Gespräche gegeben, die in der kommenden Woche fortgesetzt und hoffentlich zum erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Auch mit Kevin Schindler hätten wir natürlich gern weiter zusammengearbeitet, doch er hat sich leider anders entschieden.

Hansa-Online: Sollten Lisztes und Kern unterschreiben, stünden drei Torhüter und 18 Feldspieler unter Vertrag. Wo würde dann noch Handlungsbedarf bestehen?

Zachhuber: Da uns, wie gesagt, Kevin Schindler verlässt, brauchen wir natürlich Ersatz für die rechte Außenbahn. Und an Stelle von Sebastian Svärd, der ja ebenfalls nur ausgeliehen war und nach Mönchengladbach zurückkehren wird, benötigen wir auch noch einen Spieler für das defensive Mittelfeld. Das werden die beiden vordringlichsten Aufgaben sein. Ob sich sonst vielleicht noch eine Gelegenheit bietet, einen interessanten Spieler zu verpflichten, muss natürlich abgewartet werden.

Hansa-Online: Wann geht es los mit der Vorbereitung auf die kommende Saison?

Zachhuber: Trainingsauftakt wird am 29. Juni sein. Dort findet zunächst aber nur ein lockerer Aufgalopp statt, eine Einheit zum Anfassen für die Fans, wo sie die neue Mannschaft kennenlernen und sich Autogramme holen können.

Hansa-Online: Steht schon fest, wo und wann die Mannschaft ein Trainingslager bezieht?

Zachhuber: Ja. Unser Trainingslager findet vom 13. bis 18. Juli in Kühlungsborn statt. Dort haben wir in der Vergangenheit immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Außerdem wollen wir die Gelegenheit nutzen, uns in der Region zu präsentieren und uns auch mit Testspielen in der Umgebung bei unseren tollen Fans für die große Unterstützung zu bedanken.

Hansa-Online: Zum Abschluss sei ein kleiner Ausblick auf die neue Zweitliga-Saison gestattet. Was dürfen die Hansa-Fans von ihrer Mannschaft erwarten?

Zachhuber: Wir wollen an die Leistungen anknüpfen, die wir in den letzten Wochen der abgelaufenen Saison gezeigt haben und wir wollen natürlich besser abschneiden als im vergangenen Jahr. Wenn wir am Ende zwischen Platz 8 und 12 landen, haben wir einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht.

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